{"id":32011,"date":"2017-07-15T10:37:55","date_gmt":"2017-07-15T09:37:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=32011"},"modified":"2018-05-08T13:35:46","modified_gmt":"2018-05-08T12:35:46","slug":"fotograf-zahlt-fuer-unzulaessige-ebola-inszenierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/fotograf-zahlt-fuer-unzulaessige-ebola-inszenierung\/","title":{"rendered":"Fotograf zahlt f\u00fcr unzul\u00e4ssige Ebola-Inszenierung"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_32012\" aria-describedby=\"caption-attachment-32012\" style=\"width: 470px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-32012\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/116_Ebola.jpg\" alt=\"\" width=\"470\" height=\"314\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/116_Ebola.jpg 470w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/116_Ebola-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32012\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 mirkograul &#8211; Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Das Oberlandesgericht K\u00f6ln hat einen Fotografen zu Schadensersatz verurteilt, weil er das Foto eines angeblichen Ebolapatienten ohne dessen Zustimmung und auch ohne entsprechende Bitte um Verpixelung an eine Redaktion zur Ver\u00f6ffentlichung weitergegeben hatte (OLG K\u00f6ln, Beschuss v. 02.06.2017, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=III-1%20RVs%2093\/17\" title=\"OLG K&ouml;ln, 02.06.2017 - 1 RVs 93\/17: Strafbarkeit eines Fotojournalisten wegen der Ver&ouml;ffentlich...\">III-1 RVs 93\/17<\/a>).<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Der Fotograf hatte jegliche Sorgfaltspflichten und die Berufsehre komplett \u00fcber den Haufen geworfen, und aus einer zuf\u00e4lligen Momentaufnahme in einem Klinikum das Szenario einer Ebola-Infektion fotografisch inszeniert. Allerdings: Nur weil behandelnde \u00c4rzte einen Mundschutz tragen und sich \u00fcber Ebola unterhalten, muss der Patient im Bett nicht unbedingt infiziert sein. Der mit dem Handy fotografierte Patient bat um L\u00f6schung, die anwesenden \u00c4rzte erkl\u00e4rten, dass er nicht an Ebola erkrankt sei und auch die herbeigerufene Polizei konnte eine L\u00f6schung des Fotos nicht erreichen.<br \/>\nMehrere Redaktionen pr\u00fcften seinen Beitrag nach Vorlage, ein Onlinemagazin ver\u00f6ffentlichte das Bild und die angeblichen Informationen des skrupellosen Journalisten, der niemals irgendwelche Zweifel an der Echtheit seiner Informationen zugelassen und auch nicht \u2013 vorsichtshalber \u2013 um die Unkenntlichmachung durch so genanntes \u201eVerpixeln\u201c gebeten hatte.<\/p>\n<p>Arno Lampmann, Fachanwalt f\u00fcr gewerblichen Rechtsschutz und Partner bei LHR \u2013 Kanzlei f\u00fcr Marken, Medien, Reputation: \u201eDabei ist es ganz einfach: Nach. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/33.html\" title=\"&sect; 33 KunstUrhG\">\u00a7\u00a7 33 Abs. 1 Nr. 1<\/a>, 22, 23 Kunsturhebergesetz (KunstUrhG) hat der Fotograf das Bild ohne Genehmigung des Fotografierten und ohne besonderes Interesse der \u00d6ffentlichkeit verteilt\u201c Das LG Aachen verurteilte ihn daher zu 25 Tagess\u00e4tzen. Der Staatsanwaltschaft erschien das zu wenig und die Berufungsinstanz erh\u00f6he die Strafe auf 40 Tagess\u00e4tze. Auf die Revision des Beklagten hin wollte auch das OLG bestehendes Recht nicht umdeuten: \u00d6ffentliches Interesse an Informationen zum Thema Ebola sei zwar stets vorhanden, zuf\u00e4llig und ohne konkreten Sachbezug entstandene Fotos d\u00fcrfen aber ohne Einwilligung des Fotografierten nicht ver\u00f6ffentlicht werden. Lampmann: \u201eW\u00e4re der Patient wirklich an Ebola erkrankt und w\u00fcrde wirklich die Gefahr einer Epidemie drohen, dann w\u00e4re der juristische Sachverhalt sicherlich ein anderer gewesen. Aber selbst dann h\u00e4tte auf das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\">Pers\u00f6nlichkeitsrecht<\/a> des Abgebildenten R\u00fccksicht genommen werden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Das OLG attestierte eine massive Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzung und nannte das Vorgehen des Fotografen plakativ und entw\u00fcrdigend. Den Einwand, dass die Redaktion f\u00fcr notwendige Verpixelungen zust\u00e4ndig gewesen sei, legte der Senat schnell zu den Akten: Ihm als Fotografen allein h\u00e4tte die Pflicht zur Sorgfalt bewusst sein m\u00fcssen und er h\u00e4tte f\u00fcr die Verpixelung sorgen m\u00fcssen. Das Urteil ist rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht K\u00f6ln hat einen Fotografen zu Schadensersatz verurteilt, weil er das Foto eines angeblichen Ebolapatienten ohne dessen Zustimmung und auch ohne entsprechende Bitte um Verpixelung an eine Redaktion zur Ver\u00f6ffentlichung weitergegeben hatte (OLG K\u00f6ln, Beschuss v. 02.06.2017, Az. III-1 RVs 93\/17).<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32012,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[13],"tags":[12,1128,15042,15043],"class_list":["post-32011","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","tag-personlichkeitsrecht","tag-recht-am-eigenen-bild","tag-ebola","tag-fotograf-zahlt"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32011"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32011\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}