{"id":41809,"date":"2018-11-17T18:42:23","date_gmt":"2018-11-17T17:42:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=41809"},"modified":"2022-07-14T18:47:12","modified_gmt":"2022-07-14T16:47:12","slug":"lg-wiesbaden-dsgvo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/lg-wiesbaden-dsgvo\/","title":{"rendered":"DSGVO-Abmahnungen: LG Wiesbaden sagt Nein zu “Abmahnbarkeit”"},"content":{"rendered":"
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\u00a9 compichitstocker – fotolia<\/figcaption><\/figure>\n

Zur “Abmahnbarkeit” von Verst\u00f6\u00dfen gegen die DSGVO besteht Uneinigkeit. <\/i><\/p>\n

Es gab bisher drei entgegengesetzte Gerichtsentscheidungen, eine vom LG W\u00fcrzburg, die eine Durchsetzungsbefugnis von Wettbewerbern gegen Konkurrenten\u00a0annimmt, eine des LG Bochum, die dies ablehnt und eine vermittelnde Entscheidung des OLG Hamburg, die sagt, “es kommt auf die\u00a0konkreten Norm an”. Jetzt kommt eine vierte, n\u00e4mlich des LG Wiesbaden hinzu.<\/i><\/p>\n

In mehreren Beitr\u00e4gen hatten wir uns bereits mit der Frage besch\u00e4ftigt, ob Verst\u00f6\u00dfe gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) von Wettbewerbern verfolgt werden k\u00f6nnen oder nicht.<\/p>\n

In der Annahme, dass dies m\u00f6glich sei, wurde von Politik und Medien ein regelrechtes Massenabmahnungs-Horrorszenario entworfen.\u00a0Die viel beschworene DSGVO-Abmahnwelle<\/a> ist allerdings bisher ausgeblieben.<\/p>\n

Die \u201cAbmahnbarkeit\u201d von DSGVO-Verst\u00f6\u00dfen durch Wettbeweber ist unklar<\/h2>\n

Das\u00a0k\u00f6nnte unter anderem auch daran liegen, dass die Rechtslage in Bezug auf die Aktivlegitimation<\/a>, d.h. mit Hinblick auf die Frage, wer Verst\u00f6\u00dfe gegen die Datenschutzgrundverordnung geltend machen kann, bisher nicht eindeutig gekl\u00e4rt ist.<\/p>\n

Literatur ist sich nicht einig<\/h2>\n

Es gibt gewichtige Stimmen, die eine Anspruchsberechtigung der Wettbewerber speziell f\u00fcr die DSGVO verneinen. Denn nach Art. 80 Abs. 2 DSGVO<\/a> \u00a0soll die DSGVO die Rechtsfolgen von Verst\u00f6\u00dfen gegen die DSGVO abschlie\u00dfend regeln (vgl. K\u00f6hler\/Bornkamm\/Feddersen\/K\u00f6hler UWG \u00a7 3a<\/a> Rn. 1.40a). Andere meinen, dass die DSGVO die Aktivlegitimation nicht abschlie\u00dfend regele, \u00a0was daran erkennbar sei, dass\u00a0die Art. 77\u2009ff. DS-GVO<\/a> selbst anderweitige Rechtsbehelfe ausdr\u00fccklich vors\u00e4hen, so zB in Art. 77<\/a> I, 78<\/a> I, 79<\/a> I DS-GVO\u00a0(Schreiber, GRUR-Prax 2018, 371).<\/p>\n

Bisher waren es zwei Gerichtsentscheidungen zum Thema bekannt. Eine \u201cPro\u201d Abmahnbarkeit und eine \u201cContra\u201d. Damit stand es zun\u00e4chst \u00a0unentschieden.<\/p>\n

LG Bochum meint “Nein”<\/h2>\n

Bereits im August 2018 \u00a0hatte sich das Landgericht Bochum (LG Bochum, Urteil v. 7.8.2018, Az. 12 O 85\/18<\/a>) zu dem Streit ge\u00e4ussert und sich der die Aktivlegitimation<\/a> von Mitbewerbern ablehnende Auffassung von K\u00f6hler angeschlossen und einen Antrag auf einstweilige Verf\u00fcgung<\/a> eines Konkurrenten mit der Begr\u00fcndung zur\u00fcckgewiesen,\u00a0dass die DSGVO die Anspr\u00fcche von Mitbewerbern ausschlie\u00dfende, abschlie\u00dfende Regelung enthalte:<\/p>\n