{"id":45549,"date":"2019-05-21T06:37:29","date_gmt":"2019-05-21T05:37:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=45549"},"modified":"2022-07-14T19:01:59","modified_gmt":"2022-07-14T17:01:59","slug":"bgh-legt-frage-ueber-pflicht-zum-schutz-vor-framing-dem-eugh-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/bgh-legt-frage-ueber-pflicht-zum-schutz-vor-framing-dem-eugh-vor\/","title":{"rendered":"BGH legt Frage \u00fcber Pflicht zum Schutz vor Framing dem EuGH vor"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_45550\" aria-describedby=\"caption-attachment-45550\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-45550 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Fotolia_250008655_XS.jpg\" alt=\"BGH legt Frage \u00fcber Pflicht zum Schutz vor Framing dem EuGH vor\" width=\"424\" height=\"283\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45550\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Florian Bauer \u2013 Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Die mit Spannung erwartete Beantwortung der Frage, ob eine Verwertungsgesellschaft den Abschluss eines Vertrages \u00fcber die Nutzung von digitalisierten urheberrechtlich gesch\u00fctzten Werken im Internet davon abh\u00e4ngig machen darf, dass der Nutzer f\u00fcr einen \u201eFramingschutz\u201c sorgt, hat der BGH zun\u00e4chst nicht selbst entschieden. <\/em><\/p>\n<p><em>Stattdessen rief er den Europ\u00e4ischen Gerichtshof an (BGH, Beschluss v. 25.4.2019, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20113\/18\" title=\"I ZR 113\/18 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">I ZR 113\/18<\/a>).<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Klage hatte in der ersten Instanz die Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz als Tr\u00e4gerin der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) eingereicht, der folgender Sachverhalt zugrunde liegt: Auf der Internetseite der Bibliothek sind digitalisierte Best\u00e4nde von Webportalen von deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen durch Links abrufbar. Gespeichert werden Vorschaubilder von den Werken, von denen einige urheberrechtlich gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<h2>Nutzungsvertrag wurde unter die Pr\u00e4misse eines \u201eFramingschutzes\u201c gestellt<\/h2>\n<p>Als die Stiftung einen Vertrag mit der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst schlie\u00dfen wollte, um ein Nutzungsrecht von Werken zu erlangen, deren urheberrechtlichen Befugnisse der ihr angeschlossenen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/urheber-und-designrecht-2\">Urheber<\/a> diese wahrnimmt, stellte die Verwertungsgesellschaft den Vertragsschluss unter eine Pr\u00e4misse: Die DDB sollte Abbildungen mit einer wirksamen technischen Ma\u00dfnahme zum Schutz gegen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/framing-technik\">Framing<\/a> versehen.<\/p>\n<p>Gegen diese Bedingung erhob die Stiftung Klage vor dem Landgericht Berlin &#8211; zun\u00e4chst erfolglos. (LG Berlin, Urteil v. 25.7.2017, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=15%20O%20251\/16\" title=\"LG Berlin, 25.07.2017 - 15 O 251\/16\">15 O 251\/16<\/a>) Sodann entschied das Kammergericht jedoch zweitinstanzlich zugunsten der Bibliothek. Es k\u00f6nne kein \u201eFramingschutz\u201c verlangt werden (KG Berlin, Urteil v. 18.6.2018, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=24%20U%20146\/17\" title=\"KG, 18.06.2018 - 24 U 146\/17: Framingschutz - Urheberrechtsschutz in digitalen Bibliotheken: Pf...\">24 U 146\/17<\/a>). Das Berufungsgericht lie\u00df allerdings die Revision zu.<\/p>\n<p>N\u00e4her berichteten wir in unserem Beitrag:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/urheberrecht\/darf-die-vg-bild-kunst-lizenzierung-von-framingschutz-abhaengig-machen\">Darf die VG Bild-Kunst Lizenzierung von \u00bbFramingschutz\u00ab abh\u00e4ngig machen?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Vorliegen einer \u00f6ffentlichen Wiedergabe im Sinne des Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001\/29\/EG<\/h2>\n<p>Bei der von dem EuGH zu kl\u00e4renden Frage wird es nun um die Auslegung der InfoSoc-Richtlinien (2001\/29\/EG) und &#8211; wie aus der Pressemitteilung hervorgeht &#8211; darum gehen,<\/p>\n<blockquote><p><a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;Datum=Aktuell&amp;Sort=3&amp;anz=533&amp;pos=0&amp;nr=94899&amp;linked=pm&amp;Blank=1\">\u201eob die Einbettung eines mit Einwilligung des Rechtsinhabers auf einer frei zug\u00e4nglichen Internetseite verf\u00fcgbaren Werks in die Internetseite eines Dritten im Wege des Framing eine \u00f6ffentliche Wiedergabe des Werks im Sinne des Art.3 Abs. 1 der Richtlinie 2001\/29\/EG darstellt, wenn sie unter Umgehung von Schutzma\u00dfnahmen gegen Framing erfolgt, die der Rechtsinhaber getroffen oder veranlasst hat.\u201c<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Denn die VG Bild-Kunst sei als Verwertungsgesellschaft nach \u00a7 34 Abs. 1 Satz 1 des Verwertungsgesellschaftengesetzes zwar verpflichtet, aufgrund der von ihr wahrgenommenen Rechte jedermann auf Verlangen zu angemessenen Bedingungen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/einfaches-nutzungsrecht\">Nutzungsrechte<\/a> einzur\u00e4umen. Allerdings m\u00fcsse die VG Bild-Kunst auf der anderen Seite die Rechte der ihr angeschlossenen Urheber wahrnehmen und durchsetzen.<\/p>\n<h2>BGH zweifelt an der Verletzung von Urheberrechten<\/h2>\n<p>Deswegen sei laut BGH m\u00f6glich, dass die VG Bild-Kunst als Vertragsbedingung einen \u201eFramingschutz\u201c verlangen k\u00f6nne. Dies w\u00fcrde aber voraussetzen, dass das aufgrund einer Umgehung der Schutzma\u00dfnahmen m\u00f6gliches Framing das Recht der Urheber zur \u00f6ffentlichen Wiedergabe ihrer Werke verletze. Dies sei laut BGH zweifelhaft. Diese Frage wird somit der EuGH zu kl\u00e4ren und vorl\u00e4ufig zu entscheiden haben.<\/p>\n<p>Im Ergebnis werden das Interesse der \u00d6ffentlichkeit, ohne gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten und Kosten an Abbildungen zu gelangen und das Interesse von Urhebern an finanziellem Ausgleich und deren Rechten an Werken abgewogen und ein angemessener Mittelweg gefunden werden m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mit Spannung erwartete Beantwortung der Frage, ob eine Verwertungsgesellschaft den Abschluss eines Vertrages \u00fcber die Nutzung von digitalisierten urheberrechtlich gesch\u00fctzten Werken im Internet davon abh\u00e4ngig machen darf, dass der Nutzer f\u00fcr einen \u201eFramingschutz\u201c sorgt, hat der BGH zun\u00e4chst nicht selbst entschieden. Stattdessen rief er den Europ\u00e4ischen Gerichtshof an (BGH, Beschluss v. 25.4.2019, Az. 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