{"id":387,"date":"2008-10-02T12:10:47","date_gmt":"2008-10-02T10:10:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=387"},"modified":"2008-10-02T12:10:47","modified_gmt":"2008-10-02T10:10:47","slug":"lg-koln-ein-kamin-von-ungewohnlicher-gestaltung-kann-ein-werk-der-angewandten-kunst-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/lg-koln-ein-kamin-von-ungewohnlicher-gestaltung-kann-ein-werk-der-angewandten-kunst-sein\/","title":{"rendered":"LG K\u00f6ln: Ein Kamin von ungew\u00f6hnlicher Gestaltung kann ein Werk der angewandten Kunst sein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht K\u00f6ln hatte in einer aktuellen Entscheidung zu beurteilen, ob und inwieweit der Gestaltung eines Gebrauchsgegenstands wie im vorliegenden Fall eines Kamins urheberrechtlicher Schutz zukommen kann. <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/308\/5\/3\">(LG K\u00f6ln, Urteil v. 24.09.2008, Az. 28 O 531\/08)<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Gericht hat diesen Schutz f\u00fcr den konkreten Kamin bejaht und f\u00fchrt dazu unter anderem aus:<\/p>\n<blockquote style=\"text-align: justify\"><p><em>F\u00fcr die Frage, ob es sich bei dem Kaminmodell \u201eEUROFOCUS\u00a01200\u201c um ein Kunstwerk im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Nr.\u00a04\u00a0UrhG<\/a> handelt, kommt es bei der Beurteilung der Schutzf\u00e4higkeit des Kamins als ein Werk angewandter Kunst nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Nr.\u00a04\u00a0UrhG<\/a> \u2013 entscheidend darauf an, ob der den Formensinn ansprechende Gehalt, der in dem Erzeugnis seine Verwirklichung gefunden hat, ausreicht, dass nach der im Leben herrschenden Auffassung von Kunst gesprochen werden kann. Unabh\u00e4ngig von dem Gebrauchszweck des betreffenden Werks ist daf\u00fcr entscheidend, ob sich in ihm eine Gestaltungsh\u00f6he offenbart, die es rechtfertigt, das Erzeugnis unter die Werke der bildenden bzw. angewandten Kunst einzuordnen (vgl. BGH, GRUR\u00a01987, 904 \u2013 Le Corbusier-M\u00f6bel; GRUR\u00a01961, 638 \u2013 Stahlrohrstuhl I).<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur Beurteilung der \u00dcbereinstimmung des Originals mit dem Verletzermodell musste das Gericht offenbar einen Sachverst\u00e4ndigen zu Rate ziehen. Damit l\u00e4sst sich wohl auch die lange Verfahrensdauer erkl\u00e4ren. Immerhin stammt das Aktenzeichen aus dem Jahr 2005.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Prozessual Interessant an der Entscheidung ist, dass der Klageantrag, wie er vom Gericht f\u00fcr die Verurteilung \u00fcbernommen worden ist, einen Anspruch aus dem Wettbewerbsrecht tituliert. Im Urheberrecht ben\u00f6tigt man n\u00e4mlich die Zus\u00e4tze &#8220;im gesch\u00e4ftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken&#8221; eigentlich nicht, da jede Handlung, egal zu welchem Zweck sie stattfindet, verboten w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Erkl\u00e4ren l\u00e4sst sich die Tatsache, dass der Kl\u00e4ger so geklagt und das Gericht den Antrag \u00fcbernommen hat, dadurch, dass es dem Kl\u00e4ger wahrscheinlich \u00fcberwiegend darauf ankam, seinen Wettbewerber am professionellen Vertrieb des Kamins zu hindern und ihm daher der insofern weitergehende urheberrechtliche Antrag nicht so wichtig war. Das Gericht durfte diesen Antrag dann auch nicht &#8220;verbessern&#8221;, da der wettbewerbsrechtliche Antrag ein Petitum darstellt, dass als Minus im urheberrechtlichen Verbotstenor enthalten w\u00e4re, der weiterginge als das begehrte Verbot. Das Gericht ist aber nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/308.html\" title=\"&sect; 308 ZPO: Bindung an die Parteiantr&auml;ge\">\u00a7 308 Abs. 1 ZPO<\/a> nicht befugt, einer Partei etwas zuzusprechen, was nicht beantragt ist. (la) <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/308\/5\/3\">Zum Urteil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht K\u00f6ln hatte in einer aktuellen Entscheidung zu beurteilen, ob und inwieweit der Gestaltung eines Gebrauchsgegenstands wie im vorliegenden Fall eines Kamins urheberrechtlicher Schutz zukommen kann. (LG K\u00f6ln, Urteil v. 24.09.2008, Az. 28 O 531\/08). 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