{"id":3137,"date":"2011-02-07T08:35:44","date_gmt":"2011-02-07T06:35:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=3137"},"modified":"2011-02-07T08:35:44","modified_gmt":"2011-02-07T06:35:44","slug":"i-share-gossip-mobben-bis-der-arzt-kommt-100-legal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/i-share-gossip-mobben-bis-der-arzt-kommt-100-legal\/","title":{"rendered":"I share gossip &#8211; Mobben bis der Arzt kommt \u2013 100 % legal?"},"content":{"rendered":"[:de]\n<p style=\"text-align: justify\">Das Internet kann vieles bieten: Es verbindet, bietet Arbeitserleichterung, Recherchem\u00f6glichkeit und vieles mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was allerdings geschieht, wenn das enorme Potential der massenhaften Vernetzung von Internetusern, sich in das Gegenteil verkehrt? Zum Alptraum wird es f\u00fcr die Betroffenen immer dann, wenn die Wirk- und Leistungsf\u00e4higkeit des World Wide Web ausgenutzt wird, um negative Schlagzeilen zu kreieren und zu verbreiten \u2013 oder schlimmer noch, um als Forum und Plattform f\u00fcr Cybermobbing, Beleidigungen und Verleumdungen zu dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In nahezu unertr\u00e4glichem Ma\u00dfe wird dieses Gefahrenpotential in einem aktuellen Fall ausgereizt, in dem der Webseitenbetreiber der Internetpr\u00e4senz \u201eisharegossip.com\u201c Sch\u00fcler dazu ermuntert, digitales Mobbing \u2013 auch als Cybermobbing bezeichnet \u2013 zu betreiben. Die Seite bietet die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber Mitsch\u00fcler, Lehrer und \u201eFreunde\u201c auszutauschen. Die positive M\u00f6glichkeit des kreativen Austauschs wird jedoch ad absurdum gef\u00fchrt. Teilweise unter Nennung des vollen Namens der Angesprochenen werden Kommentare bis in die Privat- und Intimsph\u00e4re verfasst, deren erneute Wiedergabe sich aus unserer Sicht nicht lohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Seitenbetreiber wirbt damit, dass die Seite zu \u201e100 Prozent legal\u201c sei. Ebenso br\u00fcstet er sich damit, dass die IP-Adressen der User, die Eintr\u00e4ge posten, nicht gespeichert und nicht an Ermittlungsbeh\u00f6rden weitergegeben werden. Derzeit ist diese uns\u00e4gliche Seite \u2013 erfreulicherweise \u2013 nicht erreichbar. Denn nachdem sich die Eintr\u00e4ge vor allem aus Schulen im Berliner und Frankfurter Raum rasant vermehrt haben, ermitteln nun die Justizbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Den Betroffenen Opfern kann nur empfohlen werden, die Eintr\u00e4ge der Seiten, beispielsweise durch einen Ausdruck, zu sichern und Strafanzeige zu erstatten. Ebenso besteht die M\u00f6glichkeit, je nach der Schwere des Eingriffs in das Pers\u00f6nlichkeitsrecht, zivilrechtliche Anspr\u00fcche geltend zu machen. Denn in Deutschland haftet auch der Seitenbetreiber, jedenfalls ab Kenntnis der Verst\u00f6\u00dfe und kann unter anderem auf Unterlassen in Anspruch genommen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Damit ist klar, dass derartige Seiten nicht &#8220;zu 100 % legal&#8221; sind und auch das Posten von Foren-Eintr\u00e4gen verfolgt werden kann. Die Opfer sollten sich in jedem Fall an Eltern, Lehrer oder ihnen nahestehende Vertrauenspersonen wenden und die Verletzungshandlungen ansprechen. Eltern ist zu empfehlen, fr\u00fchzeitig zu intervenieren und aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Denn, nur wer \u00fcber die potentiellen Risiken informiert ist, kann ein erfreuliches Medium wie das Internet sicher und sinnvoll nutzen. Andernfalls kann sich der ungeschulte, naive User f\u00fchlen wie Goethes \u201eZauberlehrling\u201c, der das Zauberwort vergisst, um den Besen wieder zu stoppen:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eUnd sie laufen! Nass und n\u00e4sser<br \/>\nwird\u2019s im Saal und auf den Stufen:<br \/>\nwelch entsetzliches Gew\u00e4sser!<br \/>\nHerr und Meister, h\u00f6r mich rufen!<br \/>\nAch, da kommt der Meister!<br \/>\nHerr, die Not ist gro\u00df!<br \/>\nDie ich rief, die Geister,<br \/>\nwerd ich nun nicht los.\u201c <\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">(cs)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Update: <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aus aktuellem Anlass und aufgrund der zahlreichen Anfragen zum Thema weisen wir darauf hin, dass &#8211; anders als es in den Medien dargestellt wird, es durchaus M\u00f6glichkeiten gibt &#8211; der Seite isharegossip.com zumindest arge Schwierigkeiten zu bereiten. Jedenfalls teilweise wird isharegossip.com n\u00e4mlich von einem schwedischen ISP gehostet. Schweden m\u00fcsste als Mitglied der EU auch deutsche vollstreckbare Titel unter bestimmten Voraussetzungen anerkennen. Wir haben es beispielsweise schon f\u00fcr Mandanten geschafft, Hostprovider zur\u00a0 kompletten Abschaltung der Seite zu bewegen, da diese einzelne rechtswidrige Inhalte hatte. Ein solches Vorgehen kostet aber nat\u00fcrlich Zeit und Geld und kann von einzelnen Betroffenen wahrscheinlich nicht realisiert werden. Sch\u00fcler sollten sich daher zusammentun oder bei ihrer Rechtsschutzversicherung anfragen, ob diese die Kosten eines Versuchs \u00fcbernehmen w\u00fcrde, der Seite wenigstens ein wenig Contra zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Denn eines ist klar: Es ist in einem Rechtsstaat schlicht nicht hinnehmbar dass eine Internetseite wie isharegossip.com ganz offen damit werben kann, eine anonyme und damit sichere Plattform f\u00fcr Beleidigungen zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sch\u00fcler aber auch Eltern und Lehrer k\u00f6nnen uns gerne zum Thema unter der E-Mailadresse <a href=\"mailto:isg@lhr-law.de\" target=\"_blank\">isg@lhr-law.de<\/a> ansprechen. (la)<\/p>\n[:en]\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben! Und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben.\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/gallery\/vpv\/zauber.jpg\" alt=\"Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben! Und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben.\" \/>Das Internet kann vieles bieten: Es verbindet, bietet Arbeitserleichterung, Recherchem\u00f6glichkeit und vieles mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was allerdings geschieht, wenn das enorme Potential der massenhaften Vernetzung von Internetusern, sich in das Gegenteil verkehrt? Zum Alptraum wird es f\u00fcr die Betroffenen immer dann, wenn die Wirk- und Leistungsf\u00e4higkeit des World Wide Web ausgenutzt wird, um negative Schlagzeilen zu kreieren und zu verbreiten \u2013 oder schlimmer noch, um als Forum und Plattform f\u00fcr Cybermobbing, Beleidigungen und Verleumdungen zu dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In nahezu unertr\u00e4glichem Ma\u00dfe wird dieses Gefahrenpotential in einem aktuellen Fall ausgereizt, in dem der Webseitenbetreiber der Internetpr\u00e4senz \u201eisharegossip.com\u201c Sch\u00fcler dazu ermuntert, digitales Mobbing \u2013 auch als Cybermobbing bezeichnet \u2013 zu betreiben. Die Seite bietet die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber Mitsch\u00fcler, Lehrer und \u201eFreunde\u201c auszutauschen. Die positive M\u00f6glichkeit des kreativen Austauschs wird jedoch ad absurdum gef\u00fchrt. Teilweise unter Nennung des vollen Namens der Angesprochenen werden Kommentare bis in die Privat- und Intimsph\u00e4re verfasst, deren erneute Wiedergabe sich aus unserer Sicht nicht lohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Seitenbetreiber wirbt damit, dass die Seite zu \u201e100 Prozent legal\u201c sei. Ebenso br\u00fcstet er sich damit, dass die IP-Adressen der User, die Eintr\u00e4ge posten, nicht gespeichert und nicht an Ermittlungsbeh\u00f6rden weitergegeben werden. Derzeit ist diese uns\u00e4gliche Seite \u2013 erfreulicherweise \u2013 nicht erreichbar. Denn nachdem sich die Eintr\u00e4ge vor allem aus Schulen im Berliner und Frankfurter Raum rasant vermehrt haben, ermitteln nun die Justizbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Den Betroffenen Opfern kann nur empfohlen werden, die Eintr\u00e4ge der Seiten, beispielsweise durch einen Ausdruck, zu sichern und Strafanzeige zu erstatten. Ebenso besteht die M\u00f6glichkeit, je nach der Schwere des Eingriffs in das Pers\u00f6nlichkeitsrecht, zivilrechtliche Anspr\u00fcche geltend zu machen. Denn in Deutschland haftet auch der Seitenbetreiber, jedenfalls ab Kenntnis der Verst\u00f6\u00dfe und kann unter anderem auf Unterlassen in Anspruch genommen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Damit ist klar, dass derartige Seiten nicht &#8220;zu 100 % legal&#8221; sind und auch das Posten von Foren-Eintr\u00e4gen verfolgt werden kann. Die Opfer sollten sich in jedem Fall an Eltern, Lehrer oder ihnen nahestehende Vertrauenspersonen wenden und die Verletzungshandlungen ansprechen. Eltern ist zu empfehlen, fr\u00fchzeitig zu intervenieren und aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Denn, nur wer \u00fcber die potentiellen Risiken informiert ist, kann ein erfreuliches Medium wie das Internet sicher und sinnvoll nutzen. Andernfalls kann sich der ungeschulte, naive User f\u00fchlen wie Goethes \u201eZauberlehrling\u201c, der das Zauberwort vergisst, um den Besen wieder zu stoppen:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eUnd sie laufen! Nass und n\u00e4sser<br \/>\nwird\u2019s im Saal und auf den Stufen:<br \/>\nwelch entsetzliches Gew\u00e4sser!<br \/>\nHerr und Meister, h\u00f6r mich rufen!<br \/>\nAch, da kommt der Meister!<br \/>\nHerr, die Not ist gro\u00df!<br \/>\nDie ich rief, die Geister,<br \/>\nwerd ich nun nicht los.\u201c <\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">(cs)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Update: <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aus aktuellem Anlass und aufgrund der zahlreichen Anfragen zum Thema weisen wir darauf hin, dass &#8211; anders als es in den Medien dargestellt wird, es durchaus M\u00f6glichkeiten gibt &#8211; der Seite isharegossip.com zumindest arge Schwierigkeiten zu bereiten. Jedenfalls teilweise wird isharegossip.com n\u00e4mlich von einem schwedischen ISP gehostet. Schweden m\u00fcsste als Mitglied der EU auch deutsche vollstreckbare Titel unter bestimmten Voraussetzungen anerkennen. Wir haben es beispielsweise schon f\u00fcr Mandanten geschafft, Hostprovider zur\u00a0 kompletten Abschaltung der Seite zu bewegen, da diese einzelne rechtswidrige Inhalte hatte. Ein solches Vorgehen kostet aber nat\u00fcrlich Zeit und Geld und kann von einzelnen Betroffenen wahrscheinlich nicht realisiert werden. Sch\u00fcler sollten sich daher zusammentun oder bei ihrer Rechtsschutzversicherung anfragen, ob diese die Kosten eines Versuchs \u00fcbernehmen w\u00fcrde, der Seite wenigstens ein wenig Contra zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Denn eines ist klar: Es ist in einem Rechtsstaat schlicht nicht hinnehmbar dass eine Internetseite wie isharegossip.com ganz offen damit werben kann, eine anonyme und damit sichere Plattform f\u00fcr Beleidigungen zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sch\u00fcler aber auch Eltern und Lehrer k\u00f6nnen uns gerne zum Thema unter der E-Mailadresse <a href=\"mailto:isg@lhr-law.de\" target=\"_blank\">isg@lhr-law.de<\/a> ansprechen. (la)<\/p>\n[:]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[:de] Das Internet kann vieles bieten: Es verbindet, bietet Arbeitserleichterung, Recherchem\u00f6glichkeit und vieles mehr. 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