{"id":450,"date":"2008-10-22T20:04:19","date_gmt":"2008-10-22T18:04:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=450"},"modified":"2017-03-13T01:10:51","modified_gmt":"2017-03-13T00:10:51","slug":"olg-hamm-keine-spitzenstellungswerbung-durch-fuhrung-der-domain-anwaltskanzlei-xxxde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/olg-hamm-keine-spitzenstellungswerbung-durch-fuhrung-der-domain-anwaltskanzlei-xxxde\/","title":{"rendered":"OLG Hamm: Keine Spitzenstellungswerbung durch F\u00fchrung der Domain &quot;anwaltskanzlei-xxx.de&quot;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Das Oberlandesgericht Hamm hat mit Urteil vom 19.06.2008 (<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/317\/5\/2\">OLG Hamm, Urteil v. 19.06.2008, Az. 4 U 63\/08)<\/a> entschieden, dass die F\u00fchrung der Internetdomain &#8220;anwaltskanzlei-xxx.de&#8221; (xxx = Ortsname E.) nicht unlauter im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/3.html\" title=\"&sect; 3 UWG: Verbot unlauterer gesch&auml;ftlicher Handlungen\">\u00a7 3 UWG<\/a> ist. Geklagt hatte eine Anwaltskanzlei in E. gegen eine ebenfalls in E. ans\u00e4ssige Kanzlei. Eine Irref\u00fchrung in Form einer Spitzenstellungswerbung liege nicht vor, da hierdurch nicht suggeriert werde, dass dieser Kanzlei eine Spitzenstellung unter den in E. ans\u00e4ssigen Rechtsanw\u00e4lten zukomme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zun\u00e4chst sei der Umstand, dass die fragliche Domain nur einmal vergeben werden kann und dies selbst vor dem Hintergrund, dass die Bezeichnungen f\u00fcr eine Rechtsanwaltskanzlei naturgem\u00e4\u00df beschr\u00e4nkt sei, unbeachtlich und f\u00fchre nicht zu einer irref\u00fchrenden Bewertung.\u00a0 So hat auch der Bundesgerichtshof in seiner Domain-Entscheidung &#8220;rechtsanw\u00e4lte-notar.de&#8221; argumentiert. Der Verkehr wisse, dass es in der Regel mehrere ortsans\u00e4ssige Kanzleien gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch die Zielrichtung der Vorteilserlangung durch diese Domainregistrierung kann nicht per se als wettbewerbswidrig gewertet werden. Grunds\u00e4tzlich gilt bei der Registrierung der Priorit\u00e4tsgrundsatz gem\u00e4\u00df dem Motto &#8220;first come first served&#8221;. Die M\u00f6glichkeit einer Umleitung von potentiellen Mandanten sieht das OLG Hamm jedenfalls in dieser Entscheidung als nicht unlauter an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aus der konkret gew\u00e4hlten Begrifflichkeit ergibt sich auch keine Spitzenstellungsbehauptung. Diese setzt zumindest die Verwendung eines bestimmten Artikels voraus oder eines entsprechenden Zusatzes, der eine Hervorhebung des Domainnamens bzw. -inhabers begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">Interessant an dieser Entscheidung ist, dass damit die Argumentation aus dem einschneidenden Urteil des OLG Hamm &#8220;Tauchschule Dortmund&#8221; (OLG Hamm, Urteil vom 18.03.2003, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=4%20U%2014\/03\" title=\"OLG Hamm, 18.03.2003 - 4 U 14\/03: Tauchschule-dortmund.de\">4 U 14\/03<\/a>) wieder aufgegeben wird, wonach bereits die blo\u00dfe Verkn\u00fcpfung eines Gattungsbegriffs mit einem Ortsnamen eine unlautere Spitzenstellungbehauptung darstelle. (nh) <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/317\/5\/2\">Zum Urteil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht Hamm hat mit Urteil vom 19.06.2008 (OLG Hamm, Urteil v. 19.06.2008, Az. 4 U 63\/08) entschieden, dass die F\u00fchrung der Internetdomain &#8220;anwaltskanzlei-xxx.de&#8221; (xxx = Ortsname E.) nicht unlauter im Sinne des \u00a7 3 UWG ist. Geklagt hatte eine Anwaltskanzlei in E. gegen eine ebenfalls in E. ans\u00e4ssige Kanzlei. 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