{"id":50823,"date":"2020-01-02T06:30:23","date_gmt":"2020-01-02T05:30:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=50823"},"modified":"2019-12-30T18:42:46","modified_gmt":"2019-12-30T17:42:46","slug":"rechtskraeftige-verurteilung-zweier-paparazzi-im-fall-groenemeyer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/rechtskraeftige-verurteilung-zweier-paparazzi-im-fall-groenemeyer\/","title":{"rendered":"Rechtskr\u00e4ftige Verurteilung zweier Paparazzi im Fall Gr\u00f6nemeyer"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_50824\" aria-describedby=\"caption-attachment-50824\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-50824\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/miss-zhang-uRyDXomVG94-unsplash-621x414.jpg\" alt=\"Gr\u00f6nemeyer vs. Paparazzi 1:0\" width=\"474\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/miss-zhang-uRyDXomVG94-unsplash-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/miss-zhang-uRyDXomVG94-unsplash-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/miss-zhang-uRyDXomVG94-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/miss-zhang-uRyDXomVG94-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/miss-zhang-uRyDXomVG94-unsplash-scaled.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-50824\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Miss Zhang on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der BGH hat mit einem Beschluss die Revision der Fotografen zur\u00fcckgewiesen, die das LG \u00a0K\u00f6ln wegen falscher Verd\u00e4chtigung zulasten Herbert Gr\u00f6nemeyers und falscher uneidlicher Aussage verurteilt hatten. <\/em><\/p>\n<p><em>Die beiden Paparazzi hatten am 21. Dezember 2015 am Flughafen K\u00f6ln\/Bonn die Begleiterin und das Kind Gr\u00f6nemeyers fotografiert, um ihn absichtlich zu Handgreiflichkeiten zu provozieren und daraus ein virales Video zu machen.\u00a0<\/em><\/p>\n<h2>Paparazzi zeigten Gr\u00f6nemeyer wegen schwerer K\u00f6rperverletzung an<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/datenschutzrecht\/groenemeyers-paparazzi-wegen-uneidlicher-falschaussage-und-falscher-verdaechtigung-verurteilt\">Wie wir bereits berichteten<\/a>, hatte damals ein von den Fotografen hochgeladenes Youtube-Video Wellen geschlagen, in dem Gr\u00f6nemeyer gegen die beiden Fotografen t\u00e4tlich wurde. Dabei schien es, als werfe er eine Person zu Boden. Daraufhin zeigten die Fotografen Gr\u00f6nemeyer wegen schwerer K\u00f6rperverletzung an, die sie angeblich einen verstauchten Finger und Prellungen kostete.<\/p>\n<h2>Der Vorfall war von den Fotografen bewusst provoziert worden<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/wer-wuergt-wen-groenemeyer-siegt-im-blaetterwald\">Das LG K\u00f6ln kaufte aber die Geschichte den Fotografen nicht ab<\/a>: Das Verfahren wurde eingestellt und die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen gegen die beiden wegen Falschaussage und falscher Verd\u00e4chtigung auf. Der Vorsitzende Richter befand, dass die Fotografen Gr\u00f6nemeyer planvoll provoziert hatten, um seine w\u00fctende Reaktion anschlie\u00dfend abzufotografieren. Auch war er der Meinung, dass sie sich selbst Verletzungen zugef\u00fcgt hatten, um ihre Vorw\u00fcrfe zu untermauern. Denn weder aus dem Video, noch aus gutachterlichen Untersuchungen gingen entsprechende Verletzungshandlungen hervor.<\/p>\n<h2>Die Paparazzi wurden rechtskr\u00e4ftig wegen falscher Verd\u00e4chtigung verurteilt<\/h2>\n<p>Und somit verurteilte das LG K\u00f6ln die beiden zu jeweils einj\u00e4hriger Freiheitsstrafe auf Bew\u00e4hrung wegen falscher Verd\u00e4chtigung und Falschaussage. Von zentraler Bedeutung war f\u00fcr das Urteil das durch die Provokation der Fotografen verletzte Pers\u00f6nlichkeitsrecht Gr\u00f6nemeyers, das er auch verteidigen durfte. Dessen st\u00fcrmische Reaktion im Video war durch Notwehr gerechtfertigt und deshalb nicht rechtswidrig.<\/p>\n<p>Durch seinen neuesten Beschluss bekr\u00e4ftigt der BGH die Rechtsauffassung des LG K\u00f6ln und stellt klar, dass Prominente nur ihrer Prominenz wegen keine dubiosen Paparazzi-Tricks zu dulden haben (BGH, Beschluss v. 22. 10. 2019 \u2013 <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20StR%20292\/19\" title=\"2 StR 292\/19 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">2 StR 292\/19<\/a>; Pressemitteilung Nr. 144\/2019 vom 08.11.2019). Vielmehr entfaltet ihr Recht am eigenen Bild bei \u00fcberfallsartigen Begegnungen mit Medienvertretern starke Schutzwirkung. Die Besonderheit des Falls lag hier darin, dass die Paparazzi sogar mit List vorgegangen waren und die Episode inszeniert hatten. Bei einem solch aggressiven Gebaren wird das schneidige Notwehrrecht des Verletzten aktiviert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der BGH hat mit einem Beschluss die Revision der Fotografen zur\u00fcckgewiesen, die das LG \u00a0K\u00f6ln wegen falscher Verd\u00e4chtigung zulasten Herbert Gr\u00f6nemeyers und falscher uneidlicher Aussage verurteilt hatten. Die beiden Paparazzi hatten am 21. Dezember 2015 am Flughafen K\u00f6ln\/Bonn die Begleiterin und das Kind Gr\u00f6nemeyers fotografiert, um ihn absichtlich zu Handgreiflichkeiten zu provozieren und daraus ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[13],"tags":[2386,17290,18126,18127],"class_list":["post-50823","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","tag-paparazzi","tag-groenemeyer","tag-revision","tag-rechtskraeftige-verurteilung"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50823","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50823\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}