{"id":30980,"date":"2017-05-09T06:39:28","date_gmt":"2017-05-09T05:39:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=30980"},"modified":"2017-12-12T11:48:17","modified_gmt":"2017-12-12T10:48:17","slug":"persoenlichkeitsrecht-fahrradcops-doku","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/persoenlichkeitsrecht-fahrradcops-doku\/","title":{"rendered":"SpiegelTV: Fahrradcops neben der Spur"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_30981\" aria-describedby=\"caption-attachment-30981\" style=\"width: 470px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-30981 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/102_Fahrradpolizei.jpg\" alt=\"Pers\u00f6nlichkeitsrecht Fahrradcops\" width=\"470\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/102_Fahrradpolizei.jpg 470w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/102_Fahrradpolizei-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30981\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Eugen Thome &#8211; Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Ganz klar: Wer bei Rot \u00fcber die Fu\u00dfg\u00e4ngerampel geht, der muss erwarten, \u00a0daf\u00fcr &#8220;bestraft&#8221; zu werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn die Polizei sich dazu medienwirksam positioniert, dann ist das in der Sache nicht schlecht und hilft sicherlich auch, die Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr zu erh\u00f6hen.<\/em><\/p>\n<h3>Verkehrss\u00fcnder am Pranger<\/h3>\n<p>Allerdings: Am Beispiel der K\u00f6lner Fahrradcops passieren in &#8220;Spiegel.tv&#8221; im Format &#8220;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sptv\/spiegeltv\/spiegel-tv-reportage-koelner-fahrradcops-jagen-verkehrssuender-a-1139993.html\">Neben der Spur \u2013\u00a0Die K\u00f6lner Fahrrad-Cops<\/a>&#8221; doch einige Dinge, die Pers\u00f6nlichkeitssch\u00fctzern die Haare zu Berge stehen lassen: Menschen, die eine Ordnungswidrigkeit begehen, erfahren hier eine Art der Vorverurteilung und der Vorf\u00fchrung, die unserer Auffassung nicht zul\u00e4ssig ist &#8211; vor allem dann nicht, wenn die Bilder der Beschuldigten einem Millionenpublikum pr\u00e4sentiert werden. Im \u00c4u\u00dferungsrecht\u00a0nennt man das eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/verdachtsberichterstattung?preview_id=32626&amp;preview_nonce=e6ebb15935&amp;_thumbnail_id=-1&amp;preview=true\">Verdachtsberichtsertattung<\/a>.<\/p>\n<h3>\u00c4u\u00dferungen neben der Spur<\/h3>\n<p>Problematisch dabei sind vor allem die \u00c4u\u00dferungen der Gesetzesh\u00fcter. Das f\u00e4ngt an mit einem<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Das ist doch bestimmt nicht Ihr Auto!&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>geht \u00fcber ein<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Bei dem ist eh nichts zu holen!&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>und endet beim Zitieren von Gesetzesnormen durch T\u00dcV-Pr\u00fcfer, die sich fachfremde Gedanken \u00fcber die psychologische Fahreignung von Autobesitzern machen.<\/p>\n<h3>Billige\u00a0Inszenierung von &#8220;Gro\u00dfstadt-Sherrifs&#8221;<\/h3>\n<p>Schon\u00a0die Tatsache als solche, dass die Polizei K\u00f6ln Drehgenehmigungen an private Produktionsb\u00fcros erteilt, ist kritisch zu sehen. Es kann n\u00e4mlich davon ausgegangen werden, dass Dokus dieser Art mit hei\u00dfer Nadel\u00a0gestrickt sind und anstatt von sauberer Recherche von billigen Vorf\u00fchreffekten leben. Daran\u00a0sollten sich \u00f6ffentliche Einrichtungen grunds\u00e4tzlich nicht beteiligen.<\/p>\n<p>Wenn sich Polizisten zu Gro\u00dfstadt-Sherrifs aufspielen und die &#8216;B\u00f6sen&#8217; gen\u00fcsslich in ihren Unvollkommenheiten gew\u00e4lzt werden, muss die Frage nach dem Sinn solcher Filmaufnahmen gestellt werden. Das Ziel der Aktion ist vielleicht noch legitim, jedenfalls aber nicht die Mittel. Die Polizei K\u00f6ln hat u.a. auch die Pflicht, Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen zu verhindern, statt sich zum Unterst\u00fctzer der verantwortlichen Rechteverletzter zu machen.<\/p>\n<p>Die ganze Sendung lebt von einem in seiner Art erwartungsgem\u00e4\u00df agierenden Auto-Fan-Urtypus, der sich zugegebenerma\u00dfen d\u00e4mlich verhalten hat. Spannung kommt allerdings eher durch die Gewaltprophezeiungen der Polizei und der Erf\u00fcllung von Ressentiments innerhalb des geneigten Publikums zustande. Hei\u00dft: Ordentlich recherchiert ist etwas anderes.<\/p>\n<h3>Unser Tipp:<\/h3>\n<p>Lassen Sie sich auf das Abenteuer nicht ein und verweigern Sie jegliche Beteiligung an Medienerzeugnissen dieser Art. Sie k\u00f6nnen nicht gewinnen: Polizei-Dokus werden nicht gedreht, um zu zeigen, dass die Angehaltenen recht haben k\u00f6nnten.\u00a0Unfreiwilligen Hauptdarstellern empfehlen wir, sich gegen Verletzungen von <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/glossar\/allgemeines-personlichkeitsrecht\">Pers\u00f6nlichkeitsrechten<\/a> durch solche Reality-Dokus zeitnah und konsequent zu wehren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz klar: Wer bei Rot \u00fcber die Fu\u00dfg\u00e4ngerampel geht, der muss erwarten, \u00a0daf\u00fcr &#8220;bestraft&#8221; zu werden. Wenn die Polizei sich dazu medienwirksam positioniert, dann ist das in der Sache nicht schlecht und hilft sicherlich auch, die Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr zu erh\u00f6hen. 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