{"id":36423,"date":"2017-12-29T17:56:28","date_gmt":"2017-12-29T16:56:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=36423"},"modified":"2019-08-26T17:39:00","modified_gmt":"2019-08-26T16:39:00","slug":"werbeaussage-nach-traditioneller-metzgerkunst-irrefuehrende-werbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/lebensmittelrecht-arzneimittelrecht\/werbeaussage-nach-traditioneller-metzgerkunst-irrefuehrende-werbung\/","title":{"rendered":"Ist die Werbeaussage \u201eNach traditioneller Metzgerkunst\u201d irref\u00fchrende Werbung?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_36427\" aria-describedby=\"caption-attachment-36427\" style=\"width: 406px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-36427 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Fotolia_51320877_XS.jpg\" alt=\"irref\u00fchrende Werbung nach traditioneller Metzgerkunst LG Offenburg\" width=\"406\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Fotolia_51320877_XS.jpg 406w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Fotolia_51320877_XS-90x65.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36427\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 industrieblick &#8211; fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eEs geht um die Wurst\u201c- Die Wurst ist vielmehr als nur ein Nahrungsmittel, sie geh\u00f6rt zur deutschen Kultur. Genau aus diesem Grund will der Verbraucher nat\u00fcrlich wissen, wo und wie seine geliebte Wurst hergestellt wird.<\/em><\/p>\n<p>Auch die Richter des Landgerichts Offenburg mussten bei ihrer Entscheidung vom 15.9.2017 dieser Frage nachgehen (LG Offenburg, Urteil v. 15.9.2017, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=5%20O%2054\/16\" title=\"LG Offenburg, 15.09.2017 - 5 O 54\/16: Ist die Werbeaussage Nach traditioneller Metzgerkunst irr...\">5 O 54\/16<\/a>).<\/p>\n<h2>Zum Sachverhalt<\/h2>\n<p>Gegenstand des Rechtsstreits war die Werbeaussage \u201eNach traditioneller Metzgerkunst\u201c eines Fleischunternehmens. Die Kl\u00e4gerseite warf dem Unternehmen vor, dass sie zu den industriellen Fleischbetreiben geh\u00f6re. Die Abl\u00e4ufe seien industrialisiert. Zum Teil finde sogar die Verarbeitung woanders statt und es w\u00fcrden vorgefertigte Fleischprodukte zugekauft werden. Nur ein kleiner Teil der Fleischwaren werde handwerklich verarbeitet. Die Werbeaussage vermittle aber den Eindruck einer handwerklichen Produktion des Fleisches. Sie verschleiere daher mit ihrer Aussage die Unterscheidung zwischen industrieller und handwerklicher Fleischverarbeitung.<\/p>\n<h2>Handwerkliche oder industrielle Betriebsform?<\/h2>\n<p>Es musste daher zun\u00e4chst gekl\u00e4rt werden, um welche Betriebsform es sich bei dem Unternehmen handelt. Denn ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung versteht unter der Beschreibung \u201enach traditioneller Metzgerkunst hergestellt\u201c eine handwerkliche Herstellung. Handele es sich hier um einen Industriebetrieb, treffe die Aussage \u201eNach traditioneller Metzgerkunst\u201c auf das Unternehmen nicht zu.<\/p>\n<p>Auf der einen Seite sprach aus Sicht des Gerichts die Eintragung des Unternehmens in die Handwerksrolle f\u00fcr einen handwerklichen Betrieb. Auch die handwerkliche Fertigung von Fleischwaren in der sog. \u201eManufaktur\u201c des Unternehmens deutete auf einen Handwerksbetrieb hin.\u00a0Auf der anderen Seite konnte das Gericht durch Anh\u00f6rung verschiedener Zeugen und sogar einer Betriebsbesichtigung feststellen, dass ein Gro\u00dfteil der Fleischwaren industriell produziert wurde.<\/p>\n<p>Es stehe daher letztendlich nicht zweifelsfrei fest, ob das gesamte Fleischsortiment, sowie die Fleischerzeugnisse handwerklich gefertigt werden. Man k\u00f6nne daher nur von einer teilweisen handwerklichen Produktion sprechen. Die Werbeaussage vermittele aber den Eindruck, dass das gesamte Sortiment handwerklich gefertigt werde. Die Tatsache, dass der Verbraucher sich auf die Richtigkeit der Werbeaussage verl\u00e4sst, f\u00fchrte dazu, dass die Richter des Landgericht Offenburg in der Aussage\u00a0\u201eNach traditioneller Metzgerkunst\u201c eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\/verfolgung-unlauterer-werbung\">irref\u00fchrende Werbung<\/a> sahen, die gegen das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\">Wettbewerbsrecht<\/a> versto\u00dfe.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Der Verbraucher hat eine besondere G\u00fcte- und Wertvorstellung von handwerklich hergestellten Waren. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Lebensmittel. Werbeaussagen, die sich hierauf beziehen, sollten daher auch stimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs geht um die Wurst\u201c- Die Wurst ist vielmehr als nur ein Nahrungsmittel, sie geh\u00f6rt zur deutschen Kultur. 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