{"id":4397,"date":"2008-12-16T20:43:53","date_gmt":"2008-12-16T18:43:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=579"},"modified":"2008-12-16T20:43:53","modified_gmt":"2008-12-16T18:43:53","slug":"quo-vadis-datenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/quo-vadis-datenschutz\/","title":{"rendered":"Quo vadis Datenschutz?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Die scheinbar stark zunehmenden aktuellen F\u00e4lle von Datenmissbrauch &#8211; zuletzt der <a title=\"Spiegel online\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,596227,00.html\">Kreditkartenskandal<\/a> bei der Landesbank Berlin -, haben die Bundesregierung auf den Plan gerufen. Bei diesem j\u00fcngsten Missbrauchsfall wurden laut Medienberichten die Kreditkartendaten von Zehntausenden Kunden ausgesp\u00e4ht, die unter anderem pers\u00f6nliche Angaben wie Adresse, Kontonummer und \u00dcberweisungsdaten enthalten. Die Regierung plant nun den Datenschutz per Gesetz zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das neue Datenschutzgesetz, dessen Regierungsentwurf bereits vom Bundeskabinett verabschiedet wurde und voraussichtlich Mitte 2009 in Kraft treten wird, sieht unter anderem folgende &#8220;Neuerungen&#8221; vor:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Die Weitergabe pers\u00f6nlicher Daten, einschlie\u00dflich Datenlisten, wird ohne ausdr\u00fcckliche Zustimmung der Betroffenen unzul\u00e4ssig sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei dieser Regelung ist tats\u00e4chlich neu, dass Datenlisten, die bislang vom sogenannten &#8220;Listenprivileg&#8221; erfasst waren, nun auch unter dem Vorbehalt der ausdr\u00fccklichen Zustimmung des Betroffenen stehen. Gem\u00e4\u00df <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bdsg_1990\/__28.html\">\u00a7 28 Abs. 3. Nr. 3 BDSG<\/a> konnten bislang Datenlisten, d.h. listenm\u00e4\u00dfig zusammengefasste Daten von Personengruppen, nachtr\u00e4glich zum Zwecke der Werbung oder \u00e4hnlichem an Dritte weitergegeben werden, wenn keine schutzw\u00fcrdigen Belange des Betroffenen dadurch verletzt werden. Diese bisherige Regelung diente bislang auch als &#8220;Hintert\u00fcr&#8221; f\u00fcr den Datenhandel. Das Listenprivileg soll zuk\u00fcnftig nur noch f\u00fcr Eigen- oder Spendenwerbung oder bei Werbung von Freiberuflern bzw. Selbst\u00e4ndigen gelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Weitere geplante \u00c4nderungen sind:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Zuk\u00fcnftig sollen Bu\u00dfgelder von bis zu 300.000 EUR verh\u00e4ngt werden (Obergrenze bisher: 250.000 EUR);<\/li>\n<li>ein sogenanntes freiwilliges &#8220;Datenschutz-Audit&#8221; wird eingef\u00fchrt; bei regelm\u00e4\u00dfiger Kontrolle wird ein &#8220;G\u00fctesiegel&#8221; vergeben;<\/li>\n<li>der betriebliche Datenschutzbeauftragte soll K\u00fcndigungsschutz erhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch nach diesem Gesetzentwurf d\u00fcrfen Adressdaten aus allgemein zug\u00e4nglichen Quellen nach wie vor f\u00fcr Werbezwecke genutzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unserer Ansicht nach handelt es sich bei diesen geplanten Gesetzes\u00e4nderungen nicht wirklich um &#8220;Neuerungen&#8221;. \u00dcberdies enthalten die bislang geltenden Schutzvorschriften des Bundesdatenschutz- oder Telemediengesetzes bereits gen\u00fcgend Bestimmungen, Ma\u00dfnahmen und Sanktionen, die einen Datenmissbrauch verbieten bzw. sanktionieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es fehlt unseres Erachtens aber eben gerade h\u00e4ufig an der konsequenten Umsetzung bzw. Durchsetzung der gesetzlichen Vorschriften. (nh)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die scheinbar stark zunehmenden aktuellen F\u00e4lle von Datenmissbrauch &#8211; zuletzt der Kreditkartenskandal bei der Landesbank Berlin -, haben die Bundesregierung auf den Plan gerufen. Bei diesem j\u00fcngsten Missbrauchsfall wurden laut Medienberichten die Kreditkartendaten von Zehntausenden Kunden ausgesp\u00e4ht, die unter anderem pers\u00f6nliche Angaben wie Adresse, Kontonummer und \u00dcberweisungsdaten enthalten. 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