{"id":50565,"date":"2019-12-13T21:43:39","date_gmt":"2019-12-13T20:43:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=50565"},"modified":"2019-12-16T18:06:45","modified_gmt":"2019-12-16T17:06:45","slug":"das-dreckige-dutzend-die-top-12-der-fiesen-tricks-der-betrueger-auf-amazon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/das-dreckige-dutzend-die-top-12-der-fiesen-tricks-der-betrueger-auf-amazon\/","title":{"rendered":"Das dreckige Dutzend &#8211; Die TOP 12 der Tricks der Betr\u00fcger auf Amazon"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_50649\" aria-describedby=\"caption-attachment-50649\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-50649 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/amazon.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/amazon.jpg 2048w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/amazon-414x414.jpg 414w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/amazon-620x620.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/amazon-207x207.jpg 207w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/amazon-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/amazon-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/amazon-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-50649\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Hello I&#8217;m Nik ???????? on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Amazon. Noch vor einigen Jahren schien der Marktplatz der heilige Gral zu sein. Viele Profi-H\u00e4ndler und Einzelpersonen witterten im E-Commerce in Kombination mit &#8220;Amazon FBA&#8221; das gro\u00dfe Geld und tats\u00e4chlich war es f\u00fcr einige Seller eine Gelddruckmaschine.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Doch der Wind hat sich gedreht. Das Klima ist rau und der Marktplatz in gewisser Hinsicht zum Haifischbecken geworden. Noch vor einigen Jahren waren bei <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/abmahnungen-amazon\">Amazon Abmahnungen<\/a> das gro\u00dfe Thema. Hinzu kommt nun, dass auch die Zahl der Betr\u00fcger auf Amazon sprunghaft gestiegen ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Gute Positionierungen sind hart umk\u00e4mpft. In die Buy Box wollen sie alle. Halbseidene Amazon-H\u00e4ndler denken sich so allerlei fiese Tricks aus. Anfangs ging es nur darum, sich gegen\u00fcber dem Konkurrenten besser zu positionieren. Mittlerweile ist der Kampf jedoch h\u00e4rter geworden und Betr\u00fcger auf Amazon scheuen (fast) nichts, um ihre Mitbewerber zu schw\u00e4chen oder direkt deren Kontensperrung durch Amazon zu bewirken. Das Perfide daran: sie nutzen dazu Amazon-eigene Mechanismen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<h2>1. Gekaufte TOP-Bewertungen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h2>\n<p>Was waren das noch Zeiten, als das Trickreichste der H\u00e4ndler die eingekauften guten Bewertungen waren, um sich selbst aufzuwerten. Das ist zwar nach wie vor ein Ph\u00e4nomen, Amazon versucht jedoch, dies zu unterbinden. Wenn eine Rezension mit dem Vermerk <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/help\/customer\/display.html?nodeId=201930110\">&#8220;Verifizierter Kauf&#8221;<\/a> versehen ist, hat Amazon gepr\u00fcft, dass tats\u00e4chlich ein (nicht &#8220;rabattierter&#8221;) Kauf des rezensierenden Accounts \u00fcber Amazon stattgefunden hat. Ohne &#8220;motivierendes Sponsoring&#8221; im Vorfeld.<\/p>\n<h2>2. Ein-Stern-Bewertungen beim Konkurrenten<\/h2>\n<p>Sehr nervig, aber noch vergleichsweise harmlos und durchsichtig: Die Platzierung von gef\u00e4lschten 1*-Bewertungen im Profil des Wettbewerbers.<\/p>\n<h2>3. Auffallende Top-Bewertungen beim Konkurrenten platzieren<\/h2>\n<p>Moment: Den Konkurrenten super bewerten? Was ist daran so verwerflich? Nun, genauer gesagt wird der Mitbewerber mit Top-Bewertungen \u00fcberh\u00e4uft, die jedoch so formuliert sind, dass sie ganz offensichtlichen Fake-Charakter (Copy &amp; Paste oder schlechte \u00dcbersetzung) haben. Mit der Sperrung des so vermeintlich aufgewerteten H\u00e4ndlerprofils wartet Amazon dann nicht lang.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>4. Produkte des Konkurrenten verwirrend umklassifizieren<\/h2>\n<p>Sie entdecken in Ihrem Listing Fotos, Texte oder Kategorien, die so nicht eingestellt waren und \u00fcberhaupt nicht zum tats\u00e4chlichen Artikel passen? Das sind keine \u00c4nderungen von Geisterhand, sondern von Konkurrenten, die &#8211; wie auch immer &#8211; Zugriff auf Ihre Daten erhielten und die Produkte umsortierten. Das forciert zuhauf schlechte Bewertungen und das wiederum kann zu tempor\u00e4rer Sperrung des Amazon-Accounts f\u00fchren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>5. Unpassende Google Ads f\u00fcr Mitbewerber schalten<\/h2>\n<p>\u00c4hnlich unangenehm: Wenn Amazon-Seller Google Ads f\u00fcr das Produkt des Konkurrenten schalten und es bewusst in v\u00f6llig unpassenden Kategorien einordnen. Damit korreliert verst\u00e4ndlicherweise eine Verschlechterung der sog. <i>conversion rate<\/i> (also des Kaufs per Klick) und das wird durch den Amazon-Algorithmus abgestraft.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>6. Konkurrenzprodukt anz\u00fcnden und Bewertung mit Warnhinweisen verfassen<\/h2>\n<p>Der Ideenreichtum der Amazon-Betr\u00fcger ist beachtlich. Eine Masche ist, ein Produkt des Mitbewerbers zu bestellen, es anzuz\u00fcnden <i>(sic!)<\/i> und ein Foto vom brennenden Etwas dann der Bewertung zuzuf\u00fcgen. Wenn die schlechte Bewertung dann mit genauer Artikelbezeichnung und auffallend vielen warnenden Keywords wie etwa &#8220;Achtung!&#8221;, &#8220;gef\u00e4hrlich&#8221;, &#8220;f\u00e4ngt Feuer&#8221;, &#8220;Explosionsgefahr&#8221; garniert wird, ist die Sperre durch Amazon nicht weit. Bei Sicherheitsm\u00e4ngeln reagiert das Unternehmen \u00e4u\u00dferst empfindlich.<\/p>\n<h2>7. Nachbau erfolgreicher Produkte<\/h2>\n<p>Leider muss man auf Amazon auch mit F\u00e4lschungen rechnen. Mit Hilfe von bestimmten Werkzeugen\u00a0filtern betr\u00fcgerische Amazon-Seller die meistverkauften Produkte heraus und kopieren sie. Diese billigen Kopien werden dann zu Preisen weit unterhalb des Originalprodukts verkauft. So sichern sich die Betr\u00fcger auf Amazon die begehrte <i>Buy Box<\/i>. Wenn der Original-H\u00e4ndler das entdeckt, muss er sich einem z\u00e4hen Beschwerdeverfahren bei Amazon aussetzen, das am Ende aber dann doch nicht viel bringt, denn diese Masche nutzen viele Betr\u00fcger auf Amazon und wenn der eine enttarnt ist, steht der n\u00e4chste F\u00e4lscher schon in den Startl\u00f6chern.<\/p>\n<h2>8. Kauf des Originalprodukts,Zur\u00fcckschicken der F\u00e4lschung<\/h2>\n<p>Der betr\u00fcgerische Seller kauft ein Produkt einer bestimmten Marke des Konkurrenten, reklamiert es und schickt ein Plagiat zur\u00fcck. Gegen\u00fcber Amazon behauptet er, eine F\u00e4lschung erhalten zu haben. Oder aber er l\u00e4sst sich entsprechend negativ in den Bewertungen aus.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>9. Forcieren einer Account-Sperrung des Konkurrenten<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h2>\n<p>Das Melden angeblicher F\u00e4lschungen oder Markenrechtsverletzungen ist f\u00fcr die Betr\u00fcger auf Amazon daher so ein wirksames Mittel, weil Amazon mit der Sperrung nicht lang fackelt. Zur Kl\u00e4rung derartiger Konflikte verweisen die Amazon-Mitarbeiter dann teils schlicht auf den Markeninhaber. Erst wenn dieser gr\u00fcnes Licht gibt, wird entsperrt. Insofern sind die v\u00f6llig unschuldigen Seller pl\u00f6tzlich nicht nur zu Unrecht gesperrt, sondern f\u00fcr die Entsperrung dann auch noch vom Gutd\u00fcnken Dritter abh\u00e4ngig. Das ist nat\u00fcrlich ein GAU f\u00fcr viele Amazon-H\u00e4ndler, weil sie sich mit ihren Verkaufsaktivit\u00e4ten vollends auf Amazon verlassen. So eine tagelange Sperrung im Vorweihnachtsgesch\u00e4ft kostet schnell mehrere Tausend Euro.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>10. Erpressung<\/h2>\n<p>Doch nicht immer geht es derart subtil zu. Mittlerweile kommt auch offene Erpressung vor. Manch H\u00e4ndler wird aus heiterem Himmel wegen angeblicher F\u00e4lschungen von Amazon gesperrt, versucht noch, die Hintergr\u00fcnde herauszufinden, da erh\u00e4lt er schon eine auf Chinesisch verfasste E-Mail mit der Aufforderung, gewisse Produkte nicht mehr zu verkaufen. Ganz offen wird damit gedroht, dass sonst Mittel und Wege gefunden w\u00fcrden, seinen Shop dicht zu machen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>11. Bestellung und Storno &#8211; Hundertfach!<\/h2>\n<p>Betr\u00fcger bestellen Hunderte von Artikeln, die sie direktemang wieder stornieren. Dies f\u00e4llt Amazon auf und f\u00fchrte zuweilen bereits zur Kontensperrung.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>12. Datenschutzprobleme bei Amazon<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/datenschutzrecht\/eu-prueft-datennutzung-von-amazon-verdacht-auf-marktmissbrauch\">Amazon hat ein Datenschutzproblem<\/a> und ger\u00e4t daher zunehmend in die Kritik. Es geht sogar so weit, dass Mitarbeiter im Verdacht stehen, <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/taetigkeitsfelder\/datenschutzrecht\">Daten<\/a> von H\u00e4ndlern an Dritte verkauft zu haben. Wenn jedoch die Illoyalit\u00e4t und Bestechlichkeit einzelner Amazon-Mitarbeiter bef\u00fcrchtet werden muss, ist dem Missbrauch T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Amazon ist nach wie vor eine gro\u00dfartige Verkaufsplattform, doch derartige Wildwest-Methoden m\u00fcssen Sie sich nicht bieten lassen. Problembewusstsein und <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/taetigkeitsfelder\/amazon-de-marketplace-verkaeuferkonto-entsperren\">Vorbeugung<\/a> sind wichtig.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Ihre Artikel samt Bezeichnungen, Bewertungen und Bildern sollten Sie regelm\u00e4\u00dfig auf ungewollte \u00c4nderungen pr\u00fcfen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/li>\n<li>Die eigene <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/taetigkeitsfelder\/markenrecht\">Marke<\/a> sollte gut auf den Artikeln erkennbar sein, um das Kopieren zu erschweren. Die Eigenmarke sollte man nicht nur beim <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/taetigkeitsfelder\/markenrecht\/dpma\">DPMA<\/a>, sondern zus\u00e4tzlich bei Amazon selbst registrieren lassen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/li>\n<li>Schlu\u00dfendlich sollte man sich aber auch nicht nur auf Amazon als einzige Verkaufsplattform verlassen, weil man sich sonst in mehrfacher Hinsicht in eine Abh\u00e4ngigkeit begibt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amazon. Noch vor einigen Jahren schien der Marktplatz der heilige Gral zu sein. Viele Profi-H\u00e4ndler und Einzelpersonen witterten im E-Commerce in Kombination mit &#8220;Amazon FBA&#8221; das gro\u00dfe Geld und tats\u00e4chlich war es f\u00fcr einige Seller eine Gelddruckmaschine.\u00a0 Doch der Wind hat sich gedreht. 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