{"id":41154,"date":"2018-10-22T07:01:35","date_gmt":"2018-10-22T06:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=41154"},"modified":"2018-10-20T18:33:43","modified_gmt":"2018-10-20T17:33:43","slug":"viele-wuerste-fuer-millionen-wurstkartell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/viele-wuerste-fuer-millionen-wurstkartell\/","title":{"rendered":"Viele W\u00fcrste f\u00fcr Millionen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_41155\" aria-describedby=\"caption-attachment-41155\" style=\"width: 158px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-41155\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/markus-spiske-597578-unsplash-413x620.jpg\" alt=\"Wurstkartell \" width=\"158\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/markus-spiske-597578-unsplash-413x620.jpg 413w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/markus-spiske-597578-unsplash-60x90.jpg 60w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/markus-spiske-597578-unsplash-768x1152.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 158px) 100vw, 158px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-41155\" class=\"wp-caption-text\">Photo by Markus Spiske on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eIs mir Wurst\u201c, \u201eSchwein gehabt!\u201c, \u201eHier gehts um die Wurst\u201c, &#8220;In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot\u201c\u2026<\/p>\n<p>Manche Themen bieten einem die passende schlechte-Wortspiel-Headline billiger an als Superm\u00e4rkte Schoko-Weihnachtsm\u00e4nner im Januar. Oder halt so billig wie Preisabsprachen des \u201eWurstkartells\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Preisabsprachen im Wurstkartell<\/h2>\n<p>Um bei Rohstoffpreiserh\u00f6hungen von Schweine- und Gefl\u00fcgelfleisch gegen\u00fcber den gro\u00dfen Lebensmitteleinzelhandelsketten geschlossen dazustehen, sprachen sich 22 Wurstwarenproduzenten in Sachen Preispolitik \u00fcber einen Zeitraum von 12 Jahren ab. Unter ihnen der Wurstwarenhersteller Wiltmann aus Westfalen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wiltmann hatte als einziger Hersteller unter den 22 angeklagten <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\/kartellrecht\">Kartell<\/a> Zugeh\u00f6rigen Einspruch gegen die bereits 2014 verh\u00e4ngten Bu\u00dfgelder im Gesamtumfang von 338 Millionen Euro erhoben. Es ist eine der h\u00f6chsten Strafen, die das Kartellamt je verh\u00e4ngt hat. Unter den damals betroffenen Wurstherstellern waren auch namenhafte Konzerne wie Herta, R\u00fcgenwalder und Meica.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Die anderen Hersteller hatten sich nach dem Urteil entweder aufgel\u00f6st oder akzeptierten die Bu\u00dfgelder. Hat nicht so richtig viel gebracht. Merkte Wiltmann dann auch selbst. 6,5 Millionen Euro muss der Wurstproduzent jetzt zahlen. Und viel mehr gibt es von der Faktenlage auch nicht zu berichten. Ganz unterhaltsam war das Urteil trotzdem.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Wurst getting worse<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h2>\n<p>Nicht nur die Headlines von Blogbeitr\u00e4gen nutzen die billige Wortspielm\u00f6glichkeit. Das Oberlandesgericht bezeichnet die Position, in der sich die Wurstwarenhersteller befanden, als \u201eSandwich-Position\u201c &#8211; sprich, sie bildeten die Wurst zwischen den beiden Brotscheiben Fleischlieferant und Lebensmitteleinzelhandel. Und es kommt noch besser: die Taktik, der Bu\u00dfe zu entkommen, indem man die betroffene Tochterfirma einfach aufl\u00f6st und als Mutterkonzern ungeschoren davon kommt, wurde als \u201eWurstl\u00fccke\u201c bekannt. Und ich hab in diesem Artikel zw\u00f6lf mal das Wort Wurst benutzt. Also jetzt dreizehnmal. Faszinierend.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserer freien Autorin Katharina Reber. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIs mir Wurst\u201c, \u201eSchwein gehabt!\u201c, \u201eHier gehts um die Wurst\u201c, &#8220;In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot\u201c\u2026 Manche Themen bieten einem die passende schlechte-Wortspiel-Headline billiger an als Superm\u00e4rkte Schoko-Weihnachtsm\u00e4nner im Januar. 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