{"id":47320,"date":"2019-08-16T06:20:19","date_gmt":"2019-08-16T05:20:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=47320"},"modified":"2019-08-16T01:20:47","modified_gmt":"2019-08-16T00:20:47","slug":"facebook-spricht-deutsch-equal-goes-it-loose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/social-media-recht\/facebook-spricht-deutsch-equal-goes-it-loose\/","title":{"rendered":"Facebook spricht Deutsch? \u2013 Equal goes it loose!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_47321\" aria-describedby=\"caption-attachment-47321\" style=\"width: 381px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-47321\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Photo-by-Con-Karampelas-on-Unsplash-620x413.jpg\" alt=\"Facebook spricht kein Deutsch\" width=\"381\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Photo-by-Con-Karampelas-on-Unsplash-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Photo-by-Con-Karampelas-on-Unsplash-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Photo-by-Con-Karampelas-on-Unsplash-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 381px) 100vw, 381px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-47321\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Con Karampelas on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p>Manchmal passieren in sozialen Netzwerken komische Sachen. Da werden kleine Ampullen mit Wasser als heilbringende Energie-Elixiere f\u00fcr 99,99\u20ac das St\u00fcck verkauft, Beziehungen virtuell geschlossen und wieder beendet oder die Manieren vergessen und rumgep\u00f6belt.<\/p>\n<p>Das geht alles viel leichter in einem sozialen Netzwerk als auf der Stra\u00dfe, weil man zuhause sitzt und niemand einem eine Backpfeife geben kann. F\u00fcr Gaukler, Hetzer und alle anderen Dummk\u00f6pfe ist gerade Facebook der ideale N\u00e4hrboden f\u00fcr die Irrsinns-Saat, die verstreut werden und t\u00fcchtig wachsen will.<\/p>\n<p>Das alles irgendwie im Zaum zu halten, gestaltet sich nat\u00fcrlich schwierig, ist aber leider der saure Apfel, in den man bei\u00dfen muss, wenn man Milliarden verdienen will. Tragisch.<\/p>\n<p>Und so begab es sich, dass tats\u00e4chlich jemand auf die Idee kam, einen unsch\u00f6nen Kommentar in die Weiten des Internets zu werfen. Der Empf\u00e4nger machte kurzen Prozess. Er meldete den Kommentar. Der Kommentar wurde seitens des sozialen Netzwerks gel\u00f6scht und der Kommentargeber gesperrt. Der Kommentargeber war aber gar nicht einverstanden damit, nun einfach ausgeschlossen worden zu sein. Intolerante Querulanten mit Intoleranz bestrafen? Wo kommen wir denn dahin?<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2>German Schriftst\u00fccke bearbeiten \u2013 das geht zu far. <strong><br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Um die Blockierung aufzuheben, reichte der Kommentargeber einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verf\u00fcgung gegen das soziale Netzwerk am Landgericht K\u00f6ln ein. Die Richter am Landgericht wiesen den Antrag jedoch zur\u00fcck. Letzten Endes landete der Fall bei den Richtern des Oberlandesgericht K\u00f6ln, die anordneten, dass keine Entscheidung ergehen soll, ohne dass dem sozialen Netzwerk im Rahmen des schriftlichen Verfahrens rechtliches Geh\u00f6r gew\u00e4hrt wird. Dem sozialen Netzwerk, das bisher von seinem \u201eGl\u00fcck\u201c, Partei dieses Verfahrens zu sein, nichts wusste, sollte der Beschluss des LG K\u00f6ln sowie diverse Schriftst\u00fccke nach Irland zugestellt werden.<\/p>\n<p>So weit, so gut. Der R\u00fcckschein des ersten Zustellversuchs erreichte das Gericht jedoch nicht. Im Rahmen des zweiten Zustellversuchs erreichten die Dokumente dann schlussendlich doch das soziale Netzwerk in Irland. Nur leider nicht auf Englisch, sondern auf Deutsch. Und es ist wirklich zu viel verlangt, wenn man als Betreiber einer deutschsprachigen Plattform auch deutschsprachige Schriftst\u00fccke annimmt. Also das kann ja wirklich niemand verlangen.<\/p>\n<p>Sorry, but we don\u2018t speak german. Na is kla. So arbeite ich in Zukunft auch. Wenn mein Chef in mein B\u00fcro kommt, und eine unangenehme Aufgabe f\u00fcr mich hat, gucke ich ihn nur fragend an und sage nach mehrfacher R\u00fcckfrage einfach: \u201cSorry, I don\u2018t speak german.\u201c Ich arbeite in Deutschland \u2013 ok. Und mein Arbeitsgegenstand ist deutsch \u2013 fair enough. Aber dann auch deutsche Dokumente akzeptieren? Nein nein. Das geht zu far. Like!<\/p>\n<p>Mit dieser fragw\u00fcrdigen Methode versucht Facebook, sich eine Menge Arbeit vom Hals zu halten. Gen\u00fctzt hat es in dem vorliegenden Verfahren jedoch nicht. Immerhin. (OLG K\u00f6ln, Beschluss v. 09.05.2019, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=15%20W%2070\/18\" title=\"15 W 70\/18 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">15 W 70\/18<\/a>)<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserer freien Autorin Katharina Reber. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal passieren in sozialen Netzwerken komische Sachen. Da werden kleine Ampullen mit Wasser als heilbringende Energie-Elixiere f\u00fcr 99,99\u20ac das St\u00fcck verkauft, Beziehungen virtuell geschlossen und wieder beendet oder die Manieren vergessen und rumgep\u00f6belt. 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