{"id":36868,"date":"2018-01-11T20:30:36","date_gmt":"2018-01-11T19:30:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=36868"},"modified":"2018-01-29T20:47:35","modified_gmt":"2018-01-29T19:47:35","slug":"aufschlaege-fuer-kreditkarte-sepa-ueberweisung-lastschrift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/aufschlaege-fuer-kreditkarte-sepa-ueberweisung-lastschrift\/","title":{"rendered":"Ab dem 13.1.2018 verboten: Aufschl\u00e4ge f\u00fcr Zahlungen mit Kreditkarte, SEPA-\u00dcberweisung oder Lastschrift"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_36880\" aria-describedby=\"caption-attachment-36880\" style=\"width: 437px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-36880 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Zahlung-mit-Kreditkarte.jpg\" alt=\"\" width=\"437\" height=\"274\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Zahlung-mit-Kreditkarte.jpg 437w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Zahlung-mit-Kreditkarte-90x56.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 437px) 100vw, 437px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36880\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 tl6781 &#8211; fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>H\u00e4ndler, insbesondere Onlineh\u00e4nder m\u00fcssen handeln.<\/p>\n<p>Am 13.01.2018 tritt das neue Gesetz zur Umsetzung der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie in Kraft. Rechtlicher Hintergrund dieses Gesetzes ist die zweite Zahlungsdiensterichtlinie der EU (Richtlinie (EU) 2015\/2366 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2015), die bis zum 13. Januar 2018 von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umzusetzen ist. \u00a0Dieses neue Gesetz soll das bislang geltende Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) ersetzen.<\/p>\n<h2>\u00a0Ziel des Gesetzes?<\/h2>\n<p>Das Gesetz soll den Wettbewerb und Innovationen im Zahlungsverkehr zu f\u00f6rdern, die Sicherheit von Zahlungen zu verbessern und die Rechte des Verbrauchers zu st\u00e4rken. Die Regelung soll europaweit gelten.\u00a0Dabei wurden die Vorschriften der alten Richtlinie an die innovativen Bezahlsysteme im Internet und per Mobilfunk angepasst, die teilweise noch im Entstehen begriffen sind. Neue Informations- und Haftungsvorschriften sollen einen st\u00e4rkeren Schutz der Kunden gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h2>Was \u00e4ndert sich?<\/h2>\n<p>Ein wichtige Neuerung des Gesetzes ist, dass zuk\u00fcnftig ab dem 13.01.2018 H\u00e4ndler f\u00fcr die folgende Zahlungsarten\u00a0keine Geb\u00fchren mehr erheben d\u00fcrfen \u2013 weder in Gesch\u00e4ften vor Ort noch im Internet:<\/p>\n<ul>\n<li>Zahlungen mit der <strong>Kreditkarte<\/strong>,<\/li>\n<li><strong>Sofort\u00fcberweisung<\/strong>,<\/li>\n<li>per <strong>SEPA-\u00dcberweisung<\/strong> oder<\/li>\n<li><strong>Lastschrift<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Im B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch (BGB) wird insofern der folgende Paragraf neu eingef\u00fcgt:<\/p>\n<blockquote><p><i>\u00a7 270a Vereinbarungen \u00fcber Entgelte f\u00fcr die Nutzung bargeldloser Zahlungsmittel<\/i><\/p>\n<p>Eine Vereinbarung, durch die der Schuldner verpflichtet wird, ein Entgelt f\u00fcr die Nutzung einer SEPA-Basislastschrift, einer SEPA-Firmenlastschrift, einer SEPA-\u00dcberweisung oder einer Zahlungskarte zu entrichten, ist unwirksam. Satz 1 gilt f\u00fcr die Nutzung von Zahlungskarten nur bei Zahlungsvorg\u00e4ngen mit Verbrauchern, wenn auf diese Kapitel II der Verordnung (EU) 2015\/751 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2015 \u00fcber Interbankenentgelte f\u00fcr kartengebundene Zahlungsvorg\u00e4nge (ABl. L 123 vom 19.5.2015, S. 1) anwendbar ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Eingef\u00fchrt wird somit das sog. Surcharging-Verbot, wonach H\u00e4ndler gegen\u00fcber Endkunden f\u00fcr bestimmte bargeldlose Zahlungsarten keine Geb\u00fchren mehr erheben d\u00fcrfen. Die o. g. EU-Richtlinie schreibt dies insbesondere f\u00fcr \u00dcberweisungen, Lastschriften und Kreditkartenzahlungen, deren Geb\u00fchrenh\u00f6he reguliert ist, vor.<\/p>\n<p>Nicht erfasst von dem Verbot sind die Zahlungsarten<\/p>\n<ul>\n<li>Nachnahme und<\/li>\n<li>PayPal<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr die Mitgliedsstaaten best\u00fcnde gem\u00e4\u00df der Richtlinie die M\u00f6glichkeit, dieses Surcharging-Verbot auch auf weitere Zahlungsdienste wie etwa Paypal auszuweiten. Der Finanzausschuss des Bundestags hat sich aber hiergegen ausgesprochen, so dass es bis auf weiteres, auch nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes, in Deutschland weiterhin m\u00f6glich bleibt Geb\u00fchren f\u00fcr Paypal-Zahlungen in begrenztem Umfang zu erheben.<\/p>\n<h2>Drohen Abmahnungen?<\/h2>\n<p><strong>Theoretisch<\/strong> ja. Da sich dabei um verbrauchersch\u00fctzende Vorschriften handelt, \u00a0stellen Verst\u00f6\u00dfe dagegen auch Verst\u00f6\u00dfe gegen das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\">Wettbewerbsrecht<\/a> dar und k\u00f6nnen durch Mitbewerber, Verbraucherschutzverb\u00e4nde oder zum Beispiel der Wettbewerbszentrale abgemahnt werden.<\/p>\n<p>Das Abmahnisiko darf unseres Erachtens auch in der <strong>Praxis<\/strong> nicht untersch\u00e4tzt werden. Denn es liegt auf der Hand, dass ein H\u00e4ndler, der sich an die Vorgaben h\u00e4lt und dem dadurch die entsprechenden Einnahmen entgehen, nicht lange dabei zuschauen wird, wie ein Konkurrent f\u00fcr bestimmte Zahlungsarten weiterhin Aufschl\u00e4ge berechnet.<\/p>\n<p>Welche Handlungsm\u00f6glichkeiten H\u00e4ndler nach einer Abmahnung haben, kann in unserem Beitrag: &#8220;<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/markenrecht\/lhr-ratgeber-abmahnungen\">Abmahnungen \u2013 Die 5 gr\u00f6\u00dften Fehler und gleichzeitig die 5 besten Reaktionsm\u00f6glichkeiten<\/a>&#8221; nachgelesen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e4ndler, insbesondere Onlineh\u00e4nder m\u00fcssen handeln. Am 13.01.2018 tritt das neue Gesetz zur Umsetzung der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie in Kraft. Rechtlicher Hintergrund dieses Gesetzes ist die zweite Zahlungsdiensterichtlinie der EU (Richtlinie (EU) 2015\/2366 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 25. 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