{"id":24342,"date":"2015-09-28T06:46:39","date_gmt":"2015-09-28T05:46:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=24342"},"modified":"2024-06-12T17:51:02","modified_gmt":"2024-06-12T15:51:02","slug":"goldbaer-vs-goldbaer-das-duell-ist-entschieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/goldbaer-vs-goldbaer-das-duell-ist-entschieden\/","title":{"rendered":"Goldb\u00e4r vs. Goldb\u00e4r: Das Duell ist entschieden!"},"content":{"rendered":"

\"Goldbaer\"Der Bundesgerichtshof (BGH) hat diese Woche entschieden, dass der in Goldfolie eingewickelte Schokoladenb\u00e4r, welchen Lindt seit einigen Jahren zur Weihnachtszeit in den Handel bringt, nicht die Markenrechte von Haribo aus der eingetragenen Wortmarke \u201eGoldb\u00e4r\u201c verletzt (Urt. v. 23.09.2015, Az. I ZR 105\/14<\/a>).<\/p>\n

Nachdem das Landgericht K\u00f6ln in erster Instanz noch anders, n\u00e4mlich zugunsten von Haribo, entschieden<\/a> hatte, best\u00e4tigt der BGH nun also die abweichende Auffassung<\/a> der Berufungsinstanz.<\/p>\n

Der Rechtsstreit ist vor allem deshalb von Interesse, weil hier erstmals h\u00f6chstrichterlich die Frage er\u00f6rtert wurde, ob eine dreidimensionale Produktgestaltung unter markenrechtlichen Gesichtspunkten die Verletzung einer reinen Wortmarke darstellen kann. Der BGH macht in seiner Entscheidung deutlich, dass er dies durchaus f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, allerdings nur dann, wenn aus Sicht der angesprochenen Verbraucher die Wortmarke der \u201enaheliegenden, ungezwungenen und ersch\u00f6pfenden\u201c Bezeichnung der dreidimensionalen Gestaltung entspricht. Auf die Form der Produkte, f\u00fcr welche die Wortmarke verwendet wird, vorliegend also Haribo\u2019s Goldb\u00e4ren, soll es hingegen nicht ankommen.<\/p>\n

Um der Monopolisierung einer dreidimensionalen Warengestaltung durch den Sinngehalt einer einzigen Wortmarke entgegenzuwirken, stellt der BGH in seinem Urteil strenge Anforderungen auf: Sobald die Wortmarke nur eine von mehreren naheliegenden Bezeichnungen der Produktgestaltung ist, soll n\u00e4mlich bereits die f\u00fcr eine Markenrechtsverletzung nach \u00a7 14 Abs. 2 Nr. 2<\/a> bzw. Nr. 3 MarkenG erforderliche Zeichen\u00e4hnlichkeit ausscheiden. Dies \u2013 so der BGH \u2013 sei vorliegend der Fall, weil die Bezeichnungen “Teddy, “Schokoladen-B\u00e4r” oder “Schokoladen-Teddy” ebenso naheliegend wie \u201eGoldb\u00e4r\u201c seien.<\/p>\n

Dieses Fazit kann im konkreten Fall nur bedingt \u00fcberzeugen. Denn da Lindt seinen Oster-Bestseller, einen ebenfalls in Goldfolie eingewickelten und mit einer roten Schleife versehen Hasen, offensiv unter dem Begriff \u201eGoldhase\u201c vermarktet und der streitgegenst\u00e4ndliche B\u00e4r unverkennbar an diesen Hasen angelehnt ist, d\u00fcrfte der Anteil derer Verkehrsteilnehmer, die vom \u201eGoldb\u00e4ren\u201c sprechen, tats\u00e4chlich \u00fcberproportional hoch sein. Dass andere Begriffe ebenso naheliegend sind, kann dementsprechend durchaus in Frage gestellt werden. (ab)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat diese Woche entschieden, dass der in Goldfolie eingewickelte Schokoladenb\u00e4r, welchen Lindt seit einigen Jahren zur Weihnachtszeit in den Handel bringt, nicht die Markenrechte von Haribo aus der eingetragenen Wortmarke \u201eGoldb\u00e4r\u201c verletzt (Urt. v. 23.09.2015, Az. I ZR 105\/14). Nachdem das Landgericht K\u00f6ln in erster Instanz noch anders, n\u00e4mlich zugunsten von Haribo, […]<\/p>\n","protected":false},"author":41,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,10],"tags":[332,1372,1869,1870,3063],"class_list":["post-24342","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin","category-markenrecht","tag-lindt","tag-schokolade","tag-haribo","tag-goldbar","tag-gummibaerchen"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24342"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24342\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":67144,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24342\/revisions\/67144"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}