{"id":3695,"date":"2011-03-10T08:10:19","date_gmt":"2011-03-10T06:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=3695"},"modified":"2011-03-10T08:10:19","modified_gmt":"2011-03-10T06:10:19","slug":"keine-kostendeckelung-nach-%c2%a7-97-a-abs-2-urhg-beim-filesharing-von-filmdateien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/keine-kostendeckelung-nach-%c2%a7-97-a-abs-2-urhg-beim-filesharing-von-filmdateien\/","title":{"rendered":"Keine Kostendeckelung nach \u00a7 97 a Abs. 2 UrhG beim Filesharing von Filmdateien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Filme sind teurer\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/gallery\/vpv\/euro.jpg\" alt=\"Filme sind teurer\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht Berlin hat nach einem Bericht der Kollegin <a href=\"http:\/\/www.ra-himburg-berlin.de\/urteile\/lg-berlin-verneint-anwendbarkeit-von-Par--97-a-abs--2-urhg-bei-illegalen-downloadangeboten-von-filmdateien--2011-03-08.html\" target=\"_blank\">Himburg<\/a> mit Beschluss vom 03.03.2011 Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=16%20O%20433\/10\" title=\"LG Berlin, 03.03.2011 - 16 O 433\/10: Anwendbarkeit von &sect; 97a UrhG auf im Internet illegal angeb...\">16 O 433\/10<\/a> entschieden, dass <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/97a.html\" title=\"&sect; 97a UrhG: Abmahnung\">\u00a7 97 a Abs. 2 UrhG<\/a> beim Filesharing einer Filmdatei nicht anwendbar ist. Damit sind die Rechtsanwaltskosten, entgegen einer weit verbreiteten Praxis im Bezug auf die Verteidigung der Filesharer von Filmen, nicht auf 100,00 EUR gedeckelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00dcber die Haftung als St\u00f6rer und die \u00fcbliche Verteidigungsstrategie ist bereits mehr als genug geschrieben worden. So dass wir uns an dieser Stelle lediglich mit dem interessanten, da selteneren Passagen des Beschlusses auseinandersetzen wollen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Gericht hat im Beschluss den geltend gemachten Streitwert in H\u00f6he von 10.000,- EUR f\u00fcr nicht beanstandungsw\u00fcrdig gehalten und dem Anschlussinhaber die Erstattung der Rechtsanwaltskosten in H\u00f6he von 651,80 EUR auferlegt. \u00dcber die m\u00f6gliche H\u00f6he des Streitwertes, die noch deutlich h\u00f6her z.B. mit 400.000,00 EUR angesetzt werden kann, haben wir bereits <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/2010\/12\/filesharing-lg-koln-starkt-die-position-der-rechteinhaber-weiter\/\" target=\"_blank\">berichtet<\/a>. In derartigen F\u00e4llen entstehen alleine Rechtsanwaltskosten i.H.v. 3.454,60 \u20ac.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Beschluss des LG Berlin reiht sich in eine Reihe gleichartiger Entscheidungen ein, wie z.B. der Beschluss des OLG K\u00f6ln, vom 27.12.10, Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20W%20155\/10\" title=\"OLG K&ouml;ln, 27.12.2010 - 6 W 155\/10: Isch kandidiere - Filesharing: Relevante Verwertungsphase vo...\">6 W 155\/10<\/a>, \u00fcber den wir <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/2011\/01\/olg-koln-anbieten-eines-filmes-auf-tauschborsen-ist-rechtsverletzung-in-gewerblichem-ausmas\/\" target=\"_blank\">berichteten<\/a>. Die Richterspr\u00fcche haben gemeinsam, dass die Anwaltskosten zugesprochen werden und im Filesharing eines einzelnen Filmwerkes eine erhebliche Rechtsverletzung gesehen wird, insbesondere dann, wenn der Film noch vor der relevanten Verwertungsphase in den Tauschb\u00f6rsen zug\u00e4nglich gemacht wird. Das LG Berlin schlie\u00dft sich richtigerweise der Entscheidung der OLG K\u00f6ln (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR-RR%202011,%2085\" title=\"OLG K&ouml;ln, 27.12.2010 - 6 W 155\/10: Isch kandidiere - Filesharing: Relevante Verwertungsphase vo...\">GRUR-RR 2011, 85<\/a>, 86 \u2013 M\u00e4nnersache) an, indem es annimmt, dass diese Verwertungsphase nicht schon mit dem Kinostart beginnt, sondern mit den DVD-Verkauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Abzuwarten bleibt, wann beratende Anw\u00e4lte den Filesharern die Illusion nehmen, mit einer Einmalzahlung von 100,00 \u20ac sei man auf der sicheren Seite. Es l\u00e4sst sich ein deutlicher Trend der Gerichte sp\u00fcren, der die Rechte der Rechteinhaber st\u00e4rkt und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/97a.html\" title=\"&sect; 97a UrhG: Abmahnung\">\u00a7 97 a Abs. 2 UrhG<\/a> und damit eine Deckelung der Rechtsanwaltskosten nicht zur Anwendung gelangen l\u00e4sst. (cs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht Berlin hat nach einem Bericht der Kollegin Himburg mit Beschluss vom 03.03.2011 Az. 16 O 433\/10 entschieden, dass \u00a7 97 a Abs. 2 UrhG beim Filesharing einer Filmdatei nicht anwendbar ist. 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