{"id":50604,"date":"2019-12-18T06:28:49","date_gmt":"2019-12-18T05:28:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=50604"},"modified":"2020-12-23T17:37:31","modified_gmt":"2020-12-23T15:37:31","slug":"10-tipps-vom-profi-dein-weg-zum-professionellem-esportler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/e-sportrecht\/10-tipps-vom-profi-dein-weg-zum-professionellem-esportler\/","title":{"rendered":"10 Tipps vom Profi: Dein Weg zum professionellen E-Sportler"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-50605\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/theanswer-2-558x414.jpg\" alt=\"10 Tipps vom Profi: Dein Weg zum professionellem Esportler\" width=\"438\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/theanswer-2-558x414.jpg 558w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/theanswer-2-620x460.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/theanswer-2-768x570.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/theanswer-2.jpg 1301w\" sizes=\"(max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><\/em><\/p>\n<p><em>In der E-Sport &#8211; Szene kennt man <\/em><em>LEONHARD GILJOHANN, 25 aus K\u00f6ln, auch unter dem Gamer-Namen &#8220;THE ANSWER\u201c. <\/em><\/p>\n<p><em>Er ist einer derjenigen, der bei der Professionalisierung des E-Sports mittendrin ist. Angefangen 2013, zockte er bis zuletzt mit seinem <a href=\"http:\/\/tempered-fate.de\">Team Tempered Fate<\/a> in der zweiten Division der <a href=\"https:\/\/pro.eslgaming.com\/deutschland\/lol\/\">ESL-Meisterschaft<\/a> des Echtzeit-Strategiespiels League of Legends (LoL). <\/em><\/p>\n<p><em>Nachdem er den Anspruch an sich stellte \u201egut zu werden\u201c, z\u00e4hlte er schnell zu den top 1% LoL-Gamern in Europa. Doch jeder Erfolg hat auch seine Schattenseiten. <\/em><em>In einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch erz\u00e4hlt er die Geschichte von Tempered Fate, von R\u00fcckschl\u00e4gen in seiner Laufbahn und gab wertvolle Tipps, die man als Anf\u00e4nger auf der Karriereleiter unbedingt beachten sollte.<\/em><\/p>\n<h2><strong>1. Der Wille z\u00e4hlt<\/strong><\/h2>\n<p>Nicht jeder, der regelm\u00e4\u00dfig und gut ein <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/esportrecht\/das-sollten-sie-als-spieleentwickler-im-esport-wissen\">Computer- oder Videospiel<\/a> spielt, wird automatisch zum Profi. Leonhard meint, man m\u00fcsse daf\u00fcr schon ein besonderes Mindset mitbringen, um Misserfolge als nat\u00fcrlichen Teil des Lernprozesses zu verstehen und sich von ihnen nicht unterkriegen zu lassen. Er selbst habe auch nicht von Anfang an nur ein Spiel gespielt. Zun\u00e4chst spielte er zu seiner Schulzeit lange Call of Duty auf der Playstation 3. Als dann Playstation 3 auf Playstation 4 umgestellt wurde, wollte er mal etwas Neues ausprobieren, stieg auf den Computer um und entdeckte LoL f\u00fcr sich. Er nahm die Herausforderung an, vom Controller auf die Tastatur und Maus umzusteigen und konnte sich schnell dank seinem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Online-Spiele in das neue Game einfinden.<\/p>\n<h2><strong>2. Fokus setzen<\/strong><\/h2>\n<p>Als Leonhard nach dem Abi nach Aachen ging, um Bauingenieurwesen zu studieren, stellte er schon nach einem Semester fest, dass das Studium ihn nicht gl\u00fccklich machen w\u00fcrde. Deshalb setze er seinen Fokus auf den E-Sport und spielte eine zeitlang sogar bis zu 6 Stunden am Tag und investierte noch weitere 2 Stunden in den Content des Spiels. In einer solchen krassen Form muss es nat\u00fcrlich nicht sein, aber man m\u00fcsse sich schon bewusst machen, dass f\u00fcr eine Karriere auch Zeit investiert und die eigenen Priorit\u00e4ten umstrukturiert werden sollten, so Leonhard. Das sei schlie\u00dflich im klassischen Sport nicht anders, wo die Athleten regelm\u00e4\u00dfig zum Training gehen und Partys f\u00fcr Wettk\u00e4mpfe absagen. Er selbst lasse sich bei seinem jetzigen Studium (BWL) Zeit.<\/p>\n<h2><strong>3. Von der Konkurrenz absetzen<\/strong><\/h2>\n<p>Um sich einen Namen in der Szene zu machen, reicht aber nicht nur Talent oder Fokus. Man m\u00fcsse sich auch irgendwie von der Konkurrenz absetzen, so Leonhard. Angefangen damit, den Anspruch an sich zustellen, immer besser werden zu wollen, z\u00e4hle dazu auch, auf sich aufmerksam zu machen und Kontakte zu kn\u00fcpfen. Das bedeute auch mal \u00fcber den Tellerrand zuschauen und seine Umgebung online wahrzunehmen und Interesse an anderen Mitspielern bzw. Gegnern zu zeigen. Dabei sollte auch nicht untersch\u00e4tzt werden, sich mit der eigenen Pers\u00f6nlichkeit auseinander zu setzen. Erst wenn man die eigenen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen kenne, k\u00f6nne man auch an sich arbeiten, z.B. bei einer Niederlage richtig mit seinen Emotionen oder Kritik umzugehen. Man solle immer bereit sein, einen Schritt mehr zu machen als die anderen, lautete Leonhards Motto.<\/p>\n<h2><strong>4. Funktion eines Teams verstehen<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn man sich mit der eigenen Pers\u00f6nlichkeit auseinandergesetzt hat, merkt man schnell, ob man ein Teamplayer ist oder nicht. Die beliebtesten E-Sport-Titel verstehen sich als Team-Spiele, so dass es unumg\u00e4nglich ist, sich der Funktionen eines Teams bewusst zu werden. Das wichtigste ist dabei f\u00fcr Leon, sich ein gemeinsames Ziel zu setzen. Es m\u00fcssen alle an einem Strang ziehen. Es bringe nichts, wenn der eine bereit ist\u00a0viel Zeit und Energie reinzustecken und der andere lieber einen Trinken geht und das Team-Training Tag f\u00fcr Tag verpasst. Man m\u00fcsse sich komplett auf seine Team-Kollegen verlassen k\u00f6nnen und entsprechend Verantwortung \u00fcbernehmen.<\/p>\n<h2><strong>5. In etablierte Teams reinschnuppern<\/strong><\/h2>\n<p>Durch sein Engagement, Talent und hohes Interesse an der Professionalisierung wurden Teammanager und andere Spieler auf Leonhard aufmerksam und fragten, ob er ihnen nicht mal aushelfen und f\u00fcr einen abg\u00e4ngigen Spieler einspringen k\u00f6nne. Darin sah er die Chance neue Teamkulturen f\u00fcr sich zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln. In Rahmen dessen kn\u00fcpfte er auch viele neue Kontakte und fand f\u00fcr sich heraus welche Team-Philosophie er k\u00fcnftig verfolgen wolle. Hat man nicht immer das Gl\u00fcck, dass Spieler und Teams auf einen direkt zugehen, so r\u00e4t Leonhard auf jeden Fall dazu, selbst die Initiative zu ergreifen. Dies k\u00f6nne man ganz einfach tun, in dem man ein kleines Spielerprofil von sich erstellt und anhand dessen einen Aufruf der Teamsuche in den Sozialen Medien wie Twitter, entsprechende Facebook-Gruppen oder Gaming-Foren startet. So k\u00f6nne man sein eigenes Netzwerk aufbauen und Organisation schaffen.<\/p>\n<p>Aber Achtung!! Ist man sich seines Talents bewusst, sollte man sich auf gar keinen Fall unter Wert verkaufen oder sogar ausnutzen lassen. Leonhard hat selber die Erfahrung gemacht, dass es auch Teammanager oder Gamer gibt, die es nicht immer gut mit einem meinen. Als er sich ein kleines Netzwerk von guten Spielern aufgebaut hatte, wurde er angeschrieben, den Summer-Split f\u00fcr die Qualifikation zur ersten Division der ESL-Meisterschaft unter einem bekannten Teamnamen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/esportrecht\/esportler-bin-ich-arbeitnehmer-oder-freelancer\">spielen zu d\u00fcrfen<\/a>. Im Falle des Aufstieges wurden ihm und seinen Teamkollegen Geld- und Sachleistungen sowie Spielervertr\u00e4ge zugesichert, die weder er noch seine Mitspieler jemals erlangt haben. Stattdessen wurden sie dann nach dem Aufstieg einfach hinterr\u00fccks wieder aus dem Team gekickt und durch andere Spieler ersetzt. Weil es keine schriftlichen Vereinbarungen bzw. Vertr\u00e4ge zwischen den Parteien gab, blieben die 12 Wochen (etwa 600 Stunden Gaming) voller Energie und Einsatz komplett ohne Gegenleistung. W\u00e4re Leonhard in dieser Zeit unter den Bedingungen des Mindestlohns arbeiten gegangen, so h\u00e4tte er mindestens 6.000,000 EUR verdient.<\/p>\n<p>Deshalb warnt Leonhard insbesondere vor solchen Organisationen, die viele Spieltitel gleichzeitig bedienen und in kurzer Zeit immer wieder neue Teams suchen bzw. gr\u00fcnden, um ihren eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern.<\/p>\n<h2><strong>6. Ansprechpartner finden<\/strong><\/h2>\n<p>Ist man einmal in eine Falle getappt, solle man aus dem Fehler lernen und sich auch nicht sch\u00e4men, <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/taetigkeitsfelder\/sportrecht\/esport\">juristischen Rat<\/a> einzuholen. Im E-Sport steckt viel Geld und sobald es den professionellen Weg einschl\u00e4gt, gibt es viele Trendsetter, die ein St\u00fcck vom Kuchen abhaben wollen. So kam es, dass Leonhard nach einer Rechtsberatung durch LHR mit den ebenfalls hintergangenen Spielern sein eigenes Team gr\u00fcndete und selbstst\u00e4ndig die interne Organisation \u00fcbernahm. Mit seri\u00f6ser Beratung im Hintergrund bem\u00fchte er sich um <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/esportrecht\/sponsoring-im-esport-vorteile-und-anleitung-zum-start-ins-ecosystem\">Sponsoren<\/a>, einem Designer, der ihnen das Logo und die Homepage erstellte, Trainer und Co-Trainer und sogar eine Sport-Psychologin. Die meisten von ihnen kommen aus dem von ihm zuvor geschaffenem Netzwerk und boten anfangs, als die Teamarbeit noch nicht so (zeit-)intensiv wurde, ihre Leistung sogar kostenlos an.<\/p>\n<h2><strong>7. Au\u00dfenwirkung beachten<\/strong><\/h2>\n<p>Heutzutage funktioniert keine Profi-Karriere ohne das entsprechende Online-Marketing. Die eigene <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/esportrecht\/das-streaming-von-videospielen-ist-kein-rechtsfreier-raum\">Selbstvermarktung<\/a> im Internet bringt viele Vorteile mit sich: Steigerung des Bekanntheitsgrades, Ausbaus des Netzwerkes, Fans, Sponsoren usw.<\/p>\n<p>Das ist etwas, was Leonhard und seinem Team noch schwer f\u00e4llt. Eigentlich wissen die Jungs, dass sie eine gute Internetpr\u00e4senz br\u00e4uchten, um so potentielle Sponsoren anzusprechen und die eigene Professionalit\u00e4t zu betonen. Aber sie wollen lieber Zocken statt sich um Instagram &amp; Co zu k\u00fcmmern. Deshalb sei hier l\u00e4ngerfristig angedacht, eine Person zu finden, die sie hier dabei unterst\u00fctzt.<\/p>\n<h2><strong>8. Respekt f\u00fcr die \u201ereale\u201c Person haben<\/strong><\/h2>\n<p>Bis zu seinem eigenem Team Tempered Fate kannte Leonhard selten einen Spieler pers\u00f6nlich, auch nicht die Person, die ihm einen professionellen Vertrag versprochen hatte. Jedoch ist er der Meinung, dass Respekt keine Frage der Realit\u00e4t ist. Nur weil die wahre Identit\u00e4t im Internet leicht verschleiert werden kann, sei es noch lange kein Grund respektlos mit seinen Mitspielern bzw. Gegner umzugehen und seine guten Manieren zu vergessen. Man wisse nicht, wer mit welchen Schicksalsschl\u00e4gen vor dem Computer sitze. Auch im Internet solle man deshalb andere genau so behandeln, wie man selbst behandelt werden wolle und vorallem auch <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/esportrecht\/jugendschutz-im-rahmen-von-esport-veranstaltungen\">straffrei bleiben<\/a>.<\/p>\n<h2><strong>9. Gewohnheiten schaffen<\/strong><\/h2>\n<p>Der Mensch hat nichts lieber als Gewohnheiten. Leonhard meint, er spiele auf jeden Fall besser, wenn er vor wichtigen Turnieren genug schl\u00e4ft, i\u00dft und seinen \u201eArbeitsplatz\u201c entsprechend vorbereitet. Auch f\u00fcrs Team sollten feste Strukturen vereinbart werden. Tempered Fate hat beispielsweise feste Trainingszeiten (3-4x die Woche \u00e1 3 Stunden), den Sonntag als Spieltag sowie vor jedem Spiel ein kleines Vorbereitungsgespr\u00e4ch und nach dem Spiel eine Nachbesprechung. Au\u00dferdem gibt es 1x im Monat ein extra Online-Treffen, bei dem besondere Spiele analysiert und weitere Vorkehrungen getroffen werden. In wichtigen Relegationsphasen kommt sogar w\u00f6chentlich die Sport-Psychologin f\u00fcr 2 Stunden zum Einsatz. Gewohnheiten schaffen Struktur und Planungssicherheit, die aus dem Alltag das Maximale rausholen.<\/p>\n<h2><strong>10. Geduld haben<\/strong><\/h2>\n<p>Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wie Leonhards Laufbahn zeigt, braucht der Weg nach oben seine Zeit. In jedem Falle solle man an sich glauben und das Vertrauen darin haben, dass das, was man tue irgendwann fruchten wird. Leonhard ist guter Dinge, dass er und sein Team bald nochmals den Aufstieg in die erste Division der ESL-Meisterschaft schaffen werden. <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/esportrecht\/lhr-tempered-fate-hauptsponsor\">LHR unterst\u00fctzt sie<\/a> dabei und w\u00fcnscht weiterhin viel Erfolg!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der E-Sport &#8211; Szene kennt man LEONHARD GILJOHANN, 25 aus K\u00f6ln, auch unter dem Gamer-Namen &#8220;THE ANSWER\u201c. Er ist einer derjenigen, der bei der Professionalisierung des E-Sports mittendrin ist. Angefangen 2013, zockte er bis zuletzt mit seinem Team Tempered Fate in der zweiten Division der ESL-Meisterschaft des Echtzeit-Strategiespiels League of Legends (LoL). 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