{"id":45103,"date":"2019-04-26T06:02:36","date_gmt":"2019-04-26T05:02:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=45103"},"modified":"2022-07-14T18:48:09","modified_gmt":"2022-07-14T16:48:09","slug":"verfahren-gehen-carlsberg-brauerei-im-bierkartellprozess-eingestellt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/verfahren-gehen-carlsberg-brauerei-im-bierkartellprozess-eingestellt-2\/","title":{"rendered":"Einspruch hat Erfolg \u2013 Brauerei Carlsberg bleibt wegen Verj\u00e4hrung verschont"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_45105\" aria-describedby=\"caption-attachment-45105\" style=\"width: 376px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-45105 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Fotolia_87912992_XS.jpg\" alt=\"Verfahren gehen Carlsberg Brauerei im Bierkartellprozess eingestellt\" width=\"376\" height=\"233\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45105\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 mhp \u2013 fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Gerade nochmal gut gegangen f\u00fcr Carlsberg: Die Bierbrauerei hatte bei ihrem Einspruch gegen ein vom <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/kartellrecht\">Bundeskartellamt<\/a> verh\u00e4ngtes Bu\u00dfgeld in H\u00f6he von 62 Millionen Euro\u00a0wegen unerlaubter Preisabsprachen hoch gepokert. <\/em><\/p>\n<p><em>Die Verj\u00e4hrung der Vorw\u00fcrfe spielte ihr bei der Entscheidung des Oberlandesgerichts D\u00fcsseldorf nun in die Karten &#8211; die Geldstrafe bleibt wohl g\u00e4nzlich aus.<\/em><\/p>\n<h2>Die Strafe h\u00e4tte sich vervierfacht<\/h2>\n<p>Eine Strafe in H\u00f6he von 62 Millionen Euro hatten die Wettbewerbsh\u00fcter f\u00fcr das Unternehmen festgelegt, das unerlaubt Preisabsprachen mit anderen Brauereien get\u00e4tigt haben soll. Nach dem Widerspruch von Carlsberg forderte die Generalstaatsanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht eine Erh\u00f6hung der Strafe auf 250 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Das Gericht stellte das Verfahren jedoch \u00fcberraschend wegen Verj\u00e4hrung ein (OLG D\u00fcsseldorf, Urteil v. 05.04.2019, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=V-4%20Kart%202\/16\" title=\"OLG D&uuml;sseldorf, 03.04.2019 - 4 Kart 2\/16: Einspruch hat Erfolg - Brauerei Carlsberg bleibt wege...\">V-4 Kart 2\/16<\/a>). Laut Medienberichten wurde zwar der \u201eVersuch einer Preisabsprache\u201c festgestellt. Da die Vorw\u00fcrfe sich jedoch auf Handlungen aus dem Jahre 2007 bezogen und es keine Anzeichen gegeben haben soll, die auf sp\u00e4tere Absprachen schlie\u00dfen lassen, habe nicht weiter am Verfahren festgehalten werden k\u00f6nnen. 2017 sei bereits die absolute Verj\u00e4hrung eingetreten.<\/p>\n<h2>Zum \u00c4rger von Radeberger<\/h2>\n<p>F\u00fcr Carlsberg ein Grund zum Ansto\u00dfen. Radeberger hingegen wird wohl bedauern, es der d\u00e4nischen Brauerei nicht gleich getan zu haben. Erstere hatten nach den gleichen kartellrechtlichen Vorw\u00fcrfen ebenfalls Einspruch vor dem Oberlandesgericht eingelegt. Ohne Schuld zu bekennen wurde dieser wegen zu gro\u00dfer finanzieller Risiken jedoch einen Tag vor Prozessauftakt zur\u00fcckgezogen und Radeberger zahlte das geforderte Bu\u00dfgeld in H\u00f6he von 160 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Radeberger war eine von elf Brauereien, die aufgrund von Preisabsprachevorw\u00fcrfen 2012, neben einem Verband und 14 pers\u00f6nlich Verantwortlichen, Bu\u00dfgelder kassierten. Die meisten stimmten jedoch direkt einer einvernehmlichen Verfahrensbeendigung zu. Nur der Braukonzern AB Inbev kam als Kronzeuge ungeschoren davon. Genauer berichteten wir bereits im folgenden Artikel:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht\/bierkartell-prozessbeginn-am-oberlandesgericht-duesseldorf\">Prozessbeginn am Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf zum mutma\u00dflichen Bierkartell: Freibier f\u00fcr alle?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Wird das Urteil Bestand haben?<\/h2>\n<p>Um die Bestandskraft zu verhindern, konnte die Staatsanwaltschaft D\u00fcsseldorf binnen einer Woche Rechtsbeschwerde einlegen. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung habe ein Sprecher ihnen gegen\u00fcber bekundet, eine Beschwerde sei sehr wahrscheinlich. Dann w\u00fcrde sich bald der Bundesgerichtshof mit dem Fall auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dem etwaigen Darlegen von <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/schadensersatz\">Schadensersatzanspr\u00fcchen<\/a>, die Gro\u00df- und Einzelh\u00e4ndler sowie Gastronomen unter Umst\u00e4nden wegen Kartellrechtsverst\u00f6\u00dfen zustehen k\u00f6nnten, wird die Entscheidung eher nicht weiterhelfen, um einen Anspruch zu begr\u00fcnden. Insbesondere wenn im Verfahren lediglich ein Versuch nachgewiesen werden konnte, gilt das m\u00f6glicherweise ebenso f\u00fcr die Unternehmen, die ihre vom Kartellamt verh\u00e4ngten Strafen bereits gezahlt haben.<\/p>\n<p>Die schriftliche Urteilsbegr\u00fcndung des Gerichts ist jedoch noch abzuwarten. Erst mit ihr k\u00f6nnen die Gr\u00fcnde der Verj\u00e4hrung eingesch\u00e4tzt und die Entscheidung bewertet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade nochmal gut gegangen f\u00fcr Carlsberg: Die Bierbrauerei hatte bei ihrem Einspruch gegen ein vom Bundeskartellamt verh\u00e4ngtes Bu\u00dfgeld in H\u00f6he von 62 Millionen Euro\u00a0wegen unerlaubter Preisabsprachen hoch gepokert. Die Verj\u00e4hrung der Vorw\u00fcrfe spielte ihr bei der Entscheidung des Oberlandesgerichts D\u00fcsseldorf nun in die Karten &#8211; die Geldstrafe bleibt wohl g\u00e4nzlich aus. 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