{"id":35468,"date":"2017-10-26T10:06:54","date_gmt":"2017-10-26T09:06:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de?p=35468"},"modified":"2018-04-24T16:43:25","modified_gmt":"2018-04-24T15:43:25","slug":"npd-darf-keine-hoehner-lieder-mehr-spielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/npd-darf-keine-hoehner-lieder-mehr-spielen\/","title":{"rendered":"NPD darf keine H\u00f6hner-Lieder mehr spielen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_35469\" aria-describedby=\"caption-attachment-35469\" style=\"width: 470px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-35469\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/157_microfon.jpg\" alt=\"\" width=\"470\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/157_microfon.jpg 470w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/157_microfon-90x50.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-35469\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 ALDECAstudio &#8211; Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Da h\u00f6rt der Spa\u00df aber doch mal auf: Die NPD hatte zwei Lieder der K\u00f6lner Kult-Band &#8220;H\u00f6hner&#8221; im Wahlkampf verwendet: &#8220;Wenn nicht jetzt, wann dann?&#8221; und &#8220;Jetzt geht&#8217;s los&#8221;. Das Oberlandesgericht Th\u00fcringen hatte dem schon einen deutlichen Riegel vorgeschoben und der Partei die Verwendung der Songs aus Gr\u00fcnden des Urheberpers\u00f6nlichkeitsrechts verboten. Die Th\u00fcringer NPD wollte sich das Singen aber nicht verbieten lassen und erhob Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision vor dem BGH &#8211; was zeitnah abgeschmettert wurde.<!--more--><\/p>\n<p>Der BGH hat das Urteil des OLG mit Beschluss vom 11. Mai 2017 best\u00e4tigt. Der Senat sah das Urheberpers\u00f6nlichkeitsrecht als verletzt an, da die Lieder bewusst in die Dramaturgie einer Wahlkampfveranstaltung eingebaut worden waren und nicht nur als blo\u00dfe Hintergrundmusik.<\/p>\n<p>Arno Lampmann, Fachanwalt f\u00fcr gewerblichen Rechtsschutz und Partner bei LHR &#8211; Kanzlei f\u00fcr Marken, Medien, Reputation: &#8220;Genau dieses Detail l\u00f6st den Unterlassungsanspruch aufgrund Verletzung des Urheberpers\u00f6nlichkeitsrechts aus: Die H\u00f6hner sind immer sehr \u00f6ffentlich auf Distanz zur NPD gegangen und haben sich auch stets \u00f6ffentlich ablehnend zu den Zielen der Partei positioniert. Deshalb kann kein Zweifel daran herrschen, dass die H\u00f6hner es offensichtlich nie gestattet h\u00e4tten, als Anheizer f\u00fcr NPD-Wahlkampfveranstaltungen missbraucht zu werden, wenn sie denn gefragt worden w\u00e4ren.&#8221;<\/p>\n<p>Oder um es mit den Worten des BGH zu sagen: &#8220;Jedenfalls bei der vorliegenden dramaturgischen Einbindung der Musikst\u00fccke in die Wahlkampfveranstaltung durch eine Partei, gegen deren politische Ziele sich die Kl\u00e4ger bereits \u00f6ffentlich ausgesprochen hatten und die vom BVerfG als verfassungsfeindlich eingestuft worden ist, ist im Rahmen der gebotenen Interessenabw\u00e4gung den Interessen der Urheber der Vorzug zu geben&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da h\u00f6rt der Spa\u00df aber doch mal auf: Die NPD hatte zwei Lieder der K\u00f6lner Kult-Band &#8220;H\u00f6hner&#8221; im Wahlkampf verwendet: &#8220;Wenn nicht jetzt, wann dann?&#8221; und &#8220;Jetzt geht&#8217;s los&#8221;. 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