{"id":425,"date":"2008-10-09T19:11:59","date_gmt":"2008-10-09T17:11:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=425"},"modified":"2008-10-09T19:11:59","modified_gmt":"2008-10-09T17:11:59","slug":"die-grundsatze-der-verdachtsberichterstattung-gelten-auch-fur-einen-verdacht-der-sich-nicht-auf-eine-strafbare-handlung-bezieht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/die-grundsatze-der-verdachtsberichterstattung-gelten-auch-fur-einen-verdacht-der-sich-nicht-auf-eine-strafbare-handlung-bezieht\/","title":{"rendered":"Die Grunds\u00e4tze der Verdachtsberichterstattung gelten auch f\u00fcr einen Verdacht, der sich nicht auf eine strafbare Handlung bezieht"},"content":{"rendered":"

Dem OLG Hamburg (OLG Hamburg, Urteil v. 14.09.2008, 7 U 59\/08)<\/a><\/strong> zufolge sind die Grunds\u00e4tze der Verdachtsberichterstattung auch dann heranzuziehen, wenn sich der ge\u00e4u\u00dferte Verdacht nicht auf eine strafbare Handlung bezieht, sofern der tats\u00e4chliche Vorwurf, der in der Berichterstattung ge\u00e4u\u00dfert wird, geeignet ist, das Ansehen des Betroffenen herabzusetzen. Die Anforderungen, die f\u00fcr die Zul\u00e4ssigkeit einer Verdachtsberichterstattung entwickelt worden sind, dienen n\u00e4mlich dem Zweck, den Betroffenen vor der Verh\u00e4ngung eines sozialen und moralischen, nicht unbedingt juristischen Unwerturteils als Folge der Berichterstattung zu sch\u00fctzen.<\/p>\n

Im vorliegenden Fall wurde \u00fcber einen Moderator berichtet, er habe m\u00f6glicherweise gelogen, als er Entsetzen \u00fcber die gef\u00e4hrlichen Kunstst\u00fccke \u00e4u\u00dferte, die Kinder in einer Show vollf\u00fchren mussten.<\/p>\n

Innerhalb der Berichterstattung \u00fcber diese \u00c4usserung wurde in der \u00dcberschrift danach gefragt, ob der Antragsteller seine Fans belogen habe, wobei diese Frage durch die Hinzuf\u00fcgung des Adverbs \u201edreist\u201c verst\u00e4rkt wurde. Auch mit dem Fragesatz im Flie\u00dftext \u201eKann es sein, dass er seine Fans mit dieser Aussage kr\u00e4ftig an der Nase herumf\u00fchrt?\u201c wurde in Form einer Frage die M\u00f6glichkeit zum Ausdruck gebracht, der Antragsteller habe die Unwahrheit gesagt.<\/p>\n

Da der zugeh\u00f6rige Artikel unausgewogen war und zudem Bildnisse des Antragstellers enthielt und dem Antragsteller keine Gelegneheit zur Stellungnahme gegeben worden war und demnach die Voraussetzungen einer zul\u00e4ssigen Verdachtsberichterstattung nicht vorlagen, untersagte das Gericht die Berichterstattung.<\/p>\n

Fazit: <\/strong><\/p>\n

Auch das ber\u00fchmte Fragezeichen rettet eine unwahre \u00c4u\u00dferung oft nicht. Wichtig ist vielmehr, wie die \u00c4u\u00dferung im Gesamtzusammenhang von den Adressaten verstanden wird. (la) (Zum Urteil)<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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