{"id":36180,"date":"2017-12-13T18:33:17","date_gmt":"2017-12-13T17:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=36180"},"modified":"2019-08-26T17:34:50","modified_gmt":"2019-08-26T16:34:50","slug":"lg-hagen-schleichwerbung-influencer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/social-media-recht\/lg-hagen-schleichwerbung-influencer\/","title":{"rendered":"LG Hagen: Weiteres Urteil zum Influencer-Marketing auf Instagram"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_36185\" aria-describedby=\"caption-attachment-36185\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-36185 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Fotolia_181795677_XS-1.jpg\" alt=\"LG Hagen Schleichwerbung Influencer \" width=\"424\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Fotolia_181795677_XS-1.jpg 424w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Fotolia_181795677_XS-1-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36185\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Wasana &#8211; fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Ab wann kann man bei einem Post auf Instagram von Schleichwerbung sprechen?\u00a0<\/em><em>Damit musste sich nach dem OLG Celle jetzt das Landgericht Hagen auseinandersetzen. \u00a0<\/em><\/p>\n<p>Seit einiger Zeit ist vor allem in sozialen Medien, wie bspw. Instagram oder Facebook, ein neuer Trend zu beobachten: <strong>\u201c<\/strong><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/wettbewerbsrecht\/schleichwerbung-influencer\">Influencer-Marketing<\/a><strong>\u201d<\/strong>.<\/p>\n<p>Vorliegend hatte eine &#8220;Mode-Influencerin&#8221;, auf ihrem Modeblog bei Instagram, Fotos gepostet, auf denen Luxusartikel erkennbar waren. Sie setzte auf die Bilder einen Link, der auf die entsprechende Homepage des jeweils beworbenen Unternehmens f\u00fchrte. Dort konnten ihre Followers dann das jeweilige Produkt im Online Shop des Unternehmens erwerben.<\/p>\n<p>Das Problem: Die Bilder waren weder als \u201e#Anzeige\u201c oder \u201e#Werbung\u201c gekennzeichnet, noch versuchte Sie es durch einen Begriffe wie \u201e#ad\u201d auf die Werbung aufmerksam zu machen (Ob dies ausreichend gewesen w\u00e4re, ist allerdings zweifelhaft: Bereits im Juni 2017 hatte das das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/news-ticker\/unzulaessige-instagram-werbung-rossmann-muss-im-wiederholungsfall-250-000-euro-zahlen\">OLG Celle den Begriff \u201e#ad\u201c als unzureichende Kenntlichmachung<\/a> deklariert.)<\/p>\n<h3>Die Entscheidung des LG Hagen<\/h3>\n<p>Die Richter des Landgerichts Hagen entschieden, dass es sich um Schleichwerbung handelt, wenn Produktfotos mit den Webseiten des Herstellers verlinkt sind, ohne dies entsprechend als Werbung zu kennzeichnen (LG Hagen, Urteil v. 3.9.2017, Az.\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=23%20O%2030\/17\" title=\"LG Hagen, 13.09.2017 - 23 O 30\/17: Rechtliche Anforderungen an das Influencer-Marketing\">23 O 30\/17<\/a>).<\/p>\n<p>Das Gericht monierte, dass der Verbraucher auch nach dem \u00e4u\u00dferen Anschein des gesamten Blogs dessen kommerziellen Charakter nicht erkennen konnte, sondern vielmehr der Eindruck entstand, es handele sich dabei um ein um ein reines Modeblog, auf dem die Beklagte sich mit ihren Anh\u00e4ngern \u00fcber ihre Outfits unterhalte. Insbesondere f\u00fcr die j\u00fcngere Generation sei das Vermischen von werbenden mit rein textlichen Elementen damit kaum erkennbar gewesen.<\/p>\n<h3>Versto\u00df gegen die Health-Claims-Verordnung<\/h3>\n<p>Des Weiteren warb die Mode-Bloggerin auf ihren Bildern f\u00fcr ein &#8220;Detox-Delight&#8221; Getr\u00e4nk. Auch dieses wurde nicht als Werbung kenntlich gemacht. Da die Mode-Bloggerin auf dem Bild f\u00fcr ein so genanntes \u201eDetox\u201c Produkt wirbt, verst\u00f6\u00dft sie nach den Hagenern Richtern damit aber nicht nur gegen das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\">Wettbewerbsrecht<\/a>, sondern auch gegen die <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/ab-heute-gilt-was-nicht-erlaubt-ist-ist-verboten\">Health-Claims-Verordnung<\/a>.<\/p>\n<p>Die Health-Claims-Verordnung ist eine Verordnung zum Gesundheitsschutz der EU. Sie regelt, wann und wie n\u00e4hrwertbezogene Angaben auf Lebensmitteln gemacht werden d\u00fcrfen. Dabei m\u00fcssen die Angaben wissenschaftlich fundiert und f\u00fcr den Verbraucher verst\u00e4ndlich sein. Unter dem Begriff \u201eDetox\u201c verstehe der durchschnittliche Verbraucher \u201eEntgiftung\/Entschlackung\u201c, diese Wirkung sei jedoch wissenschaftlich nicht erwiesen, so das Landgericht. Daher handele sich nach der Health-Claims-Verordnung um eine in der Werbung unzul\u00e4ssige gesundheitsbezogene Angabe.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Wer als \u201eInfluencer\u201c erfolgreich werden will, sollte jeden Post, mit dem er ein Produkt bewirbt, auch klar als Werbung kennzeichnen. Ansonsten handelt es sich um &#8220;Schleichwerbung&#8221; und es drohen Geldbu\u00dfen bis zu 500.000 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab wann kann man bei einem Post auf Instagram von Schleichwerbung sprechen?\u00a0Damit musste sich nach dem OLG Celle jetzt das Landgericht Hagen auseinandersetzen. \u00a0 Seit einiger Zeit ist vor allem in sozialen Medien, wie bspw. 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