{"id":31834,"date":"2017-07-10T06:41:37","date_gmt":"2017-07-10T05:41:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=31834"},"modified":"2018-05-08T14:35:55","modified_gmt":"2018-05-08T13:35:55","slug":"namensrechte-an-fussball-stadien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/sportrecht\/namensrechte-an-fussball-stadien\/","title":{"rendered":"Dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion \u2013 Namensrechte an Fussball-Stadien"},"content":{"rendered":"
\"Namensrechte
\u00a9 Thomas Reimer – Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n

Ein immer wieder interessantes Thema in der Sommerpause, in der auch der Bundesligafu\u00dfball ruht, ist das Thema der Namensrechte an Fussball-Stadien\u00a0der Republik.<\/em><\/p>\n

Vom Volksparkstadion \u00fcber die\u00a0AOL Arena,\u00a0HSH Nordbank Arena bis zur Imtech Arena und zur\u00fcck<\/h3>\n

Insbesondere wenn ein entsprechender Vertrag eines Sponsors ausl\u00e4uft und es zu einer Umbenennung kommt, ist das Thema der Namensrechte in aller Munde, da es f\u00fcr Fans eben schon einen Unterschied macht, ob sie bspw. in Hamburg in die \u201eAOL Arena\u201c, die \u201eHSH Nordbank Arena\u201c, die \u201eImtech Arena\u201c oder in das \u201eVolksparkstadion\u201c pilgern \u2013 denn irgendwie wird ja das eigene \u201eWohnzimmer\u201c umbenannt.<\/p>\n

An dem Hamburger Fall l\u00e4sst sich hierbei auch gut ein gewisser Wandel in der Partnerschaft der Sportclubs mit den namensgebenden Sponsoren veranschaulichen.<\/p>\n

Zun\u00e4chst f\u00fchrte in Hamburg der Weg weg vom althergebrachten \u201eVolksparkstadion\u201c und hin zum ersten Namenssponsor AOL im Jahr 2001 \u2013 Hamburg war hier sogar bundesweit Vorreiter. Doch schon kurz nach dem Deal mit AOL, bemerkte man in Hamburg, dass mit Stadionnamen durchaus eine gewisse Emotionalit\u00e4t verbunden ist. Fans konnten sich mit einem internationalen Konzern als Namensgeber, der keinen Bezug zu Hamburg aufweist, kaum identifizieren. So bem\u00fchte man sich nach dem Ende des AOL-Vertrags um regionale Wirtschaftsgr\u00f6\u00dfen und fand schlie\u00dflich im Jahr 2007 die HSH Nordbank, die aber im Zuge der Finanzkrise die Namensrechte 2010 wieder abgeben musste. Doch auch im Anschluss konnte ein Hamburger Unternehmen \u2013 Imtech \u2013 als Namensgeber gewonnen werden. Als auch die Imtech in finanziell schwieriges Fahrwasser geriet, schloss sich letztlich wieder der Kreis und der Hamburger M\u00e4zen Klaus-Michael K\u00fchne erwarb die Namensrechte, nur um dem Stadion fast f\u00fcnfzehn Jahre nach der erstmaligen Umbenennung wieder seinen urspr\u00fcnglichen Namen \u201eVolksparkstadion\u201c zur\u00fcckzugeben.<\/p>\n

Dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion<\/h3>\n

Die Namensgebung bedeutender Sportst\u00e4tten hat nicht nur emotionale, sondern auch gesellschaftliche Bez\u00fcge. So wird dem\u00a0ehemaligen Bundespr\u00e4sidenten Johannes Rau auf die Frage, ob Fu\u00dfballstadien nicht auch einmal nach Frauen benannt werden sollten, die rhetorische Gegenfrage zugeschrieben:<\/p>\n

“Und wie sollen wir das denn nennen? Dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion?\u201c<\/p><\/blockquote>\n

Das Thema \u201eNamensrechte\u201c von Sportstadien ist also durchaus ein komplexes Thema \u2013 es wird schlie\u00dflich nicht irgendeine Werbebande erworben. Dies zeigt die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Geschichte in Hamburg ebenso wie der Umstand, dass derzeit mit Werder Bremen, Borussia M\u00f6nchengladbach und Hertha BSC Berlin drei Bundesligavereine in Stadien spielen, die keine Namen von Sponsoren tragen.\u00a0Nicht alles passt mit allem zusammen und damit eine Zusammenarbeit erfolgreich ist, m\u00fcssen etliche Faktoren ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n

Namensrechte an Fussball-Stadien \u2013 von 100.000 \u20ac bis 6 Millionen \u20ac ist alles drin<\/h3>\n

Eine Rolle spielt hier selbstverst\u00e4ndlich auch der Preis der Namensrechte. In der Bundesliga ist die Spanne gro\u00df. W\u00e4hrend Bayern M\u00fcnchen und Schalke ca. sechs Millionen Euro pro Saison erl\u00f6sen, sind es bei den kleineren Clubs manchmal kaum eine Million Euro.<\/p>\n

Ob die Spanne von wenigen Hunderttausend Euro bis hin zu sechs Millionen Euro bereits das Ende der Fahnenstange bedeutet, ist angesichts der Summen, die in der Bundesliga hinsichtlich Transfer- und TV-Erl\u00f6sen mittlerweile zur Normalit\u00e4t geworden sind, eher unwahrscheinlich. Die Gegenleistungen f\u00fcr den Erwerb der Namensrechte an Bundesligastadien d\u00fcrften auch k\u00fcnftig tendenziell noch ansteigen.<\/p>\n

Umso mehr gilt es darauf zu achten, wie Vertragswerke ausgestaltet werden. Es ist \u00e4u\u00dferst wichtig, detailliert festzulegen, wo rechtliche Grenzen zwischen Sponsor und Club verlaufen und auch wie die Namensrechte im Falle von Verletzungen konsequent und nachdr\u00fccklich durchgesetzt werden.<\/p>\n

Unser Sportrechtsdezernat<\/a> ber\u00e4t Sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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