{"id":43740,"date":"2019-02-21T07:08:56","date_gmt":"2019-02-21T06:08:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=43740"},"modified":"2019-02-24T10:27:01","modified_gmt":"2019-02-24T09:27:01","slug":"lg-wiesbaden-eindeutig-wer-seine-produkte-mit-product-winner-oder-best-product-anpreist-der-wirbt-mit-testergebnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/lg-wiesbaden-eindeutig-wer-seine-produkte-mit-product-winner-oder-best-product-anpreist-der-wirbt-mit-testergebnissen\/","title":{"rendered":"LG Wiesbaden eindeutig: Wer seine Produkte mit \u201eproduct winner\u201c oder \u201ebest product\u201c anpreist, der wirbt mit Testergebnissen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_43815\" aria-describedby=\"caption-attachment-43815\" style=\"width: 421px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-43815 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fotolia_228453052_XS.jpg\" alt=\"product winner best product\" width=\"421\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fotolia_228453052_XS.jpg 421w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fotolia_228453052_XS-90x61.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 421px) 100vw, 421px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43815\" class=\"wp-caption-text\">Photo by BillionPhotos.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Bei Werbung mit Testergebnissen gelten die Gebote der Transparenz, der Sachlichkeit, Vollst\u00e4ndigkeit, Aktualit\u00e4t und Wahrheit. <\/em><\/p>\n<p><em>Insbesondere gilt der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/werbung-mit-testergebnissen-ohne-fundstelle-unzulassig\">Grundsatz der Fundstellenangabe<\/a>, wodurch Bewertungskriterien nachvollziehbar werden. Diese Anforderung erstreckt das LG Wiesbaden auch auf Anpreisungen wie \u201eproduct winner\u201c oder \u201ebest product\u201c.<\/em><\/p>\n<h2>Werbung mit Testergebnissen<\/h2>\n<p>Die Werbung mit Testergebnissen ist beliebt und bietet beidseitige Vorteile: Der Werbende kann auf besondere Qualit\u00e4ten seiner Produkte hinweisen und besondere Verdienste hervorheben. Demgegen\u00fcber erkennt der Verbraucher die besonderen Eigenschaften des Produkts und kann es in ein Verh\u00e4ltnis zu anderen setzen.<\/p>\n<p>Zum Schutz vor Missbrauch werden an die Werbung mit Testergebnissen besondere Rahmenbedingungen gekn\u00fcpft. So darf der Werbende keine falschen Angaben machen, er muss die Testergebnisse dem Verbraucher <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht\/verlinkungspflicht-bei-werbung-mit-testergebnissen\">leicht zug\u00e4nglich machen<\/a>, unliebsame Angaben d\u00fcrfen nicht weggelassen und der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/werbung-mit-alteren-testergebnissen-der-stiftung-warentest\">Zeitpunkt des Tests<\/a>\u00a0muss angegeben werden.<\/p>\n<h2>Das Urteil<\/h2>\n<p>Der Beklagte reklamierte Produkte seiner Internetseite als \u201eproduct winner\u201c und \u201ebest product\u201c. Dabei kl\u00e4rte er die Verbraucher aber nicht dar\u00fcber auf, unter welchen Umst\u00e4nden das Produkt zum &#8220;Besten\u201c wurde. So waren die f\u00fcr den Verbraucher ma\u00dfgeblichen Bewertungskriterien nicht nachvollziehbar, weder durch eine Verlinkung noch durch einen sonstigen Nachweis.<\/p>\n<p>Eine derartige Bezeichnung versto\u00dfe gegen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/5a.html\" title=\"&sect; 5a UWG: Irref&uuml;hrung durch Unterlassen\">\u00a7 5a UWG<\/a> und sei deshalb unzul\u00e4ssig, urteilte das Landgericht Wiesbaden (LG Wiesbaden, Urteil v. 10.10.2018, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=12%20O%2029\/18\" title=\"12 O 29\/18 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">12 O 29\/18<\/a>). Auch Produktbezeichnungen wie \u201eproduct winner\u201c und \u201ebest product\u201c stellten Testergebnisse dar. Insofern habe der Werbende die dazu aufgestellten Grunds\u00e4tze, insbesondere den Grundsatz des Fundstellennachweises zu achten. Sorge der Werbende nicht daf\u00fcr, dass der Verbraucher durch wenig Aufwand die f\u00fcr das Testergebnis ausschlaggebenden Informationen erhalte, stelle dies eine unzul\u00e4ssige Irref\u00fchrung dar.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die Anpreisung von Produkten mit Testergebnissen ist f\u00fcr Kaufentscheidungen nicht selten das Z\u00fcnglein an der Waage. Deshalb hat der Werbende aus Gr\u00fcnden der Transparenz die wesentlichen Beurteilungskriterien mit einer Fundstelle zug\u00e4nglich zu machen. Nach der Entscheidung des LG Wiesbaden haben nun auch Angaben wie \u201eproduct winner\u201c oder \u201ebest product\u201c diesen Anforderungen zu entsprechen. Dies liegt auf der Hand: Die Anpreisung von Produkten als \u201edas Beste\u201c suggeriert den Eindruck, der Angabe liege ein objektiver Vergleich mehrerer Produkte zugrunde. Dabei m\u00fcssen weiterf\u00fchrende Informationen bereitgestellt werden, da anderenfalls nicht nachvollziehbar ist, wie das Produkt im Verh\u00e4ltnis zu anderen abgeschnitten hat.<\/p>\n<p>Fehlende Verweise k\u00f6nnen in die Irre f\u00fchren: Es wird nicht ersichtlich, ob das Produkt tats\u00e4chlich anhand <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht\/werbung-award-fundstelle\">objektiver Kriterien<\/a>\u00a0zum \u201eBesten\u201c gek\u00fcrt wurde. Wer keine Angaben macht, hebt sein Produkt in unzul\u00e4ssiger Weise hervor, verschweigt aber auch die f\u00fcr eine Kaufentscheidung wesentlichen Informationen. Insofern ist nur konsequent, die Grunds\u00e4tze der Werbung mit Testergebnissen auch auf derartige Bezeichnungen zu erstrecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Werbung mit Testergebnissen gelten die Gebote der Transparenz, der Sachlichkeit, Vollst\u00e4ndigkeit, Aktualit\u00e4t und Wahrheit. Insbesondere gilt der Grundsatz der Fundstellenangabe, wodurch Bewertungskriterien nachvollziehbar werden. Diese Anforderung erstreckt das LG Wiesbaden auch auf Anpreisungen wie \u201eproduct winner\u201c oder \u201ebest product\u201c. 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