{"id":3271,"date":"2011-02-11T08:42:09","date_gmt":"2011-02-11T06:42:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=3271"},"modified":"2011-02-11T08:42:09","modified_gmt":"2011-02-11T06:42:09","slug":"unwahre-snippets-sind-der-suchmaschine-google-ihr-geschaftsmodell-sein-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/unwahre-snippets-sind-der-suchmaschine-google-ihr-geschaftsmodell-sein-tod\/","title":{"rendered":"Unwahre Snippets sind der Suchmaschine Google ihr Gesch\u00e4ftsmodell sein Tod"},"content":{"rendered":"[:de]\n<p style=\"text-align: justify\">Wie <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2011\/02\/04\/googles-sorgen-mit-einem-gekrankten-autor\/\" target=\"_blank\">Udo Vetter<\/a> vor ein paar Tagen berichtete, hat das Kammergericht, das Oberlandesgericht Berlins im Beschlusswege (Kammergericht Berlin, Beschluss vom 03.11.2009, AZ: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=9%20W%20196\/09\" title=\"KG, 03.11.2009 - 9 W 196\/09: Zur Pers&ouml;nlichkeitsverletzung durch den Suchmaschinenbetreiber dur...\">9 W 196\/09<\/a>) der Suchmaschine Google bereits im Oktober 2009 verboten, den folgenden so genannten Snippet im Rahmen seiner Suchergebnisse zu ver\u00f6ffentlichen:<\/p>\n<blockquote style=\"text-align: justify\"><p><em>\u201eSchowbusiness: Eklat &#8211; B. S. tritt unter Buhrufen ab \u2026 6. M\u00e4rz 2008 \u2026 Aber ein sichtlich verwirrter B. S. und ein besserwisserisches Publikum verwandelten den sprachkritischen Abend in ein \u2026www&#8230;de\/&#8230;\/Eklat_B._S. _tritt_unter_Buhrufen_ab. html &#8211; Im Cache &#8211; \u00c4hnlich\u201c. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieses Suchergebnis warf die Suchmaschine Google bei der Eingabe der Suchworte &#8220;Bastian Sick&#8221; auf der ersten Seite aus. Der Link f\u00fchrte zu einem Artikel mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/satire\/article1765091\/Eklat_Bastian_Sick_tritt_unter_Buhrufen_ab.html\" target=\"_blank\">&#8220;Eklat &#8211; Bastian Sick tritt unter Buhrufen ab&#8221;<\/a>, einem nach einigem Lesen erkennbar satirischen aber ebenso erkennbar unlustigen Artikel in der Welt Online.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Autor von bekannten Werken wie der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/zwiebelfisch\/\" target=\"_blank\">Zwiebelfisch-Kolumne<\/a> oder der <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Dativ-ist-dem-Genitiv-sein\/dp\/3462034480\" target=\"_blank\">&#8220;Dativ&#8221;-Buchreihe<\/a> griff mit seinem Verf\u00fcgungsantrag vor dem Landgericht Berlin folgerichtig auch nicht den eigentlichen Artikel, sondern das von Google ausgeworfene Suchergebnis in Gestalt des oben sichtbaren &#8220;Snippets&#8221; an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem das Landgericht Berlin dem Antrag nicht folgen wollte, erlie\u00df die n\u00e4chste Instanz, das KG Berlin, dann aber die begehrte Eilverf\u00fcgung. Das KG f\u00fchrt insoweit unter anderem aus:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#8220;(&#8230;)Hiernach ist der objektive Sinngehalt des streitgegenst\u00e4ndlichen Snippets, dass der Antragsteller am 6. M\u00e4rz 2008 einen vollkommen misslungenen Auftritt vor einem Publikum hatte, so dass er gezwungen war, unter Buhrufen abzutreten. Diese Aussage ist auch eindeutig. Aus dem Snippet selbst ergibt sich kein Anhaltspunkt daf\u00fcr, dass es sich um eine satirische Darstellung handeln k\u00f6nnte und ein solcher Auftritt tats\u00e4chlich gar nicht stattgefunden hat. Der blo\u00dfe Begriff \u201eSchowbusiness\u201c, der nach Ansicht der A. S.-AG, als Verantwortliche f\u00fcr den Beitrag in W.-ONLINE, bereits vom satirischen Charakter(\u201eSc(sic!)howbusiness\u201c) zeugen soll, reicht f\u00fcr ein anderes Verst\u00e4ndnis nicht aus.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Entgegen den <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2011\/02\/04\/googles-sorgen-mit-einem-gekrankten-autor\/#comments\" target=\"_blank\">Kommentaren der Wutb\u00fcrger<\/a>, die wo dem Udo sein Blog lesen, und die von diesem &#8211; wie gewohnt &#8211; auch in diese Richtung gelenkt werden, ist diese Entscheidung folgerichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Denn Google ist sp\u00e4testens dann nicht mehr blo\u00dfer &#8220;Mittler zu Inhalten&#8221; im Netz, wenn sich die Suchergebnisse nicht in der Ausgabe von Links ersch\u00f6pfen, sondern die Suchmaschine sich &#8211; jedenfalls dem \u00e4u\u00dferen Anschein nach &#8211; als Aufbereiter der verlinkten Inhalte dergestalt geriert, so dass der Leser den Eindruck gewinnen kann, dass Google den zu erwartenden Inhalt dem wesentlichen Inhalt nach mundgerecht zusammenfasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn dann so falsche Tatsachenbehauptungen im Raum stehen, gibt es rechtlich keine andere M\u00f6glichkeit, als dem Verursacher &#8211; hier Google &#8211;\u00a0 die Verbreitung dieser falschen Tatsachen zu verbieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir sind sicher, das viele (im \u00dcbrigen \u00fcberwiegend anonymen) Kommentatoren und Leser des lawblogs diese strenge Vorgehensweise\u00a0 jedenfalls dann sofort unterst\u00fctzen w\u00fcrden, wenn sie selbst in einer f\u00fcr sie nachteiligen Weise in die \u00d6ffentlichkeit gezerrt w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl: Im Boulevardbereich gilt nat\u00fcrlich &#8220;even bad press is good press&#8221; (la)<\/p>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"width: 1px;height: 1px;overflow: hidden;text-align: justify\">http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/zwiebelfisch\/<\/div>\n[:en]\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Als Titelbild fehl am Platz, da Google doch immer nur helfen will.\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/gallery\/vpv\/dollar.jpg\" alt=\"Als Titelbild fehl am Platz, da Google doch immer nur helfen will.\" \/>Wie <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2011\/02\/04\/googles-sorgen-mit-einem-gekrankten-autor\/\" target=\"_blank\">Udo Vetter<\/a> vor ein paar Tagen berichtete, hat das Kammergericht, das Oberlandesgericht Berlins im Beschlusswege (Kammergericht Berlin, Beschluss vom 03.11.2009, AZ: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=9%20W%20196\/09\" title=\"KG, 03.11.2009 - 9 W 196\/09: Zur Pers&ouml;nlichkeitsverletzung durch den Suchmaschinenbetreiber dur...\">9 W 196\/09<\/a>) der Suchmaschine Google bereits im Oktober 2009 verboten, den folgenden so genannten Snippet im Rahmen seiner Suchergebnisse zu ver\u00f6ffentlichen:<\/p>\n<blockquote style=\"text-align: justify\"><p><em>\u201eSchowbusiness: Eklat &#8211; B. S. tritt unter Buhrufen ab \u2026 6. M\u00e4rz 2008 \u2026 Aber ein sichtlich verwirrter B. S. und ein besserwisserisches Publikum verwandelten den sprachkritischen Abend in ein \u2026www&#8230;de\/&#8230;\/Eklat_B._S. _tritt_unter_Buhrufen_ab. html &#8211; Im Cache &#8211; \u00c4hnlich\u201c. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieses Suchergebnis warf die Suchmaschine Google bei der Eingabe der Suchworte &#8220;Bastian Sick&#8221; auf der ersten Seite aus. Der Link f\u00fchrte zu einem Artikel mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/satire\/article1765091\/Eklat_Bastian_Sick_tritt_unter_Buhrufen_ab.html\" target=\"_blank\">&#8220;Eklat &#8211; Bastian Sick tritt unter Buhrufen ab&#8221;<\/a>, einem nach einigem Lesen erkennbar satirischen aber ebenso erkennbar unlustigen Artikel in der Welt Online.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Autor von bekannten Werken wie der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/zwiebelfisch\/\" target=\"_blank\">Zwiebelfisch-Kolumne<\/a> oder der <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Dativ-ist-dem-Genitiv-sein\/dp\/3462034480\" target=\"_blank\">&#8220;Dativ&#8221;-Buchreihe<\/a> griff mit seinem Verf\u00fcgungsantrag vor dem Landgericht Berlin folgerichtig auch nicht den eigentlichen Artikel, sondern das von Google ausgeworfene Suchergebnis in Gestalt des oben sichtbaren &#8220;Snippets&#8221; an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem das Landgericht Berlin dem Antrag nicht folgen wollte, erlie\u00df die n\u00e4chste Instanz, das KG Berlin, dann aber die begehrte Eilverf\u00fcgung. Das KG f\u00fchrt insoweit unter anderem aus:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#8220;(&#8230;)Hiernach ist der objektive Sinngehalt des streitgegenst\u00e4ndlichen  Snippets, dass der Antragsteller am 6. M\u00e4rz 2008 einen vollkommen  misslungenen Auftritt vor einem Publikum hatte, so dass er gezwungen  war, unter Buhrufen abzutreten. Diese Aussage ist auch eindeutig. Aus  dem Snippet selbst ergibt sich kein Anhaltspunkt daf\u00fcr, dass es sich um  eine satirische Darstellung handeln k\u00f6nnte und ein solcher Auftritt  tats\u00e4chlich gar nicht stattgefunden hat. Der blo\u00dfe Begriff  \u201eSchowbusiness\u201c, der nach Ansicht der A. 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