{"id":24246,"date":"2015-09-25T06:53:09","date_gmt":"2015-09-25T05:53:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=24246"},"modified":"2017-04-07T10:18:57","modified_gmt":"2017-04-07T09:18:57","slug":"ein-presseartikel-kommt-selten-allein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/ein-presseartikel-kommt-selten-allein\/","title":{"rendered":"Ein Presseartikel kommt selten allein"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-24336\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Pfuschzettel.jpg\" alt=\"schler geben pfuschzettel weiter\" width=\"424\" height=\"283\" \/>Journalisten schreiben voneinander ab.<\/p>\n<p>Dieses Ph\u00e4nomen ist bereits aus dem Bereich der Druckmedien hinl\u00e4nglich bekannt. Seien es mehrere konzernzugeh\u00f6rige Druckerzeugnisse (z.B. EXPRESS und K\u00f6lnische Rundschau), die ein und dasselbe Thema je nach Seriosit\u00e4tsgrad f\u00fcr ihren jeweiligen Leserkreis entsprechend aufarbeiten, seien es sonstige konkurrierende Redaktionen oder Verlage.<\/p>\n<p>In Ermangelung selbst recherchierter Themen neigt man hin und wieder dazu, in den Beitr\u00e4gen der Kollegen nach interessanten Ideen zu suchen und diese gegebenenfalls \u201eauszuleihen\u201c.<\/p>\n<p>Die Verbreitung digitaler Medien und insbesondere die zu beobachtende Verlagerung der journalistischen Berichterstattung aus dem Offline-Bereich in die Welt des Internets haben diese Problematik auf ein anderes Level gebracht.<\/p>\n<p>Der damit verbundene geringe finanzielle Aufwand machte die Einrichtung und Unterhaltung einer eigenen Informationsquelle jedermann zug\u00e4nglich. Deren Anzahl ist rapide gestiegen. Gleich geblieben ist jedoch die jeweilige Bestrebung, m\u00f6glichst viele Leser und Interessenten anzulocken. Hierzu versucht man in aller Regel, das eigene Informationsangebot m\u00f6glichst umfangreich zu gestalten. Tagesaktuelle Themen der Konkurrenz d\u00fcrfen dabei nat\u00fcrlich nicht fehlen. Dies gilt erst recht, wenn es sich um provokative beziehungsweise sensationslustige Artikel handelt.<\/p>\n<p>Diese Handhabung ist nicht nur bei kleineren Online-Magazinen, Blogseiten, Foren und Community-Seiten, sondern auch bei gr\u00f6\u00dferen und grunds\u00e4tzlich als seri\u00f6s geltenden Medien zu beobachten. Als interessant erscheinende Nachrichten und Berichte, welche von anderen Quellen schon einmal rausgebracht wurden, werden aufgegriffen, abge\u00e4ndert und mit oder ohne Referenz auf den Ursprungsartikel weiter verbreitet. Der Wettlauf um die Quantit\u00e4t schadet jedoch bekanntlich der Qualit\u00e4t. F\u00fcr eine ordentliche Recherche bleibt in vielen F\u00e4llen kein Raum mehr. Anstelle von sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcften und ausgewerteten Informationen kommt die \u201estille Post\u201c.<\/p>\n<p>Nach einem Bespiel braucht man nicht lange zu suchen: Ein solches liefert bereits ein k\u00fcrzlich erschienenes Interview des Partners unserer Kanzlei, Herrn Dr. Niklas Haberkamm, zum Thema der urheberrechtlichen Schutzf\u00e4higkeit von aufwendig gestalteten Speisen. Der betreffende Bericht wurde innerhalb von wenigen Tagen von zahlreichen Autoren und Redaktionen \u00fcbernommen und in diversen Medien rausgebracht, und zwar nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern weltweit. Berichtet wurde beispielsweise in Gro\u00dfbritannien, \u00d6sterreich, Frankreich, Italien, Russland, Australien, Asien, S\u00fcdafrika und in den USA (vgl. nur <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/verbraucher\/article145156808\/Das-Fotografieren-von-Essen-koennte-teuer-werden.html\">welt.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/digital\/social-media-die-gefahren-des-food-porn_id_4881790.html\">focus.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/2015\/08\/15\/die-gefahren-des-food-porn_n_7989474.html\">huffingtonpost.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.democraticpost.de\/foodporn-essen-fotografieren-das-kann-richtig-teuer-werden-31591\/\">democraticpost.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.social-telegraph.de\/foodporn-kann-teuer-werden\/\">social-telegraph.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.arcor.de\/content\/digital\/news\/3930536,1,Fotos-k%C3%B6nnen-rechtswidrig-sein--Die-Gefahren-des-%22Food-Porn%22,content.html\">arcor.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.thelocal.de\/20150813\/food-porn-can-land-you-in-trouble-lawyer-warns\">thelocal.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.dailymail.co.uk\/travel\/travel_news\/article-3202031\/Food-porn-censored-s-ILLEGAL-upload-pictures-meals-Instagram-Germany.html\">dailymail.co.uk<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.eater.com\/2015\/8\/14\/9153029\/instagram-food-porn-copyright-law-germany\">eater.com<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.foodworldnews.com\/articles\/32296\/20150814\/instagram-foodporn-is-illegal-according-to-german-law.htm\">foodworldnews.com<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.zhichanli.com\/article\/12871\">zhichanli.com<\/a>, <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000020770498\/Foodporn-Verbreitung-von-Essensfotos-kann-rechtswidrig-sein\">derstandard.at<\/a>, <a href=\"http:\/\/24h.net.au\/travel\/uploading-food-porn-to-instagram-in-germany-is-illegal-if-its-seen-as-art\/\">24h.net.au<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.smoothfm.com.au\/entertainment\/your-Instagram-food-porn-posts-could-be-ILLEGAL?app=smoothfm%252525253Fsmooth953%2525252520smooth915%3Fsmooth953\">smoothfm.com.au<\/a>, <a href=\"http:\/\/tapasmagazine.com\/no-food-photos-in-germany\/\">tapasmagazine.com<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.lefigaro.fr\/secteur\/high-tech\/2015\/08\/23\/32001-20150823ARTFIG00001-en-allemagne-poster-votre-assiette-sur-les-reseaux-sociaux-pourrait-vous-couter-cher8230.php\">lefigaro.fr<\/a>).<\/p>\n<p>An diesem Beispiel sieht man (und die meisten wissen es schon aus eigener Erfahrung): Die Schnelligkeit der Informationsverbreitung im Internet und deren Reichweite sind enorm. Die Auswirkungen ebenfalls. Die mangelnde Sorgfalt verkn\u00fcpft mit der Sensationslust m\u00fcnden in verzerrende und oft sogar wahrheitswidrige Berichte, welche die Autoren und die Seitenbetreiber sodann unter dem Deckmantel der Pressefreiheit bis aufs Letzte verteidigen.<\/p>\n<p>Gestaltet sich die Weiterverbreitung hingegen als sinngetreu, wird die Problematik damit nicht vollst\u00e4ndig beseitigt. Man wird dann n\u00e4mlich immer noch mit dem \u201eNebeneffekt\u201c konfrontiert, dass bestimmte Informationen durch ihre intensive Verbreitung im Internet perpetuiert werden. Deren Richtigkeit wird dabei schon allein aufgrund des hohen Verbreitungsgrades nahezu automatisch unterstellt. Ebenso wird ihnen auch besondere Wichtigkeit zugesprochen.<\/p>\n<p>Schnelle Erreichbarkeit von Internet-Ressourcen und einfache Recherchierbarkeit von Informationen, welche den herk\u00f6mmlichen Presseerzeugnissen und dem Rundfunk fremd waren, f\u00fchren heutzutage dazu, dass diejenigen, die einmal in den Fokus der Online-Medien ger\u00fcckt sind, in bestimmten Situationen unfreiwillig stigmatisiert werden. In pers\u00f6nlichkeitsrechtlichen Auseinandersetzungen, aber auch im Alltag trifft man insoweit nicht selten auf das \u201eArgument\u201c, dass, wenn schon so viele Medien von bestimmten (Miss-)Verh\u00e4ltnissen berichtet haben, dann m\u00fcsste schon was daran sein, dann hat man das doch zuvor ordentlich recherchiert.<\/p>\n<p>Einen nicht unerheblichen Beitrag zu solcher\u00a0Sichtweise beziehungsweise zum insofern entstehenden Eindruck leisten dabei die Suchmaschinen wie Google. Im Hinblick\u00a0auf diese k\u00e4mpfen\u00a0zahlreiche Informationsportale\u00a0mit\u00a0diversen Suchoptimierungsma\u00dfnahmen um m\u00f6glichst besseres Ranking f\u00fcr ihre Artikel. Dieser Kampf wird naheliegenderweise auf Kosten von betroffenen Unternehmen und Personen ausgetragen, die pl\u00f6tzlich\u00a0feststellen m\u00fcssen, dass entsprechende negative oder sogar rechtsverletzende Berichte in den Google-Suchergebnissen noch weit vor der eigenen Homepage erscheinen. Von dieser Problematik haben wir erst\u00a0k\u00fcrzlich <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/presse-und-medienrecht\/schlechte-presse-ein-problem-der-virtuellen-welt\">berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>Jeder, der auf den eigenen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/kurioses-und-interessantes\/reputationsmanagement-i-ist-der-ruf-erst-ruiniert-lebt-es-sich-ganz-ungeniert\">guten Ruf<\/a>\u00a0Wert legt, darf solche Verh\u00e4ltnisse nicht dulden. Schlechte Presse verbreitet sich schnell. Schon nach kurzer Zeit kann die breite Verbreitung von negativen Berichten dazu f\u00fchren, dass betroffene Unternehmen oder Produktangebote mit diesen derart assoziiert werden, dass Suchmaschinenbetreiber sie den Interessenten sogar von sich aus als sogenannten <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/lhr-erwirkt-einstweilige-verfuegung-gegen-google-wegen-autocomplete-funktion\">Suchworterg\u00e4nzungsvorschl\u00e4ge<\/a>\u00a0einblenden. Hiergegen kann im Rahmen des Reputationsmanagements z\u00fcgig und konsequent vorgegangen werden. (pu)<\/p>\n<p>(Bild:\u00a0\u00a9 contrastwerkstatt \u2013 Fotolia.com)<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Journalisten schreiben voneinander ab. Dieses Ph\u00e4nomen ist bereits aus dem Bereich der Druckmedien hinl\u00e4nglich bekannt. Seien es mehrere konzernzugeh\u00f6rige Druckerzeugnisse (z.B. EXPRESS und K\u00f6lnische Rundschau), die ein und dasselbe Thema je nach Seriosit\u00e4tsgrad f\u00fcr ihren jeweiligen Leserkreis entsprechend aufarbeiten, seien es sonstige konkurrierende Redaktionen oder Verlage. In Ermangelung selbst recherchierter Themen neigt man hin und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,13],"tags":[3043,3052,3053,3054,3055,3056,3057],"class_list":["post-24246","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","tag-schlechte-presse","tag-google-suchergebnisse","tag-imageverlust","tag-negative-berichte-im-internet","tag-rufschaedigung-durch-presse","tag-stille-post","tag-verbreitung-von-presseartikeln"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24246","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24246"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24246\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}