{"id":25760,"date":"2016-07-01T17:34:45","date_gmt":"2016-07-01T16:34:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=25760"},"modified":"2017-12-29T17:56:50","modified_gmt":"2017-12-29T16:56:50","slug":"hasskommentar-im-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/hasskommentar-im-internet\/","title":{"rendered":"&quot;Gezwungen, der \u00d6ffentlichkeit dies kundzutun,&#8230;&quot;"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_25767\" aria-describedby=\"caption-attachment-25767\" style=\"width: 407px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-25767 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/loveorhate.jpg\" alt=\"Hasskommentar im Internet\" width=\"407\" height=\"295\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25767\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 fotoscool\u00a0\u2013 Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n[:de]<em>Hassbotschaften im Internet sind l\u00e4ngst keine Seltenheit mehr. Aber was sind die Beweggr\u00fcnde der \u00c4u\u00dfernden?<\/em><\/p>\n<p>In einer aktuellen <a href=\"http:\/\/www.lfm-nrw.de\/service\/pressemitteilungen\/pressemitteilungen-2016\/2016\/juni\/der-hass-im-netz-ist-zum-gesamtgesellschaftlichen-problem-geworden.html\">Forsa-Umfrage, die von der Landesanstalt f\u00fcr Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) in Auftrag gegeben wurde<\/a>, geben rund zwei Drittel aller befragten Personen an, bereits mit Hassbotschaften in sozialen Netzwerken, Internetforen oder Blogs konfrontiert worden zu sein. In der Altersgruppe der 14- bis 24-J\u00e4hrigen haben sogar 91 Prozent schon Erfahrungen mit Hass im Netz gemacht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Rund die H\u00e4lfte der befragten Personen gibt an, Hassbotschaften einfach zu ignorieren. Ein Drittel hat sich nach eigener Auskunft schon n\u00e4her mit einem Hasskommentar besch\u00e4ftigt, hat ihn gelesen, sich etwa das Profil des Verfassers angesehen oder mit anderen dar\u00fcber gesprochen. Gemeldet haben einen Hasskommentar bei den entsprechenden Portalen 20 Prozent der Befragten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Warum m\u00fcssen Menschen \u00f6ffentlich kritisieren?<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Klar ist damit, dass das Ph\u00e4nomen, sich in der \u00d6ffentlichkeit zu Themen\u00a0und Personen nicht nur irgendwie, sondern insbesondere kritisch bzw. herabsetzend oder sogar beleidigen zu \u00e4ussern, nicht mehr ignoriert werden kann. Mit den umfangreichen M\u00f6glichkeiten, Geld zu verdienen oder einfach nur Daten zu sammeln, liegt\u00a0auch die Motivation von professionellen Anbietern wie sozialen Netzwerken (Facebook, etc.) oder Bewertungsplattformen (Jameda, etc.) auf der Hand, dieses Mitteilungsbed\u00fcrfnis kommerziell auszunutzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Unklar bleiben jedoch die Beweggr\u00fcnde\u00a0der \u00c4u\u00dfernden,\u00a0bei als Unrecht wahrgenommenen Sachverhalten aber auch bei Kleinigkeiten, wie zum Beispiel gesellschaftlichen Diskussionen auf Facebook, \u00f6ffentlich und damit\u00a0auf rechtlich riskante Weise kein Blatt vor den Mund zu nehmen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>&#8220;Gezwungen, der\u00a0\u00d6ffentlichkeit dies kund zu tun,&#8230;&#8221;<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wir sind daher f\u00fcr jeden\u00a0Hinweis dankbar, der\u00a0einen Blick\u00a0hinter die Kulissen zul\u00e4sst. Ein solcher\u00a0befand sich in einem\u00a0\u00a0&#8211; vom Schuldner\u00a0pers\u00f6nlich gegen\u00fcber einem Kostenfestsetzungsbeschluss in einem einstweiligenVerf\u00fcgungsverfahren verfassten &#8211; Beschwerdeschriftsatz. Der Schuldner\u00a0hatte einen von uns vertretenen Rechtsanwalt\u00a0\u00fcber Google zu Unrecht <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/negative-bewertungen\">schlecht bewertet<\/a> und diese Bewertung, gerichtlich best\u00e4tigt, auf unwahre Tatsachen gest\u00fctzt und versuchte sein Verhalten wie folgt zu rechtfertigen:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"left aligncenter wp-image-25763 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Gezwungen.png\" alt=\"Gezwungen\" width=\"709\" height=\"107\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Offenbar wird teilweise ein regelrechter Zwang versp\u00fcrt, mit seiner Sicht der Dinge an die \u00d6ffentlichkeit zu gehen. Im vorliegenden Fall wollte der\u00a0Schuldner die als ungerecht empfundenen Vorg\u00e4nge anscheinend in einer Art \u00f6ffentlichen Beweissicherung dokumentieren, wohl in der Annahme, dadurch seiner Meinung eine gewisse Objektivit\u00e4t verleihen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dies emotional nachvollziehbar sein mag &#8211; nach dem Motto, wenn ich es nur laut genug sage, wird es schon stimmen -, liegt der Denkfehler dabei nat\u00fcrlich darin, dass objektiv unzutreffende Tatsachenbehauptungen in Wirklichkeit unwahr bleiben, auch wenn\u00a0sie \u00f6ffentlich ge\u00e4u\u00dfert werden.\u00a0Eine Erkenntnis, die vielen Menschen in heutiger Zeit leider immer h\u00e4ufiger erst durch gerichtliche Verbote\u00a0vermittelt werden kann. (la)<\/p>\n[:]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[:de]Hassbotschaften im Internet sind l\u00e4ngst keine Seltenheit mehr. Aber was sind die Beweggr\u00fcnde der \u00c4u\u00dfernden? 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