{"id":38189,"date":"2018-03-06T20:26:30","date_gmt":"2018-03-06T19:26:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=38189"},"modified":"2018-03-08T17:02:52","modified_gmt":"2018-03-08T16:02:52","slug":"fhm-tinder-belgien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/kurioses-und-interessantes\/fhm-tinder-belgien\/","title":{"rendered":"Wer ist die Sch\u00f6nste im ganzen Land? &#8211; 30 Minuten tindern f\u00fcr die Top 20"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_38190\" aria-describedby=\"caption-attachment-38190\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-38190 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Fotolia_139729532_XS.jpg\" alt=\"FHM Tinder Belgien\" width=\"424\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Fotolia_139729532_XS.jpg 424w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Fotolia_139729532_XS-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-38190\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 bartsadowski &#8211; fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mehr als zehn Millionen User nutzen t\u00e4glich die Dating-App Tinder, die verspricht, durch einfaches nach links (nein Danke!) oder rechts (Oh yes!) Wischen, die gro\u00dfe Liebe oder Vergleichbares zu finden.<\/p>\n<p>Bei Tinder \u00fcberzeugt man weniger mit seinem Charakter oder seinen Interessen als mit seinem Aussehen \u2013 sprich: mit seinen Bildern. App-Nutzer haben nun also kein geringes Interesse daran die sch\u00f6nste Frau oder eben den sch\u00f6nsten Mann in der Umgebung zu finden.<\/p>\n<p>Das M\u00e4nnerportal FHM, das bis 2012 auch in Deutschland als Printmagazin erschien, hat sich diesem Interesse angenommen und in seinen Regionalausgaben die 20 \u201ebesten\u201c Tinderfunde ver\u00f6ffentlicht \u2013 mit Foto und Namen. So zum Beispiel in Stockholm oder \u2013 wie im aktuellsten Fall \u2013 in Flandern. Wie bequem ist das denn?<\/p>\n<h2>Matchrate bei M\u00e4nnern bei gerade einmal 0,6%<\/h2>\n<p>Na gut, als Mann muss man trotzdem immer noch selber wischen und darauf hoffen, dass eine der Top 20 Kandidatinnen das Interesse erwidert. Wenn man sich die <a href=\"https:\/\/www.technologyreview.com\/s\/601909\/how-tinder-feedback-loop-forces-men-and-women-into-extreme-strategies\/\">durchschnittliche Matchrate eines Mannes<\/a> auf Tinder von 0,6% zu Gem\u00fcte f\u00fchrt, ist die Chance, ein Match mit einer der vermeintlichen Top 20 Kandidatinnen zu bekommen, noch ungleich geringer. Eine Menge H\u00fcrden.<\/p>\n<p>Aber wenn man schon Mal so einen attraktiven Einblick in das Angebot der App bekommt, kann das sicher nur positive Auswirkungen auf die Nutzung von Tinder bewirken und bisher unentschlossene Singles vom Links-Rechts-System \u00fcberzeugen. Die Hoffnung stirbt \u2013 auch als 0,6%-Mann \u2013 ja bekanntlich zuletzt. Und da die Frauen ohnehin auf der Suche sind und ihre Bilder der (eingeschr\u00e4nkten) \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentieren\u2026 was machen da ein paar FHM Leser f\u00fcr einen Unterschied?<\/p>\n<h2>Foto-Objekte haben kein Mitspracherecht<\/h2>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich wussten die abgebildeten Frauen nichts von ihrer pl\u00f6tzlichen Prominenz \u00fcber das M\u00e4nnermagazin. Stellt sich nun die Frage: Darf FHM das? Die Antwort k\u00f6nnen wir vorwegnehmen: Naja. Nat\u00fcrlich nicht. Allerdings befinden wir uns in Belgien und nicht in Deutschland. In Belgien hat man als Foto-Objekt kein Mitspracherecht bei der Ver\u00f6ffentlichung, so die <a href=\"https:\/\/motherboard.vice.com\/de\/article\/qvvwzw\/das-desastrose-ergebnis-einer-halben-stunde-tindern-in-belgien\">Anw\u00e4ltin Charlotte Meindersma f\u00fcr Vice<\/a>. Das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung w\u00fcrde hier dem <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/persoenlichkeitsrecht\">Recht auf Privatsph\u00e4re<\/a> vorgezogen werden.<\/p>\n<p>In Deutschland ist das anders. Nat\u00fcrlich verletzt FHM in diesem Fall das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/medienrecht\/recht-am-eigenen-bild\">Recht am eigenen Bild<\/a> nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\" title=\"&sect; 22 KunstUrhG\">\u00a7\u00a7 22<\/a> und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/23.html\" title=\"&sect; 23 KunstUrhG\">23 KUG<\/a>. Und sollten die Frauen gegen eine Ver\u00f6ffentlichung vorgehen, st\u00fcnden die Chancen sehr hoch, dass die Bilder aus dem Artikel entfernt werden m\u00fcssten. Denn wir haben es bei einem Selfie auf Tinder weder mit einem Bildnis aus dem Bereich der Zeitgeschichte noch mit einem h\u00f6heren Interesse der Kunst zu tun. Pressefreiheit hin oder her.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserer freien Autorin Katharina Reber. Er ist Teil unseren neuen Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als zehn Millionen User nutzen t\u00e4glich die Dating-App Tinder, die verspricht, durch einfaches nach links (nein Danke!) oder rechts (Oh yes!) Wischen, die gro\u00dfe Liebe oder Vergleichbares zu finden. 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