{"id":31531,"date":"2017-06-30T04:49:18","date_gmt":"2017-06-30T03:49:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=31531"},"modified":"2018-02-16T14:49:18","modified_gmt":"2018-02-16T13:49:18","slug":"bilderklau-im-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/bilderklau-im-internet\/","title":{"rendered":"5 Dinge, die Sie zum Thema Bilderklau im Internet wissen sollten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_31754\" aria-describedby=\"caption-attachment-31754\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-31754 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/bilderklau-im-internet.jpg\" alt=\"Bilderklau\" width=\"424\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/bilderklau-im-internet.jpg 424w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/bilderklau-im-internet-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-31754\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 alphaspirit &#8211; Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Sie verdienen Ihr Geld als Fotograf oder betreiben beispielsweise einen Online-Shop? Dann werden Sie folgendes Problem kennen: <strong>Bilderklau im Internet<\/strong>! Und der ist mehr als \u00e4rgerlich. <\/em><\/p>\n<p><em>Wir zeigen 5 Dinge auf, mit welchen Bildschaffende oder etwa Erwerber ausschlie\u00dflicher Nutzungsrechte an\u00a0Fotografien\u00a0konfrontiert werden, wenn sie erstmals Opfer von Bilderklau werden.\u00a0<\/em><\/p>\n<div class=\"box \"><div class=\"box__content\">\n<h3>\u00dcbersicht<\/h3>\n<ol>\n<li><a href=\"#Internet\">Was ist Bilderklau im Internet?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Betroffenen\">Die Betroffenen von Bilderklau im Internet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Schutz\">Schutz und Schadensersatz bei Bilderklau im Internet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Bilderklau\">Bilderklau mit Suchdiensten effizient unterbinden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#perfekte\">Was ist die perfekte L\u00f6sung?<\/a><\/div><\/div><\/li>\n<\/ol>\n<h3 id=\"Internet\">1. Was ist Bilderklau im Internet?<\/h3>\n<p>Leider m\u00fcssen wir immer wieder feststellen, dass Bilderklau in den Augen vieler als Kavaliersdelikt gilt. Es scheint gang und g\u00e4be zu sein, <strong>urheberrechtlich\u00a0gesch\u00fctzte Fotos<\/strong>\u00a0\u2013 \u00a0selbst einfachste Knipsbilder sind nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/72.html\" title=\"&sect; 72 UrhG: Lichtbilder\">\u00a7 72 UrhG<\/a> gesch\u00fctzt \u2013 zu \u00fcbernehmen und f\u00fcr eigene Zwecke zu verwenden. Sei es, um den eigenen Online-Blog aufzuwerten, sei es, um die Produkte im eigenen Online-Shop mit Bildern der Konkurrenz zu bewerben oder aber ein anderweitiges Waren- oder Dienstleistungsangebot mithilfe fremder Fotoaufnahmen von deren sch\u00f6nen Seite zu pr\u00e4sentieren und der Kundschaft schmackhaft zu machen.<\/p>\n<p>Das Verlockende hieran ist aus Sicht des &#8220;suchenden Nutzers&#8221; nat\u00fcrlich, mit welcher <strong>Leichtigkeit<\/strong> Bilderklau bewerkstelligt werden kann. Hat man das passende Bild f\u00fcr seine Zwecke erstmal gefunden, braucht es nur wenige Klicks, und das Bild ist auf dem eigenen Rechner gespeichert und kann ohne Umwege wieder online gestellt, weiter vervielf\u00e4ltigt, nachbearbeitet oder anderweitig genutzt werden.<\/p>\n<p>Es sei dahingestellt, ob dies im vollen Bewusstsein geschieht oder man mit einer gewissen Naivit\u00e4t davon ausgeht, Bilderklau sei rechtens. Fakt ist in jedem Fall: Bilderklau ist ein wahres Missvergn\u00fcgen f\u00fcr die Betroffenen, die sich vor die Frage gestellt sehen, wie sie &#8211; wenn sie Bilderklau schon nicht entgehen k\u00f6nnen &#8211; zumindest ihre Rechte effektiv durchsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"#top\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h3 id=\"Betroffenen\">2. Die Betroffenen von\u00a0Bilderklau im Internet<\/h3>\n<p>Zu den Betroffenen z\u00e4hlen alle m\u00f6glichen Bildschaffenden. Zun\u00e4chst sind an dieser Stelle <strong>professionelle Fotografen<\/strong> zu nennen. Neben den Kosten f\u00fcr das technische Equipment ist der Arbeitsaufwand f\u00fcr jedes einzelne Bild hoch. Nicht nur die Vorbereitung f\u00fcr ein Shooting ist zeitaufw\u00e4ndig, auch die Nachbearbeitung von Bildern mit den entsprechenden Programmen, wie bspw. Photoshop, beansprucht zeitliche und geistige Ressourcen.<\/p>\n<p>Die Zeit, der Aufwand und die eigene Kreativit\u00e4t wollen entsprechend entlohnt werden. Was viele Intetnetnutzer leider leicht aus dem Blick verlieren ist, dass vor allem professionelle Fotografen durch die Auswertung des von ihnen geschaffenen Bilderbestands ihren Lebensunterhalt bestreiten. Neben dem finanziellen Aspekt ist aber nat\u00fcrlich auch die durch Bilderklau fehlende Anerkennung der eigenen Arbeit zum Haare raufen. In dieser Hinsicht kommt auch noch das ideelle Interesse hinzu, \u00fcber das Schicksal der Ergebnisse des eigenen Schaffens selbst bestimmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur professionelle Fotografen sind betroffen. Auch <strong>Online-Shop-Betreiber<\/strong> haben mit den Folgen von Bilderklau zu k\u00e4mpfen. Man versucht sich selbst &#8220;nebenberuflich&#8221; als Fotograf oder l\u00e4sst Bilder durch Dritte anfertigen, um die eigenen Produkte optimal bewerben zu k\u00f6nnen, und dann stellt man fest: Mitbewerber nutzen die erstellten Bilder zu eigenen Werbezwecken. Solch ein Bilderklau ist in zweierlei Hinsicht \u00e4rgerlich: Die Konkurrenz erspart sich auf diese Weise einen entsprechenden Zeit- und Kostenaufwand f\u00fcr die Entwicklung und Fertigung ihrer eigenen Produktbebilderung und zieht aus den ohne Erlaubnis \u00fcbernommenen fremden Produktbildern dar\u00fcber hinaus noch Nutzen f\u00fcr die eigene Absatzf\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Neben den eben genannten professionelle Fotografen und Online-Shop-Betreibern haben auch <strong>Bildagenturen<\/strong> ein nat\u00fcrliches Interesse daran, sich gegen unberechtigte Bildnutzungen zu sch\u00fctzen. Diese sind allerdings nicht origin\u00e4r Inhaber der urheberrechtlichen Positionen, sondern leiten ihre betreffenden Berechtigung, wie zum Teil auch Shop-Betreiber, sofern diese nicht selbst Urheber der Bilder sind, von den jeweiligen Urhebern ab. Dasselbe gilt beispielsweise auch f\u00fcr sonstige Auftraggeber oder anderweitige Endnutzer, die sich beispielsweise eine ausschlie\u00dfliche Lizenz einr\u00e4umen lie\u00dfen und nun am m\u00f6glichst effektiven Schutz der insoweit erworbenen Rechtspositionen interessiert sind.<\/p>\n<p><a href=\"#top\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h3 id=\"Schutz\">3. Schutz und Schadensersatz bei Bilderklau im Internet<\/h3>\n<p>Ein solcher Schutz ist in mehrerlei Hinsicht denkbar. Er kann zum einen darauf ausgerichtet sein, die unberechtigte Bildnutzung g\u00e4nzlich oder auch punktuell zu unterbinden und insoweit die Kontrolle dar\u00fcber zur\u00fcck zu gewinnen, von wem, auf welche Art und in welchem Umfang der eigene Bilderbestand verwendet wird. Zum anderen r\u00fcckt der finanzielle Aspekt in den Fokus. Sei es in Gestalt einer Nachlizenzierung, sei es in Form einer Schadensersatzzahlung: Wer sich einfach fremder Bilder bedient und dadurch wirtschaftliche Vorteile erzielt, hat den Rechteinhaber f\u00fcr die betreffenden Verwertungsm\u00f6glichkeiten in einer angemessenen Weise zu entgelten. LHR hat bereits in zahlreichen F\u00e4llen Schadensersatz erreichen k\u00f6nnen; <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/lhr-erzielt-rekordsumme-fur-mandanten-fotograf-erhalt-14-000-e-schadensersatz-wegen-nichtnennung-als-urheber\">in einem Fall sogar die Rekordsumme von <strong>14.000 \u20ac<\/strong> wegen der Nichtnennung des Urhebers!<\/a><\/p>\n<p>Um einen dahingehenden Schutz zu gew\u00e4hrleisten, muss Bilderklau zun\u00e4chst recherchiert und aufgedeckt werden.<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, geklaute Bilder im Internet zu finden, ist die umgekehrte <strong>Bildersuche von Google<\/strong>. Das Bild, nach dem gesucht werden soll, kann bei Google hochgeladen und auf diese Weise dem Suchfeld hinzugef\u00fcgt werden. Alternativ kann man gegebenenfalls einfach die Bild-URL in das Suchfeld kopieren. Google zeigt einem sodann identische und \u00e4hnliche Bilder sowie Webseiten, auf denen diese erscheinen.<\/p>\n<p>Eine weitere denkbare Herangehensweise ist, die Recherche nicht ausgehend von dem Bild zu betreiben, sondern die potentiellen Nutzer an den Beginn der Recherche zu stellen. So kann man etwa als Online-Shop-Betreiber regelm\u00e4\u00dfig die Webseiten seiner Mitkonkurrenten aufsuchen und nach den eigenen Bildern durchforsten. F\u00fcr professionelle Fotografen lohnt sich in dieser Hinsicht des \u00d6fteren ein regelm\u00e4\u00dfiger Blick auf die Online-Pr\u00e4senz von alten Lizenznehmern und Auftraggebern oder auch fr\u00fcheren Interessenten, mit denen keine Lizenzvereinbarung zustande kam. Entsprechendes gilt in beiden Konstellationen auch f\u00fcr etwaige Profile in sozialen Netzwerken.<\/p>\n<p>Im Blick zu behalten ist allerdings, dass solche Recherchen einen nicht unerheblichen Aufwand f\u00fcr die Betroffenen bedeuten. Vor allem, wenn man einen gro\u00dfen Bilderbestand vorweisen kann. Denn die Bilder sollten zweckm\u00e4\u00dfigerweise jedes Mal einzeln \u00fcberpr\u00fcft werden, und das in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden. Nur so kann man einen optimalen Schutz vor Bilderklau gew\u00e4hrleisten beziehungsweise diesen unterbinden und sich entsch\u00e4digen lassen.<\/p>\n<p><a href=\"#top\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h3 id=\"Bilderklau\">4. Bilderklau mit Suchdiensten effizient unterbinden<\/h3>\n<p>In praktischer Hinsicht stellt sich deshalb f\u00fcr viele Betroffene die Frage, wie man die Ma\u00dfnahmen gegen Bilderklau im Internet am effizientesten gestalten kann. Die Praxis zeigt, dass die eigengen Ressourcen jedenfalls bei gr\u00f6\u00dferen Bilderbest\u00e4nden und einer auf Dauer angelegten Rechtsverfolgung oft doch zu knapp ausfallen, um sich neben der eigentlichen Arbeit auch noch mit der Recherche und konsequenten Nachverfolgung von Bilderklau zu besch\u00e4ftigen. Deshalb bieten sich einem zumeist folgende zwei Alternativen an: Entweder man stellt eine zus\u00e4tzliche Arbeitskraft ein oder aber man delegiert die Problematik an au\u00dfenstehende Dritte.<\/p>\n<p>Aus der Sachbearbeitung diverser Mandate ist uns bekannt, dass immer mehr Bildschaffende die Wahl zugunsten der zweitgenannten Variante treffen und auf spezialisierte Drittanbieter zur\u00fcckgreifen. So liegen unserer Beauftragung in letzter Zeit vermehrt Screenshots und andere Sicherungen solcher Suchdienste, wie beispielsweise<strong> Plaghunter <\/strong>zugrunde.<\/p>\n<p>Wie man der Webseite von Plaghunter entnehmen kann, ist es hier m\u00f6glich, seine Bilder hochzuladen oder aber direkt von Plattformen wie Flickr zu importieren. Plaghunter \u00fcbernimmt sodann 24 Stunden am Tag die Suche im Internet nach den hochgeladenen Bildern. Wird Plaghunter f\u00fcndig, erh\u00e4lt man einen E-Mail-Report mit den einschl\u00e4gigen Screenshots, so dass man diese lediglich gegenzupr\u00fcfen und zu entscheiden hat, ob eine unberechtigte Nutzung vorliegt, die mit rechtlichen Mitteln verfolgt werden soll.<\/p>\n<p><a href=\"#top\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h3 id=\"perfekte\">5. Was ist die perfekte L\u00f6sung?<\/h3>\n<p>Eine f\u00fcr jeden Bildschaffenden perfekte Handhabung des Ph\u00e4nomens Bilderklau im Internet gibt es leider nicht. Im Endeffekt muss jeder f\u00fcr sich selber entscheiden, wie er das Problem angehen m\u00f6chte. Doch steht fest: Wer \u00fcber das Schicksal seiner Schaffensergebnisse selbst bestimmen, f\u00fcr etwaige bisherige unberechtigte Nutzungen oder Nutzungsarten eine Nachlizenzierung beziehungsweise Schadensersatzforderung durchzuseten oder auch etwaigen zuk\u00fcnftigen Bilderklau unter Vertragsstrafe stellen m\u00f6chte, muss nach M\u00f6glichkeiten suchen, um die F\u00e4lle von Bilderklau konsequent und effizient zu recherchieren.<\/p>\n<p>Ist die Recherche erfolgreich durchgef\u00fchrt und Bilderklau im Internet festgestellt worden, darf man die Angelegenheit nicht auf die lange Bank schieben. Man sollte vielmehr schnell reagieren und rechtliche Schritte einleiten. Kommt es hier zu Verz\u00f6gerungen, sind diese zumeist mit Nachteilen verbunden. \u00dcber den Umstand hinaus, dass man sehenden Auges eine jederzeitige Erh\u00f6hung des Verbreitungsgrads durch weitere unberechtigte \u00dcbernahmen zulassen w\u00fcrde, ist auch und vor allem der Verlust von einzelnen rechtlichen Schutzm\u00f6glichkeiten zu beachten. M\u00f6chte man beispielsweise &#8211; was oft zu empfehlen ist &#8211; ein <strong>einstweiliges Verf\u00fcgungsverfahren<\/strong> einleiten, hat man eine Dringlichkeitsfrist einzuhalten, die regelm\u00e4\u00dfig einen Monat ab erstmaliger Kenntnisnahme betr\u00e4gt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/urheberrecht\/bilderklau-fotoklau\">Haben Sie weitere Fragen an uns oder besteht sonstiger Bedarf an anwaltlicher Kompetenz, stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verf\u00fcgung.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#top\">Nach oben<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie verdienen Ihr Geld als Fotograf oder betreiben beispielsweise einen Online-Shop? Dann werden Sie folgendes Problem kennen: Bilderklau im Internet! Und der ist mehr als \u00e4rgerlich. 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