{"id":26889,"date":"2017-03-20T06:27:03","date_gmt":"2017-03-20T05:27:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=26889"},"modified":"2017-11-28T20:33:19","modified_gmt":"2017-11-28T19:33:19","slug":"zuzahlungsverzicht-bei-medizinischen-hilfsmitteln-erlaubt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/zuzahlungsverzicht-bei-medizinischen-hilfsmitteln-erlaubt\/","title":{"rendered":"Zuzahlungsverzicht bei medizinischen Hilfsmitteln erlaubt"},"content":{"rendered":"
\"medizinische
\u00a9 villorejo \/ Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n[:de]Der Markt f\u00fcr medizinische Hilfsmittel ist hei\u00df umk\u00e4mpft. Schnell ist da der Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs im Raum, wenn Werbung verspricht, die gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung f\u00fcr Kunden zu \u00fcbernehmen.<\/em><\/p>\n

So stand der Verein “Zentrale f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des unlauteren Wettbewerbs e.V.” \u2013 die so genannte Wettbewerbszentrale – schnell Gewehr bei Fu\u00df und forderte einen Interneth\u00e4ndler auf Unterlassung der vermeintlich unzul\u00e4ssigen Werbebotschaft auf.<\/p>\n

W\u00e4hrend das Landgericht die Klage<\/a> des Vereins abwies, zeigte die Berufungsinstanz mehr Einsicht f\u00fcr die Argumentation der Wettbewerbssch\u00fctzer: Die \u00dcbernahme der Zahlung stelle eine im Gesundheitswesen verbotene Werbegabe dar.\u00a0Auf die Revision<\/a> der Beklagten hat der Bundesgerichtshof die die Klage abweisende Entscheidung des Landgerichts wiederhergestellt (BGH, Urteil v. 1.12.2016, Az. I ZR 143\/15<\/a>).<\/p>\n

Verk\u00e4ufer k\u00f6nnen \u00fcber Zuzahlung frei verf\u00fcgen<\/h3>\n

Grund: Die gesetzlichen Zuzahlungsregelungen dienen der Kostend\u00e4mpfung im Gesundheitswesen und nicht dem Schutz der dort t\u00e4tigen Mitbewerber. Die Einhaltung dieser Regeln kann daher von vornherein nicht mit Mitteln des Lauterkeitsrechts durchgesetzt werden.\u00a0Der Zuzahlungsverzicht stelle auch keine verbotene Heilmittelwerbung dar. Der Verk\u00e4ufer der Hilfsmittel kann \u00fcber die Zuzahlungsforderung frei verf\u00fcgen, also darauf auch verzichten.<\/p>\n

Das Landgericht hatte seine Hausaufgaben somit\u00a0gut gemacht, w\u00e4hrend das OLG ziemlich daneben lag. Es zeigt sich einmal wieder, dass ein Wettbewerbsversto\u00df erst dann einer ist, wenn der Fall juristisch abgeschlossen ist. Kritiker von abmahnfreudigen Vereinen sind sich einig: Das Urteil ist ein verdienter D\u00e4mpfer f\u00fcr die Wettbewerbszentrale, die diesmal einmal zu viel abgemahnt hat.<\/p>\n[:]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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