{"id":49882,"date":"2019-11-21T06:28:11","date_gmt":"2019-11-21T05:28:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=49882"},"modified":"2019-11-21T02:28:56","modified_gmt":"2019-11-21T01:28:56","slug":"klage-statt-lottogewinn-johnsonjohnson-zu-schadensersatz-in-milliardenhoehe-verurteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/klage-statt-lottogewinn-johnsonjohnson-zu-schadensersatz-in-milliardenhoehe-verurteilt\/","title":{"rendered":"Klage statt Lottogewinn \u2013 Johnson &#038; Johnson zu Schadensersatz in Milliardenh\u00f6he verurteilt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_49886\" aria-describedby=\"caption-attachment-49886\" style=\"width: 342px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-49886\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Photo-by-Annie-Spratt-on-Unsplash-620x448.jpg\" alt=\"Schadensersatz M\u00e4nnerbr\u00fcste\" width=\"342\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Photo-by-Annie-Spratt-on-Unsplash-620x448.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Photo-by-Annie-Spratt-on-Unsplash-573x414.jpg 573w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Photo-by-Annie-Spratt-on-Unsplash-768x555.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Photo-by-Annie-Spratt-on-Unsplash-1536x1110.jpg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Photo-by-Annie-Spratt-on-Unsplash-2048x1480.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 342px) 100vw, 342px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-49886\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Annie Spratt on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p>Neulich als ich durch meinen Instagram-Feed scrollte, sah ich das Bild eines \u00fcbergewichtigen Amerikaners (Achtung: Oxymoron!), der unter einem riesigen Walmart-Schriftzug stand. Das W hing nur noch halb an der Wand. Darunter der Satz: \u201eHe\u00b4s wating for the W to come down to sue Walmart!\u201c.<\/p>\n<p>In den USA kann man gef\u00fchlt jeden und alles verklagen und bekommt irrsinnig leicht Recht. Kaffee to go zu hei\u00df? 2,7 Millionen Dollar. Du rutscht auf einer Getr\u00e4nkepf\u00fctze aus, die du selbst verursacht hast? 113.500 Dollar. Krebs durchs Rauchen? 28 Millionen Dollar. Sie sehen, die Klage kann durchaus lukrativ sein und was ist schon ein gebrochenes Stei\u00dfbein, wenn man daf\u00fcr 113.500 Dollar Entsch\u00e4digung bekommt? Wobei ich auch mit einer verbrannten Zunge f\u00fcr 2,7 Millionen Dollar ganz gut leben k\u00f6nnte.<\/p>\n<h2>Milliarden f\u00fcr Br\u00fcste<\/h2>\n<p>Der Pharmakonzern Johnson&amp;Johnson, zu dem z.B auch die in Deutschland erh\u00e4ltlichen Medikamente Dolormin oder Imodium akut z\u00e4hlen (aber auch Penaten, o.b. Tampons und Listerine Mundsp\u00fclung), wurde von einem Kl\u00e4ger in den USA nun zu einem Schadensersatz von 8 Milliarden Dollar verurteilt.<\/p>\n<p>Der Grund ist einfach wie bizarr: Dem Kl\u00e4ger wuchsen durch das Antipsychotikum \u201eRisperdal\u201c Br\u00fcste. Ich m\u00f6chte niemandem absprechen, dass diese Nebenwirkung vielleicht auch zur Zufriedenheit mancher Patienten f\u00fchrte, kann jedoch verstehen, dass der Einzelfall \u2013 in diesem Fall der Kl\u00e4ger aus Philadelphia- weniger erfreut \u00fcber diesen Umstand war. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ein Antipsychotikum zur Behandlung von beispielweise Schizophrenie, Manie oder Wahnvorstellungen verabreicht wird. Solche Krankheitsbilder werden durch das pl\u00f6tzliche Wachstum von Br\u00fcsten sicher nicht gemildert.<\/p>\n<h2>Zehntausende Klagen durch Babypuder und Opiod-Krise<\/h2>\n<p>Und diese Klage ist f\u00fcr Johnson&amp;Johnson kein Einzelfall. \u00dcber zehntausend Klagen \u00e4hnlicher Art laufen derzeit gegen den Pharma-Riesen. Suchtausl\u00f6sende Schmerzmittel, krebserregende Babypuder und die M\u00e4nnerbr\u00fcste f\u00fchren dazu, dass sich Johnson&amp;Johnson derzeit in Prozessen mit Streitwerten von mehreren Milliarden Dollar befindet.<\/p>\n<p>Man kann jetzt also statt des w\u00f6chentlichen Lottoscheins auch konsequent Johnson&amp;Johnson Produkte konsumieren und seine Chance auf ein Leben als Milliard\u00e4r damit erh\u00f6hen. Vorausgesetzt, Krebs, Br\u00fcste oder eine Opioid-Sucht klingen als Tausch nicht all zu schlecht. Ich spare mir jedenfalls in Zukunft die 3,20\u20ac f\u00fcr den Lottoschein und investiere sie gewissenhaft in Pharmazeutika von Johnson&amp;Johnson. Eine Brustvergr\u00f6\u00dferung kostet mich in der T\u00fcrkei ja schon 6.000\u20ac.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserer freien Autorin Katharina Reber. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich als ich durch meinen Instagram-Feed scrollte, sah ich das Bild eines \u00fcbergewichtigen Amerikaners (Achtung: Oxymoron!), der unter einem riesigen Walmart-Schriftzug stand. Das W hing nur noch halb an der Wand. 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