{"id":39563,"date":"2018-06-07T07:19:02","date_gmt":"2018-06-07T06:19:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=39563"},"modified":"2018-06-07T00:19:50","modified_gmt":"2018-06-06T23:19:50","slug":"sepa-richtlinie-lastschriftverfahren-verbraucherzentrale-bundesverband","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/sepa-richtlinie-lastschriftverfahren-verbraucherzentrale-bundesverband\/","title":{"rendered":"Onlineh\u00e4ndler darf Bezahlung von Konto im EU-Ausland nicht ablehnen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_39565\" aria-describedby=\"caption-attachment-39565\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-39565 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Fotolia_205529998_XS.jpg\" alt=\"Verbraucherzentrale Bundesverband SEPA-Richtlinie Verbraucherschutz\" width=\"424\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Fotolia_205529998_XS.jpg 424w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Fotolia_205529998_XS-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-39565\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Thomas Reimer &#8211; fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Ein in Deutschland wohnender Kunde hatte beim Onlineversand Pearl versucht, seinen Einkauf im Wege des Lastschriftverfahrens zu bezahlen. Der Betrag sollte dabei von seinem Konto in Luxemburg abgebucht werden. Dies wurde dem K\u00e4ufer jedoch verwehrt. Nach Angaben des Anbieters sei es f\u00fcr deutsche Kunden nicht m\u00f6glich, Betr\u00e4ge von einem ausl\u00e4ndischen Konto aus zu bezahlen. Ein Versto\u00df gegen die SEPA-Richtlinie der EU, wie das OLG Karlsruhe nun entschieden hat.<\/em><\/p>\n<h2>Verbraucherzentrale Bundesverband erhebt Klage<\/h2>\n<p>Nach Ansicht der VzBz versto\u00dfe Pearl damit gegen die SEPA-Verordnung der europ\u00e4ischen Union. Gem\u00e4\u00df Artikel 9 Absatz 2 d\u00fcrfen Versandh\u00e4ndler als Zahlungsempf\u00e4nger nicht festschreiben, in welchem Land das Konto des bezahlenden Kunden gef\u00fchrt wird. Die Verbraucherzentrale zog in der Folge vor das Karlsruher Oberlandesgericht. Bereits in der Vorinstanz hatte das Landgericht Freiburg die Auffassung der VzBz geteilt (LG Freiburg, Urteil v. 21.7.2017, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20O%2076\/16\" title=\"LG Frankfurt\/Main, 15.06.2016 - 6 O 76\/16\">6 O 76\/16<\/a>).<\/p>\n<h2>Onlineh\u00e4ndler bestreitet Klagebefugnis der Verbraucherzentrale<\/h2>\n<p>Auch die Richter in Karlsruhe sahen einen Versto\u00df gegen die Verordnung. Pearl sei verpflichtet, auch Zahlungen von einem im Ausland gef\u00fchrten Konto zu akzeptieren (OLG Karlsruhe, Urteil v. 20.4.2018, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=4%20U%20120\/17\" title=\"4 U 120\/17 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">4 U 120\/17<\/a>). Pearl selber hatte im Zuge der Verhandlungen vorgetragen, die Verbraucherzentrale sei nicht unmittelbar klagebefugt. Zweck der SEPA-Verordnung sei die Schaffung eines integrierten Marktes f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende elektronische Zahlungen. Der Kernauftrag der Zentrale liege jedoch beim Verbraucherschutz.<\/p>\n<p>Dieser Auffassung widersprach das Oberlandesgericht weitestgehend. Die Verordnung verfolge den Zweck, den Zahlungsverkehr innerhalb der europ\u00e4ischen Union einfacher und direkter zu gestalten. Demnach diene die Regelung auch unmittelbar dem Schutz des Verbrauchers. Richtig sei, dass prim\u00e4re Aufgabe der Zentrale eben dieser sei. Da die Verordnung diesem Schutz diene, liege die Klagebefugnis der VzBv vor.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#8220;Verbraucherinnen und Verbrauchern ist nicht zumutbar, wegen einer abgelehnten Zahlung vor Gericht zu ziehen\u201c, so eine Sprecherin der VzBz.\u00a0 Der Senat hat die Klagebefugnis der Verbraucherzentrale Bundesverband demnach begr\u00fc\u00dfenswerterweise bejaht. Dies d\u00fcrfte die Position der Zentrale als Stimmrohr und Hilfsorgan f\u00fcr Verbraucher st\u00e4rken, und diesem so unmittelbar zugute kommen.<\/p>\n<p>Das Urteil ist derweil noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Aufgrund der hohen Bedeutung der Rechtsfrage hat das OLG Karlsruhe die Revision vor dem Bundesgerichtshof zugelassen, eine finale Entscheidung steht demnach noch aus. Da der Verst0\u00df gegen Artikel 9 Absatz 2 der Verordnung aber weitestgehend eindeutig ist, d\u00fcrfte hier kein anderes Urteil zu erwarten sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein in Deutschland wohnender Kunde hatte beim Onlineversand Pearl versucht, seinen Einkauf im Wege des Lastschriftverfahrens zu bezahlen. Der Betrag sollte dabei von seinem Konto in Luxemburg abgebucht werden. Dies wurde dem K\u00e4ufer jedoch verwehrt. Nach Angaben des Anbieters sei es f\u00fcr deutsche Kunden nicht m\u00f6glich, Betr\u00e4ge von einem ausl\u00e4ndischen Konto aus zu bezahlen. 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