{"id":27119,"date":"2017-06-06T06:36:25","date_gmt":"2017-06-06T05:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=27119"},"modified":"2018-05-08T11:01:49","modified_gmt":"2018-05-08T10:01:49","slug":"werbetext-urheberrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/urheber-designrecht\/werbetext-urheberrecht\/","title":{"rendered":"OLG D\u00fcsseldorf zum Urheberrecht an Werbetexten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_29908\" aria-describedby=\"caption-attachment-29908\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-29908 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/richteramtelefon.jpg\" alt=\"Urheberrecht Werbetexte \" width=\"424\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/richteramtelefon.jpg 424w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/richteramtelefon-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29908\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 auremar \u2013 Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Den Pulitzerpreis erwarten &#8220;Gebrauchstexter\u201d vergeblich. Auf was sie allerdings Anspruch haben, ist die Anerkennung der Urheberrecht an dem\u00a0von ihnen verfassten Werbetext. So\u00a0werblich sie auch sein m\u00f6gen, bzw. gerade wegen ihrer Werbewirkung.<\/em><\/p>\n<p>Das OLG D\u00fcsseldorf hat sich dazu in einem aktuellen Urteil sehr klar positioniert und die Sch\u00f6pfungsh\u00f6he f\u00fcr Produktbeschreibungen als eindeutig sch\u00fctzenwert eingestuft (OLG D\u00fcsseldorf vom 06.05.2014, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I-20%20U%20174\/12\" title=\"I-20 U 174\/12 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">I-20 U 174\/12<\/a>).<\/p>\n<h3><strong>Gesch\u00fctzt sind neben\u00a0den\u00a0gro\u00dfen Geldscheine auch die kleinen M\u00fcnzen<\/strong><\/h3>\n<p>Jedenfalls dann, wenn sie\u00a0das Handwerksm\u00e4\u00dfige deutlich \u00fcberragen und damit\u00a0als k\u00fcnstlerisch gelten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein f\u00fcr die notwendige Sch\u00f6pfungsh\u00f6he wichtiger Parameter sei zum einen die konkrete L\u00e4nge der streitgegenst\u00e4ndlichen Texte. Im vorliegenden Fall waren passenderweise insbesondere Roben f\u00fcr Richter und Anw\u00e4lte beschrieben und wortreich einer bestimmten Zielgruppe zum Kauf empfohlen worden.<\/p>\n<p>Die \u00dcberschriften waren\u00a0jeweils als Frage und das \u00fcberwiegend in der &#8220;Ich-Form&#8221; formuliert worden, was dem Leser nach Auffassung des Gerichts das Gef\u00fchl vermittelte, es handele sich um Fragen, die er selber stellen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Hinzu kam die gew\u00e4hlte Sprache, mit der gezielt eine K\u00e4uferschicht angesprochen wird, die neben Qualit\u00e4t auch auf modische Aspekte, eine transparente Preisgestaltung und eine gehobene Wortwahl Wert legt. Der Senat f\u00fchrt in der Entscheidung aus:<\/p>\n<blockquote><p>So &#8220;verf\u00fcgt&#8221; die X Robe nicht \u00fcber eine perfekte Passform, sondern sie &#8220;besticht&#8221; hiermit. Bei jeder m\u00f6glichen Gelegenheit werden die beworbenen Roben mit Begriffen wie &#8220;gekonnt&#8221;, &#8220;gepflegt&#8221;, &#8220;elegant&#8221;, &#8220;qualifiziert&#8221;, &#8220;sorgf\u00e4ltig&#8221;, &#8220;angenehm&#8221;, &#8220;gro\u00dfz\u00fcgig&#8221;, &#8220;hochwertig&#8221;, &#8220;edel&#8221; als aus der Masse herausragend und besonders f\u00fcr anspruchsvolle K\u00e4ufer geeignet beschrieben, die trotz der vereinheitlichenden Vorgaben f\u00fcr Roben auch geschlechtsspezifisch gut gekleidet sein wollen. So werden die Schnitte als &#8220;femininen Anspr\u00fcchen entgegenkommend&#8221; beschrieben, die Herrenroben als &#8220;M\u00e4nnlichkeit ausstrahlend&#8221;.<\/p><\/blockquote>\n<p>In Summe ergab sich nach Meinung des Gerichtes damit ein schutzw\u00fcrdiges Niveau. Der Klage auf Unterlassung und Schadensersatz wurde stattgegeben.<\/p>\n<p>Das Urteil ist begr\u00fc\u00dfenswert. Die sogenannte Sch\u00f6pfungsh\u00f6he eines Texts setzt kein ganz besonders hohes literarisches Niveau voraus; es gen\u00fcgt eine gewisse &#8216;k\u00fcnstlerische Leistung&#8217;. Jeder der mal f\u00fcr Werbung getextet hat wei\u00df, dass das gar nich so einfach ist.<\/p>\n<h3><strong>Einfache Beschreibungen sind nicht gesch\u00fctzt<\/strong><\/h3>\n<p>Verst\u00e4ndlich wird das Urteil, wenn man sich den Fall eines &#8220;erlaubten Kopierens&#8221; vor Augen h\u00e4lt. Die Produktbeschreibung &#8220;Dies ist ein rotes Auto mit einer Beule rechts hinten&#8221; w\u00e4re eine Produktbeschreibung, die kopiert werden d\u00fcrfte. K\u00e4men allerdings ausschm\u00fcckende und direkt dem Produktverkauf dienende Textdetails hinzu, dann w\u00e4re die geforderte Sch\u00f6pfungsh\u00f6he erreicht und ein Kopieren &#8211; durch den Schutz des <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/urheberrecht\">Urheberrechts<\/a> &#8211; nicht mehr erlaubt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Pulitzerpreis erwarten &#8220;Gebrauchstexter\u201d vergeblich. Auf was sie allerdings Anspruch haben, ist die Anerkennung der Urheberrecht an dem\u00a0von ihnen verfassten Werbetext. So\u00a0werblich sie auch sein m\u00f6gen, bzw. gerade wegen ihrer Werbewirkung. 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