{"id":310,"date":"2008-04-17T11:08:00","date_gmt":"2008-04-17T09:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=310"},"modified":"2008-04-17T11:08:00","modified_gmt":"2008-04-17T09:08:00","slug":"fotoagentur-getty-startet-online-abmahnwelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/fotoagentur-getty-startet-online-abmahnwelle\/","title":{"rendered":"Fotoagentur getty startet Online-Abmahnwelle"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify\">Wie <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,547234,00.html\"><span style=\"font-weight: bold\">Spiegel-Online berichtet<\/span><\/a>, soll die Bildagentur getty images eine &#8220;Abmahnwelle&#8221; gestartet haben. Hintergrund: Viele Webseitenbetreiber machen die Bilder bzw. Fotos auf ihren Seiten nicht selbst, sondern suchen sich das Material aus dem Internet zusammen. Da kommt es vor, dass auch Bilder dabei sind, an denen getty Rechte h\u00e4lt.<\/div>\n<p>Was viele (immer noch) nicht wissen: Die unlizensierte Nutzung von Lichtbildern ist eine Urheberrechtsverletzung mit m\u00f6glicherweise teuren Folgen. Der Streit- bzw. Gegenstandswert wird von den <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/2007\/03\/lg-koln-streitwert-des-unterlassungsanspruchs-bei-privatem-bilderklau-6000-euro\/\"><span style=\"font-weight: bold\">Gerichten mit 6.000,00 Euro pro Lichtbild<\/span><\/a> angesetzt, der Schadensersatz nach der so genannten Lizenznanalogie kann sich &#8211; auch bei einfachen Schnappsch\u00fcssen &#8211; auf bis zu <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/2007\/06\/ag-koln-lizenzschaden-pro-lichtbild-von-45000-e-bei-fotoklau-auf-ebay\/\"><span style=\"font-weight: bold\">450,00 Euro pro Lichtbild<\/span><\/a> belaufen.<\/p>\n<p>Sobald getty images einen Versto\u00df feststellt, werden die Verletzer offenbar zun\u00e4chst ohne Anwalt angeschrieben und zur Kasse gebeten. Dass getty pro Bild Betr\u00e4ge von bis zu mehreren tausend Euro verlangt, liegt daran, dass sich der Schadensersatz nach der Lizenzanalogie berechnet, die dem Verletzer den Betrag auferlegt, den <span style=\"font-style: italic\">&#8220;bei vertraglicher Einr\u00e4umung ein vern\u00fcnftiger Lizenzgeber gefordert und ein vern\u00fcnftiger Lizenznehmer gew\u00e4hrt h\u00e4tte, wenn beide die im Zeitpunkt der Entscheidung gegebene Sachlage gekannt h\u00e4tten\u201c.<\/span> Kann getty also darlegen, dass bereits Nutzungsvereinbarungen mit bestimmten Verg\u00fctungss\u00e4tzen existieren, so k\u00f6nnen diese auch von unberechtigten Nutzern verlangt werden. Da der Spiegel oft \u00fcber die angebliche Geldschneiderei durch Abmahnungen berichtet, w\u00e4re es hier angebracht gewesen, darauf hinzuweisen, dass diese Kosten durch getty zun\u00e4chst nicht verursacht werden, da die Verletzer direkt angeschrieben werden. Stattdessen fallen scheinbar skandaltr\u00e4chtige S\u00e4tze wie:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Getty Images scheint systematisch das Internet nach nicht lizenziertem Bildmaterial zu durchforsten.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ach.<\/p>\n<p>Auch der Hinweis, zahlreiche Nutzer seien unberechtigterweise angeschrieben worden, da sie die Rechte vorher gekauft h\u00e4tten, \u00fcberzeugt als Aufh\u00e4nger f\u00fcr die vermeintliche Skandal-Story nicht. Denn Lizenzvertr\u00e4ge werden f\u00fcr einen bestimmten Zeitraum f\u00fcr eine ganz bestimmte Nutzungsart geschlossen. Da liegt es nahe, dass viele Internetuser \u00fcber die Grenzen der Erlaubnis hinaus Nutzungshandlungen vorgenommen haben. Daf\u00fcr spricht der niedrige &#8220;Kaufpreis&#8221; von 151,25 \u20ac, den Herr Keilmann, der sich angeblich auch schon &#8220;auf seinen Prozess freut&#8221;, bereits gezahlt haben will. Den Widerspruch zu den von getty verlangten Lizenzgeb\u00fchren von 2.000,00 Euro kl\u00e4rt jedenfalls keiner auf.<\/p>\n<p>Das Landgericht D\u00fcsseldorf hat zu der Berechnung des Schadensersatzes k\u00fcrzlich Stellung genommen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/248\/5\/3\"><span style=\"font-weight: bold\">(LG D\u00fcsseldorf, Urteil v. 19.03.2008, Az. 12 O 416\/06)<\/span><\/a>. Dabei hat es die Anwendbarkeit von bestehenden Tarifwerken zur Bestimmung der Schadensersatzh\u00f6he (hier die Honorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing) bejaht, dem Urheber einen 50% Zuschlag wegen mehrfacher Nutzung des Fotos, sowie einen 100% Zuschlag auf den Schadenersatz wegen Nichtnennung des Urhebers gew\u00e4hrt. Im Ergebnis kostete jedes Foto den Nutzer 300,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Der Slogan &#8220;Spiegelleser wissen mehr!&#8221; mag ja stimmen. Aber vom Spiegellesen kommt das sicher nicht&#8230;(la) <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/243\/5\/3\"><span style=\"font-weight: bold\">Zum Urteil<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Spiegel-Online berichtet, soll die Bildagentur getty images eine &#8220;Abmahnwelle&#8221; gestartet haben. Hintergrund: Viele Webseitenbetreiber machen die Bilder bzw. Fotos auf ihren Seiten nicht selbst, sondern suchen sich das Material aus dem Internet zusammen. Da kommt es vor, dass auch Bilder dabei sind, an denen getty Rechte h\u00e4lt. Was viele (immer noch) nicht wissen: Die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,5],"tags":[],"class_list":["post-310","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin","category-urheber-designrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/310","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=310"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/310\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=310"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=310"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}