{"id":40365,"date":"2018-08-10T07:34:23","date_gmt":"2018-08-10T06:34:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=40365"},"modified":"2018-08-10T00:34:57","modified_gmt":"2018-08-09T23:34:57","slug":"lg-muenchen-verlinkunen-auf-instagram-doch-keine-schleichwerbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/social-media-recht\/lg-muenchen-verlinkunen-auf-instagram-doch-keine-schleichwerbung\/","title":{"rendered":"LG M\u00fcnchen: Verlinkungen auf Instagram doch keine Schleichwerbung?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_40369\" aria-describedby=\"caption-attachment-40369\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-40369 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fotolia_206487791_XS.jpg\" alt=\"Verlinkungen Instagram keine Schleichwerbung\" width=\"424\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fotolia_206487791_XS.jpg 424w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fotolia_206487791_XS-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-40369\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Andrey Kiselev &#8211; fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Immer wieder m\u00fcssen sich Gerichte mit dem \u201eInfluencer\u201c-Marketing besch\u00e4ftigen. Die F\u00e4lle von Cathy Hummels und Vreni Frost zeigen jetzt, dass die Rechtslage im \u201eInfluencer\u201c-Marketing noch nicht endg\u00fcltig feststeht. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob das Anpreisen von Produkten, ohne den Erhalt einer Gegenleistung, bei fehlender Kennzeichnung Schleichwerbung ist oder nicht.<\/em><\/p>\n<h2>Verlinkungen ohne Gegenleistung<\/h2>\n<p>Vor dem Landgericht M\u00fcnchen wird aktuell ein Fall zwischen Cathy Hummels und dem Verband sozialer Wettbewerb verhandelt. \u201eInfluencerin\u201c Cathy Hummels stellt ihren Followern auf Instagram immer wieder Produkte vor. Dazu heftet sie eine Verlinkung an ihre Instagram-Posts an, die zu den jeweiligen Instagram-Profilen der Unternehmen f\u00fchren. Sofern sie in der Vergangenheit eine Gegenleistung erlangt hatte, kennzeichnete sie die Beitr\u00e4ge als \u201ebezahlte Partnerschaft\u201c oder \u201eWerbung\u201c. Der Verband sozialer Wettbewerb ging im einstweiligen Rechtsschutzverfahren gegen f\u00fcnfzehn Beitr\u00e4ge vor, in denen keine Kennzeichnung erfolgt war. Allerdings hatte die \u201eInfluencerin\u201c in diesen F\u00e4llen keine Gegenleistung f\u00fcr das Vorstellen der Produkte erhalten. Dennoch hatte der Antrag auf den Erlass einer einstweiligen Verf\u00fcgung zun\u00e4chst Erfolg. Jetzt wird der von Cathy Hummels eingereichte Widerspruch vor dem Landgericht M\u00fcnchen verhandelt (LG M\u00fcnchen I, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=4%20HK%20O%204985\/18\" title=\"LG M&uuml;nchen I, 10.04.2018 - 4 HKO 4985\/18: Was d&uuml;rfen Influencer? - Cathy Hummels gewinnt\">4 HK O 4985\/18<\/a>).<\/p>\n<h2>Sehr \u00e4hnlicher Sachverhalt, gegenteiliges Ergebnis<\/h2>\n<p>Der Sachverhalt erinnert stark an den vor kurzem vom Landgericht Berlin entschiedenen Fall von Vreni Frost. <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht\/lg-berlin-vreni-frosts-instagram-posts-sind-schleichwerbung\">\u00dcber diesen Fall haben wir bereits berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>Die Entscheidung wird auf Grundlage derselben Vorschriften getroffen werden. Allerdings deutete die Richterin in diesem Fall das gegenteilige Ergebnis an. Das Landgericht Berlin hatte eine Wettbewerbsverletzung in Form von Schleichwerbung noch bejaht, obwohl keine Gegenleistung f\u00fcr den Post erlangt worden war. Die \u201eInfluencerin&#8221; Vreni Frost f\u00f6rdere dennoch sowohl ihr eigenes Unternehmen, als auch fremde Unternehmen.<\/p>\n<p>Die Richterin am Landgericht M\u00fcnchen legte demgegen\u00fcber in der m\u00fcndlichen Verhandlung zwar dar, dass sie nicht gekennzeichnete \u201eInfluencer\u201c-Marketing \u201ef\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig\u201c halte, allerdings nicht f\u00fcr in jedem Fall verboten. Sie halte die Erw\u00e4hnung von Produkten ohne Kennzeichnung f\u00fcr zul\u00e4ssig, solange der \u201eInfluencer&#8221; keine Gegenleistung erlange. Cathy Hummels Widerspruch scheint daher gute Aussichten auf Erfolg zu haben. Beide Parteien wollen die Rechtslage endg\u00fcltig kl\u00e4ren lassen und in der Hauptsache notfalls sogar bis vor den Bundesgerichtshof ziehen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Eine grunds\u00e4tzliche Kl\u00e4rung der Problematik w\u00e4re w\u00fcnschenswert, um Rechtssicherheit im \u201eInfluencer\u201c-Marketing zu schaffen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht\/schleichwerbung-influencer\">Grunds\u00e4tzliche Regeln, auf die \u201eInfluencer\u201c zu achten haben<\/a>, und eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/171227-LHR-Infografik.jpg\">Checkliste zur Kennzeichnung von Beitr\u00e4gen als Werbung<\/a> haben wir bereits ver\u00f6ffentlicht. Ansonsten gilt bis zu einer Grundsatzentscheidung weiterhin: Aus rechtlicher Hinsicht ist eine Kennzeichnung zu viel besser, als eine zu wenig.<\/p>\n<p><i>Anmerkung: Unsere Checkliste geht von einem \u201cHobby-Blogger\u201d aus, der \u2013 anders als im vom Landgericht Berlin zu entscheidenen Fall \u2013 nicht grunds\u00e4tzlich als \u201cInfluencer\u201d bekannt ist und damit Geld verdient. In einem solchen Fall ist im\u00a0Zweifel alles Handeln als \u201cgesch\u00e4ftlich\u201d zu beurteilen.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder m\u00fcssen sich Gerichte mit dem \u201eInfluencer\u201c-Marketing besch\u00e4ftigen. Die F\u00e4lle von Cathy Hummels und Vreni Frost zeigen jetzt, dass die Rechtslage im \u201eInfluencer\u201c-Marketing noch nicht endg\u00fcltig feststeht. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob das Anpreisen von Produkten, ohne den Erhalt einer Gegenleistung, bei fehlender Kennzeichnung Schleichwerbung ist oder nicht. 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