{"id":42346,"date":"2019-01-03T06:44:04","date_gmt":"2019-01-03T05:44:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=42346"},"modified":"2019-01-03T04:45:23","modified_gmt":"2019-01-03T03:45:23","slug":"sepa-diskriminierung-beschraenkungen-auf-deutsche-bankkonten-unzulaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/sepa-diskriminierung-beschraenkungen-auf-deutsche-bankkonten-unzulaessig\/","title":{"rendered":"SEPA-Diskriminierung: Beschr\u00e4nkungen auf deutsche Bankkonten unzul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_42348\" aria-describedby=\"caption-attachment-42348\" style=\"width: 425px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-42348\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Fotolia_105770672_XS.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Fotolia_105770672_XS.jpg 425w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Fotolia_105770672_XS-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-42348\" class=\"wp-caption-text\">@ Stockfotos-MG &#8211; Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Viele Online-H\u00e4ndler mit Sitz in Deutschland bieten ihren Kunden die Zahlungsm\u00f6glichkeit per SEPA-Lastschrift an. Jedoch beschr\u00e4nken einige H\u00e4ndler diese Zahlungsm\u00f6glichkeit in den AGB oder in den Zahlungsinformationen auf den Einzug von einem deutschen Bankkonto. Dies ist nach geltendem EU-Recht unzul\u00e4ssig.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Landgericht D\u00fcsseldorf (LG D\u00fcsseldorf, Urteil vom 31.08.2018, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/rechtsprechung?gericht=LG%20D%FCsseldorf\">Az. 38 O 35\/18<\/a>)\u00a0 hat in einem von der Wettbewerbszentrale gef\u00fchrten Verfahren einem Telekommunikationsanbieter untersagt, die von ihm angebotene Zahlungsm\u00f6glichkeit per Lastschrift auf Inhaber deutscher Bankkonten zu beschr\u00e4nken.<\/em><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2><strong>Ausl\u00e4ndisches Konto: &#8220;Nein, Danke!&#8221;<\/strong><\/h2>\n<p>Der Telekommunikationsanbieter, der in Deutschland gewerbliche Telekommunikations-Dienstleistungen anbot, hatte 2 Kunden, die ihre monatlichen Entgelte per Lastschrift von einem \u00f6sterreichischem bzw. von einem luxemburgischen Konto einziehen lassen wollten, mitgeteilt, dass eine Lastschriftzahlung nur von einem deutschen Bankkonto m\u00f6glich sei:<\/p>\n<p><em>&#8220;Bei Privat-Kunden akzeptieren wir nur deutsche Bankverbindungen. Die IBAN muss deshalb immer mit der L\u00e4nderkennung DE beginnen.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Die Wettbewerbszentrale beanstandete dieses Verhalten als Versto\u00df gegen Art. 9 der SEPA-Verordnung (Verordnung (EU) Nr. 260\/2012). Danach darf der Zahlungsempf\u00e4nger nicht vorgeben, in welchem Mitgliedstaat des SEPA-Raumes das Konto des Zahlenden zu f\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Da die au\u00dfergerichtliche Einigung scheiterte, erhob die Wettbewerbszentrale beim LG D\u00fcsseldorf Klage auf Unterlassung.<\/p>\n<h2>Entscheidung des LG D\u00fcsseldorf<\/h2>\n<p>Das LG D\u00fcsseldorf stufte die Weigerung des Telekommunikationsanbieters, f\u00e4llige Entgelte von einem Konto in \u00d6sterreich oder Luxemburg abzubuchen, als wettbewerbswidrig ein.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df Art. 9 Abs. 2 dieser Verordnung d\u00fcrfen Zahlungsempf\u00e4nger nicht vorgeben, in welchem Mitgliedstaat das Konto zu f\u00fchren ist, auf welches oder von welchem die Zahlungen erfolgen sollen. Im europ\u00e4ischen Raum soll daher keine Bedeutung haben, in welchem Mitgliedsstaat das Konto gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Die betreffenden Regelungen der Verordnung sollen den Zahlungsverkehr erleichtern, f\u00fcr mehr Wettbewerb bei Zahlungsdiensten sorgen und Verbrauchern erm\u00f6glichen, frei zu entscheiden, in welchem Mitgliedstaat sie ein Konto unterhalten wollen.<\/p>\n<p>Bei den Vorgaben der SEPA-VO handelt es sich damit um Marktverhaltensregelungen im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/3a.html\" title=\"&sect; 3a UWG: Rechtsbruch\">\u00a7 3a UWG<\/a>, deren Verletzung zugleich auch einen Wettbewerbsversto\u00df begr\u00fcndet.<\/p>\n<h2>Praxistipp<\/h2>\n<p>Seit der Einrichtung der von der Wettbewerbszentrale eingerichteten <a href=\"https:\/\/www.wettbewerbszentrale.de\/de\/beschwerdestelle\/sepahinweise\/\">SEPA-Beschwerdestelle<\/a> Ende Mai 2017 hat die Wettbewerbszentrale mehrere F\u00e4lle von SEPA-Diskriminierung beanstandet, die bereits durch Abgabe von <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/urheberrecht\/vertragsstrafe-nach-einer-unterlassungserklaerung\">strafbewehrten Unterlassungserkl\u00e4rungen<\/a> ausger\u00e4umt wurden.<\/p>\n<p>Um kostspielige <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/abmahnung\">Abmahnungen<\/a> zu vermeiden, sollten Online-H\u00e4ndler und Dienstleister, die auch \u201eLastschrift\u201c als Zahlungsm\u00f6glichkeit vorsehen, darauf achten, dass sie ausl\u00e4ndische Konten im Rahmen des Lastschriftverfahrens akzeptieren. Vor diesem Hintergrund raten wir dazu, die bestehenden allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen sowie technische Einstellungen im Bestellprozess in Ihrem Onlineshop zu \u00fcberpr\u00fcfen, um sicherzustellen, dass Kunden, die \u00fcber ein Bankkonto innerhalb der EU verf\u00fcgen, nicht von dieser Zahlungsm\u00f6glichkeit ausgeschlossen sind. Beachten Sie, dass neben den 28 EU-Staaten noch Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Monaco und San Marino zum Zahlungsverkehrsraum z\u00e4hlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Online-H\u00e4ndler mit Sitz in Deutschland bieten ihren Kunden die Zahlungsm\u00f6glichkeit per SEPA-Lastschrift an. Jedoch beschr\u00e4nken einige H\u00e4ndler diese Zahlungsm\u00f6glichkeit in den AGB oder in den Zahlungsinformationen auf den Einzug von einem deutschen Bankkonto. Dies ist nach geltendem EU-Recht unzul\u00e4ssig. 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