{"id":40403,"date":"2018-08-15T13:44:39","date_gmt":"2018-08-15T12:44:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=40403"},"modified":"2018-08-15T03:48:24","modified_gmt":"2018-08-15T02:48:24","slug":"werbung-award-fundstelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/werbung-award-fundstelle\/","title":{"rendered":"Werbung mit Award bedarf keiner Angabe der konkreten Fundstelle"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_40404\" aria-describedby=\"caption-attachment-40404\" style=\"width: 346px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-40404 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Fotolia_203642742_XS.jpg\" alt=\"Werbung mit Award\" width=\"346\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Fotolia_203642742_XS.jpg 346w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Fotolia_203642742_XS-44x44.jpg 44w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Fotolia_203642742_XS-90x90.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-40404\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 maximmmmum &#8211; fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Bei der Werbung mit Awards oder Testergebnissen ist einiges zu beachten, um einem Wettbewerbsversto\u00df und somit der Gefahr einer Abmahnung aus dem Weg zu gehen. Wird mit einem Award geworben, ist die Angabe der Fundstelle im Gegensatz zu Testergebnissen allerdings entbehrlich, urteilte das LG N\u00fcrnberg-F\u00fcrth (LG N\u00fcrnberg-F\u00fcrth, Urt. v. 22.3.2018, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=3%20HK%20O%206582\/17\" title=\"LG N&uuml;rnberg-F&uuml;rth, 22.03.2018 - 3 HKO 6582\/17: Werbung mit Award bedarf keiner Angabe der konkr...\">3 HK O 6582\/17<\/a>).<\/em><\/p>\n<h2><strong>Der \u201eAward\u201c als Kundenmagnet<\/strong><\/h2>\n<p>Ein H\u00e4ndler vertrieb ein Beautyprodukt und bewarb dieses auf der Produktseite mit dem Hinweis, dass dieses den &#8220;Gala Spa Award 2017&#8221; gewonnen hatte. Eine der Oscar-Statue nachempfundene Visualisierung untermauerte den Gewinn des Awards in grafischer Hinsicht.<\/p>\n<p>Unter \u201emehr erfahren\u201c wurde folgende Erkl\u00e4rung ersichtlich:<\/p>\n<blockquote><p><em>Bereits zum 21. Mal wurden am 25. M\u00e4rz 2017 die GALA SPA AWARDS verliehen. Unser Klassiker im neuen rosegoldenen Gewand hat in der Kategorie \u201aCult Concepts\u2018 gewonnen. Wir freuen uns sehr, dass die Jury der GALA SPA AWARDS 2017 unser Pflege\u00f6l zum Sieger gek\u00fcrt hat. In der Kategorie \u201aCult Concepts\u2018 werden besonders ausgefallene Spa-Konzepte, Produkte oder Pflegelinien pr\u00e4miert, die Akzente setzen und f\u00fcr einen modernen Lifestyle stehen. Es m\u00fcssen folgende Eigenschaften erf\u00fcllt sein:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Das Produkt\/die Serie verf\u00fcgt \u00fcber einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Pflegeansatz mit eigener Verw\u00f6hnphilosophie und stark ausgepr\u00e4gtem Lifestyle-Aspekt. Star-Referenzen und Nischendistribution tragen zum exklusiven Charakter bei.<\/em><\/li>\n<li><em>Optimalerweise enthalten die Produkte nat\u00fcrliche oder naturidentische Inhaltsstoffe und verzichten auf \u00fcberfl\u00fcssige Duft- und Konservierungsstoffe.<\/em><\/li>\n<li><em>Das Produkt zeichnet sich durch eine innovative Kombination der Inhaltsstoffe aus.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Bewertet wurden diese Punkte von einer unabh\u00e4ngigen Jury bestehend aus \u00c4rzten, Redakteuren und Journalisten<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Kl\u00e4gerin machte Unterlassungsanspr\u00fcche geltend, da aus ihrer Sicht eine unzul\u00e4ssige Werbung und somit ein <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\">Versto\u00df gegen das Wettbewerbsrecht<\/a> vorlag. Sie f\u00fchrte an, dass es erforderlich sei, dass eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/werbung-mit-testergebnissen-ohne-fundstelle-unzulassig\">konkrete Fundstelle analog zu einer Werbung mit Testergebnissen<\/a> genannt werde. Dies war jedoch im einschl\u00e4gigen Angebot nicht der Fall.<\/p>\n<h2><strong>Award oder Testergebnis &#8211; Jacke wie Hose?<\/strong><\/h2>\n<p>Auf den ersten Blick besteht zwischen einem Award oder einem Testergebnis aus Sicht des durchschnittlichen Verbrauchers kein Unterschied. Zwischen den beiden G\u00fctesiegeln gibt es jedoch gravierende Unterschiede. W\u00e4hrend bei einem Award regelm\u00e4\u00dfig eine Jury anhand subjektiver Kriterien ein Urteil f\u00e4llt und somit den Award verleiht, werden bei der Ermittlung eines Testergebnisses objektive Ma\u00dfst\u00e4be angelegt, welche ein frei von subjektiven Merkmalen losgel\u00f6stes Ergebnis liefern.<\/p>\n<h2><strong>Angabe der Fundstelle nicht erforderlich<\/strong><\/h2>\n<p>Das LG N\u00fcrnberg-F\u00fcrth (LG N\u00fcrnberg-F\u00fcrth, Urt. v. 22.3.2018, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=3%20HK%20O%206582\/17\" title=\"LG N&uuml;rnberg-F&uuml;rth, 22.03.2018 - 3 HKO 6582\/17: Werbung mit Award bedarf keiner Angabe der konkr...\">3 HK O 6582\/17<\/a>) entschied, dass die Werbung mit dem Award <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\/verfolgung-unlauterer-werbung\">wettbewerbsrechtlich unproblematisch<\/a> war. Die Angabe der konkreten Fundstelle mit Auflistung der zum Gewinn der Auszeichnung f\u00fchrenden Kriterien sei lediglich dann erforderlich, wenn aus Sicht des Verbrauchers objektive Umst\u00e4nde f\u00fcr die Auszeichnung angelegt wurden. Sobald die Auszeichnung aus Kundensicht Angaben zur Qualit\u00e4t bzw. Sicherheit zu machen vermag, sei die Angabe der Fundstelle jedoch erforderlich.<\/p>\n<p>Die Richter machten deutlich, dass im streitgegenst\u00e4ndlichen Verfahren keine Angabe der Fundstelle erforderlich war. In der Werbung mit der als \u201eAward\u201c bezeichneten Auszeichnung in Verbindung mit der nachempfunden Oscar-Statue sei kein Testergebnis, sondern lediglich eine auf subjektiven Kriterien beruhende Lobpreisung zu sehen. Es sei f\u00fcr den Verbraucher ohne Weiteres ersichtlich, dass es sich um einen Award und nicht um ein Testergebnis handele.<\/p>\n<h2><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n<p>Die Werbung mit einem \u201eAward\u201c ist wettbewerbsrechtlich gesehen weniger anspruchsvoll und legt dem Werbenden weniger Steine in den Weg als die Reklame mit Testergebnissen. Erforderlich bei der Award-Werbung ist in jedem Fall, dass die Einzelheiten hinsichtlich der Vergabe aufgelistet werden. <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht\/verlinkungspflicht-bei-werbung-mit-testergebnissen\">Im Gegensatz zur Werbung mit Testergebnissen<\/a> muss die konkrete Fundstelle jedoch nicht angegeben werden, was eine Erleichterung darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Werbung mit Awards oder Testergebnissen ist einiges zu beachten, um einem Wettbewerbsversto\u00df und somit der Gefahr einer Abmahnung aus dem Weg zu gehen. Wird mit einem Award geworben, ist die Angabe der Fundstelle im Gegensatz zu Testergebnissen allerdings entbehrlich, urteilte das LG N\u00fcrnberg-F\u00fcrth (LG N\u00fcrnberg-F\u00fcrth, Urt. v. 22.3.2018, Az. 3 HK O 6582\/17). 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