{"id":28842,"date":"2015-09-03T08:32:46","date_gmt":"2015-09-03T07:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=24209"},"modified":"2017-04-07T10:20:38","modified_gmt":"2017-04-07T09:20:38","slug":"schlechte-presse-ein-problem-der-virtuellen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/schlechte-presse-ein-problem-der-virtuellen-welt\/","title":{"rendered":"Schlechte Presse \u2013 ein Problem der virtuellen Welt"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-24210 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Presse.jpg\" alt=\"Presse\" width=\"425\" height=\"282\" \/>Viele Unternehmer kennen das Problem der \u201e<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/kurioses-und-interessantes\/reputationsmanagement-i-ist-der-ruf-erst-ruiniert-lebt-es-sich-ganz-ungeniert\">schlechten Presse<\/a>\u201c. Man \u00f6ffnet montags morgens seine Mails und findet einen Google-Alert zu seinem Unternehmen. Zun\u00e4chst ist man erfreut, es wird im Netz berichtet. Nach dem Anklicken wird man eines besseren belehrt. Die Verlinkung f\u00fchrt nicht zu einem angenehmen Artikel. Vielmehr handelt es sich um \u201eschlechte Presse\u201c.<\/p>\n<p><strong>Montag: 1x \u201eschlechte Presse\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Nehmen wir an, der vorgefundene Artikel ist nicht gut, aber auch gar nicht so schlecht, dass man sich wehren m\u00f6chte. Dienstag hat man den Artikel schon fast vergessen \u2013 bis man seine Mails \u00f6ffnet. Es befinden sich pl\u00f6tzlich 20 Alerts im Postfach. Alle verlinkten Inhalte sind aus der \u201eschlechten Presse\u201c vom Vortag entstanden.<\/p>\n<p><strong>Dienstag: 20x \u201eschlechte Presse\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die 20 neuen Artikel befassen sich inhaltlich mit dem gleichen Thema wie die schlechte Presse vom Vortrag. Erstaunlicher Weise handelt es sich um offensichtlich abgeschriebene Inhalte. Teils wird die schlechte Presse einfach kopiert, teilweise wird sie im Stil des Kinderspiels \u201estille Post\u201c qualitativ schlechter und verf\u00e4lscht. Die 20 weiteren \u201eAutoren\u201c haben nicht beim Unternehmer nachgefragt und um eine Verifizierung der Inhalte gebeten.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch: Google Suchergebnis des Unternehmensnamens: an erster Stelle die Firmenhomepage, danach 3x schlechte Presse<\/strong><\/p>\n<p>Die 21 schlechten Presseartikel schlagen sich nun auch im Google Suchergebnis nieder. Die Firmenhomepage befindet sich auf Platz 1 der Suchergebnisse, danach folgen allerdings schon ein paar Ergebnisse der schlechten Presse.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag: Google Suchergebnis des Unternehmensnamens: 5x schlechte Presse, nach Scrollen erscheint die Firmenhomepage<\/strong><\/p>\n<p>Nun hat die schlechte Presse im Google-Ranking gewonnen. Die Suche nach dem Unternehmensnamen f\u00fchrt zu einigen Artikeln der schlechten Presse. Die Unternehmenshomepage folgt an einer Stelle, die erst durch Scrollen zu sehen ist.<\/p>\n<p><strong>Wie geht man mit \u201eschlechter Presse\u201c um?<\/strong><\/p>\n<p>Bei dem hier dargestellten Ph\u00e4nomen der schlechten Presse handelt es sich leider mittlerweile um einen allt\u00e4glichen Mechanismus des Internet. F\u00fcr Unternehmen ist es nicht hinnehmbar, dass sie in Google Suchergebnissen erst nach der \u201eschlechten Presse\u201c erscheinen. Das Verhalten des Unternehmers ist an die Situation anzupassen. Montags h\u00e4tte sich der Unternehmer unmittelbar der ersten Berichterstattung widmen m\u00fcssen. Sofern <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/negative-online-bewertung-fuer-aerzte-gerichte-nehmen-portalbetreiber-zunehmend-in-die-pflicht\">presserechtliche Anspr\u00fcche<\/a> bestehen h\u00e4tten diese ggf. innerhalb weniger Stunden durchgesetzt werden k\u00f6nnen und zu einer L\u00f6schung des Beitrags f\u00fchren k\u00f6nnen. Eine Vervielf\u00e4ltigung h\u00e4tte dann wahrscheinlich noch nicht stattgefunden, die schlechte Presse w\u00e4re im Keim erstickt worden.<br \/>\nDienstags hatte schon eine Vervielf\u00e4ltigung der schlechten Presse stattgefunden. Allein deshalb w\u00e4ren bereits deutlich <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/olg-muenchen-erlaesst-einstweilige-verfuegung-gegen-google-wegen-rechtsverletzendem-suchergebnis\">umfangreichere Ma\u00dfnahmen<\/a> notwendig gewesen, um die \u201eschlechte Presse\u201c zu entfernen.<br \/>\nMittwoch und danach hat die schlechte Presse bereits im Google Ranking das Ruder \u00fcbernommen. Rein presserechtliche Ma\u00dfnahmen reichen in dieser Situation regelm\u00e4\u00dfig nicht mehr aus, um den Ruf des Unternehmens kurzfristig zu sch\u00fctzen. Flankierende Ma\u00dfnahmen, z.B. durch die Verbreitung \u00fcberlagernder Informationen werden notwendig.<\/p>\n<p>Zur effektiven Durchsetzung ist die sorgf\u00e4ltige Planung solcher Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der schlechten Presse notwendig.<\/p>\n<p>Und die Moral aus der Geschicht?<br \/>\nLanges Warten bei schlechter Presse lohnt sich nicht! (ro)<\/p>\n<p>(Bild: \u00a9 Zerbor \u2013 Fotolia.com)<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Unternehmer kennen das Problem der \u201eschlechten Presse\u201c. Man \u00f6ffnet montags morgens seine Mails und findet einen Google-Alert zu seinem Unternehmen. Zun\u00e4chst ist man erfreut, es wird im Netz berichtet. Nach dem Anklicken wird man eines besseren belehrt. Die Verlinkung f\u00fchrt nicht zu einem angenehmen Artikel. 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