{"id":24383,"date":"2015-10-07T06:11:12","date_gmt":"2015-10-07T05:11:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=24383"},"modified":"2017-04-07T10:18:08","modified_gmt":"2017-04-07T09:18:08","slug":"lg-muenchen-i-hinweis-sponsored-by-reicht-zur-kennzeichnung-redaktioneller-werbung-nicht-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/lg-muenchen-i-hinweis-sponsored-by-reicht-zur-kennzeichnung-redaktioneller-werbung-nicht-aus\/","title":{"rendered":"LG M\u00fcnchen I: Hinweis "Sponsored" reicht zur Kennzeichnung redaktioneller Werbung nicht aus"},"content":{"rendered":"
Redaktionelle Werbung muss als solche erkennbar sein<\/strong><\/p>\n Es tr\u00e4gt der Erwartung des Lesers und damit des Verbrauchers Rechnung, \u00a0der im redaktionellen Teil im Allgemeinen eine objektiv-kritische, nicht von gewerblichen Interessen geleitete Information einer unabh\u00e4ngigen und neutralen Redaktion als Beitrag zur Unterrichtung und Meinungsbildung, nicht aber eine in erster Linie von den Eigeninteressen des Werbenden gepr\u00e4gte Reklame erwartet.<\/p>\n Eine relevante T\u00e4uschung iSd \u00a7 4 Nr 3 liegt stets vor, wenn dem Leser eine entgeltliche Anzeige als redaktioneller Beitrag pr\u00e4sentiert wird. Dies kann gem. den Landespressegesetzen dadurch verhindert werden, dass er Beitrag in der \u00fcblichen Weise als \u201eAnzeige\u201c kenntlich gemacht wird, wenn sie nicht schon durch Anordnung und Gestaltung allgemein als Anzeige zu erkennen ist.<\/p>\n Die Wettbewerbszentrale weist auf Ihrer Internetseite<\/a> auf ein von ihr erstrittenes Urteil des Landgericht M\u00fcnchen I\u00a0(Urteil v. 31.7.2015, Az. 4 HK O 21172\/14<\/a>; nicht rechtskr\u00e4ftig) hin.<\/p>\n Hinweise “sponsored” oder “sponsored by” gen\u00fcgen nicht<\/strong><\/p>\n Damit wird einem Betreiber eines Internetportals zu Gesundheitsthemen verboten, aus einem redaktionellen Zusammenhang auf eine Seite werblichen Inhalts zu verlinken, ohne dass die Verlinkung selbst unmissverst\u00e4ndlich als Wirtschaftswerbung gekennzeichnet war. Die Kennzeichnung des betreffenden Anlesers erfolgte lediglich mit dem Text \u201eSponsored\u201c.<\/p>\n Das Landgericht M\u00fcnchen I entschied, dass dies den Anforderungen an eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Kennzeichnung werblicher Inhalte nicht gen\u00fcge. Der Wettbewerbszentrale zufolge ist das Urteil nicht rechtskr\u00e4ftig. Das Urteil d\u00fcrfte aber vor dem Oberlandesgericht M\u00fcnchen voraussichtlich Bestand haben. Denn schon 2014 entschied\u00a0der BGH\u00a0(Urteil v. 6.2.2014, Az. I ZR 2\/11<\/a> – GOOD NEWS II), dass auch der Hinweis “Sponsored by” nicht zur Kennzeichnung ausreicht.<\/p>\n Facebooks Anzeigen sind auch nur “GESPONSERT”<\/strong><\/p>\n Der Sachverhalt erinnert an die Gestaltung von Anzeigen auf Facebook. Dort ist\u00a0der Hinweis ebenfalls nicht zum Beispiel mit dem eindeutigen Begriff “Anzeige”, sondern mit dem Wort\u00a0“GESPONSERT” gekennzeichnet:<\/p>\n Auch diese Gestaltung d\u00fcrfte – nicht erst nach dem genannten Urteil des Landgerichts M\u00fcnchen I – im Zweifel rechtswidrig sein. Dass Facebook die Anzeigen zurzeit immer noch so kennzeichnet liegt jedenfalls nicht daran, dass das Verhalten rechtm\u00e4\u00dfig w\u00e4re, sondern schlicht daran, dass wo kein Kl\u00e4ger, da kein Richter. (la)<\/p>\n (Bild: \u00a9 gpointstudio\u00a0\u2013 Fotolia.com)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Das Gebot der strikten Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten (\u00a7 4 Nr. 3 UWG) gilt nicht nur f\u00fcr die klassischen Printmedien, sondern auch in der virtuellen Welt. Redaktionelle Werbung muss als solche erkennbar sein Es tr\u00e4gt der Erwartung des Lesers und damit des Verbrauchers Rechnung, \u00a0der im redaktionellen Teil im Allgemeinen eine objektiv-kritische, nicht […]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,13,15],"tags":[21,252,3067,3068,3069],"class_list":["post-24383","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","category-wettbewerbsrecht-kartellrecht","tag-facebook","tag-schleichwerbung","tag-anzeige","tag-gesponsert","tag-getarnte-werbung"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24383"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24383\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}
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