{"id":40379,"date":"2018-08-17T07:15:24","date_gmt":"2018-08-17T06:15:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=40379"},"modified":"2018-08-15T23:42:47","modified_gmt":"2018-08-15T22:42:47","slug":"warnwetter-app-wetter-online-wettbewerbsrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/warnwetter-app-wetter-online-wettbewerbsrecht\/","title":{"rendered":"Wetter-App des staatlichen Wetterdienstes benachteiligt nicht die private Konkurrenz"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_40428\" aria-describedby=\"caption-attachment-40428\" style=\"width: 395px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-40428\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Fotolia_171500112_XS.jpg\" alt=\"WarnWetter-App Wetter Online Wettbewerbsrecht\" width=\"395\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Fotolia_171500112_XS.jpg 395w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Fotolia_171500112_XS-90x69.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 395px) 100vw, 395px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-40428\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Romolo Tavani &#8211; fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der deutsche Wetterdienst betreibt seit einiger Zeit die sogenannte &#8220;WarnWetter&#8221;-App. Diese Software bietet dem Nutzer neben amtlichen Unwetterwarnungen auch generelle Informationen zum Wetter in Deutschland. Die Wetter Online GmbH, die unter anderem eine \u00e4hnliche App f\u00fcr Nutzer bereith\u00e4lt, sah hierin einen Versto\u00df gegen das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\">Wettbewerbsrecht<\/a>. Private Anbieter seien im Nachteil, da die staatliche Konkurrenz steuerlich finanziert wird. Einen erstinstanzlichen Unterlassungstitel der Wetter Online GmbH hat das OLG K\u00f6ln nun aufgehoben.<\/em><\/p>\n<h2>LG Bonn: Grau mit Aussicht auf Unterlassungsanspruch<\/h2>\n<p>Das Landgericht Bonn hatte in der Vorinstanz den Bedenken der Wetter Online GmbH zugestimmt, und die WarnWetter-App zun\u00e4chst f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rt (LG Bonn, Urteil v. 15.11.2017, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=16%20O%2021\/16\" title=\"LG Bonn, 15.11.2017 - 16 O 21\/16: Wetter-App des DWD ist wettbewerbsrechtlich unzul&auml;ssig\">16 O 21\/16<\/a>). Bei Erscheinen der App war diese n\u00e4mlich vorerst kostenlos abrufbar, w\u00e4hrend sie steuerlich finanziert wurde. Dem Gesetz \u00fcber den deutschen Wetterdienst nach m\u00fcssen jedoch s\u00e4mtliche Informationen, die \u00fcber konkrete Unwetterwarnungen hinausgehen, kostenpflichtig sein. Aus diesem Grund legten die Richter in Bonn fest, dass die WarnWetter-App nicht weiter kostenlos angeboten werden darf. Wir berichteten:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht\/wetter-app-des-dwd-wird-kostenpflichtig\">Die Wetter-App des DWD wird kostenpflichtig<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sah die Kammer in der Ver\u00f6ffentlichung der App auch einen Versto\u00df gegen das Wettbewerbsrecht, und sprach der Wetter Online GmbH einen Unterlassungsanspruch gegen die kostenlose Version zu.<\/p>\n<h2>Gegenwind aus K\u00f6ln<\/h2>\n<p>Die Richter am Oberlandesgericht hoben das Bonner Urteil in einer aktuellen Entscheidung nun teilweise auf (OLG K\u00f6ln, Urteil v. 13.7.2018, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20U%20180\/17\" title=\"6 U 180\/17 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">6 U 180\/17<\/a>). Nach Ansicht des Senats stellt das Angebot der WarnWetter-App keine sogenannte &#8220;gesch\u00e4ftliche Handlung&#8221; im Sinne des UWG dar. F\u00fcr einen Versto\u00df gegen das Wettbewerbsrecht muss als Grundvoraussetzung eine solche gesch\u00e4ftliche Handlung stets vorliegen. Eine solche ist gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UWG: Begriffsbestimmungen\">\u00a7 2 Abs. 1 UWG<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Jedes Verhalten einer Person zugunsten des eigenen oder eines fremden Unternehmens vor, bei oder nach einem Gesch\u00e4ftsabschluss, das mit der F\u00f6rderung des Absatzes oder des Bezugs von Waren oder Dienstleistungen oder mit dem Abschluss oder der Durchf\u00fchrung eines Vertrags \u00fcber Waren oder Dienstleistungen objektiv zusammenh\u00e4ngt&#8221;.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit der Ver\u00f6ffentlichung der App komme der deutsche Wetterdienst jedoch seinen gesetzlichen Aufgaben nach, die im Gesetz \u00fcber den deutschen Wetterdienst (DWDG) festgelegt sind. Hier hei\u00dft es in \u00a7 4 Abs. 1 Nr. 1 :<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;(1) Aufgaben des Deutschen Wetterdienstes sind<\/p><\/blockquote>\n<dl>\n<dt>\n<blockquote><p>1. die Erbringung meteorologischer und klimatologischer Dienstleistungen f\u00fcr die Allgemeinheit oder einzelne Kunden und Nutzer (\u2026).&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<p>Der deutsche Wetterdienst befolge hier eine konkrete, hoheitlich zugewiesene Aufgabe, und trete gerade nicht als privater Unternehmer auf. Der Anwendungsbereich des Wettbewerbsrechts sei demnach mangels gesch\u00e4ftlicher Handlung nicht er\u00f6ffnet. Als Konsequenz hoben die Richter den Unterlassungsanspruch gegen die WarnWetter-App auf.<\/p>\n<p>Bei der Entscheidung aus K\u00f6ln handelt es sich allerdings lediglich um ein Teilurteil. Die klagende Wetter Online GmbH hatte neben dem Versuch, einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch zu erlangen, auch die \u00f6ffentlich rechtliche Zul\u00e4ssigkeit der App angezweifelt. Hinsichtlich dieser Frage m\u00fcsse aber das zust\u00e4ndige Verwaltungsgericht entscheiden, so die Richter.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Dem Urteil des OLG K\u00f6ln ist zuzustimmen. Grunds\u00e4tzlich ist es richtig, dass eine steuerlich finanzierte und daher gleichzeitig f\u00fcr den Nutzer kostenlose App die private Konkurrenz benachteiligen w\u00fcrde. Diesem Umstand wurde allerdings bereits dadurch Rechnung getragen, dass die WarnWetter-App nicht weiter kostenfrei zur Verf\u00fcgung gestellt werden darf. Diese Verpflichtung beruht auf \u00a7 6 Abs. 2 Nr. 1 des DWDG, wonach Informationen, die nicht lediglich vor gef\u00e4hrlichen Wetterereignissen warnen, kostenpflichtig sein m\u00fcssen. In der Entscheidung des Oberlandesgericht K\u00f6ln ging es allerdings lediglich um den wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch. Mangels gesch\u00e4ftlicher Handlung liegt ein solcher jedoch gerade nicht vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche Wetterdienst betreibt seit einiger Zeit die sogenannte &#8220;WarnWetter&#8221;-App. Diese Software bietet dem Nutzer neben amtlichen Unwetterwarnungen auch generelle Informationen zum Wetter in Deutschland. Die Wetter Online GmbH, die unter anderem eine \u00e4hnliche App f\u00fcr Nutzer bereith\u00e4lt, sah hierin einen Versto\u00df gegen das Wettbewerbsrecht. 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