{"id":238,"date":"2007-10-04T14:23:00","date_gmt":"2007-10-04T12:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=238"},"modified":"2007-10-04T14:23:00","modified_gmt":"2007-10-04T12:23:00","slug":"verhinderung-von-testkaufen-durch-mitbewerber-kann-gezielte-behinderung-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/verhinderung-von-testkaufen-durch-mitbewerber-kann-gezielte-behinderung-sein\/","title":{"rendered":"Verhinderung von Testk\u00e4ufen durch Mitbewerber kann gezielte Behinderung sein"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify\">Eine interessante Entscheidung des OLG Hamburg <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/210\/5\/2\"><span style=\"font-weight: bold\">(Hanseatisches Oberlandesgericht, Urteil v. 11.04.2007, Az. 5 U 190\/06)<\/span><\/a> befasst sich mit der Frage, ob und in welchem Umfang Unternehmer Testk\u00e4ufe ihrer Mitbewerber dulden m\u00fcssen.<\/div>\n<p>Dabei stellt das Gericht zun\u00e4chst &#8211; vielleicht f\u00fcr den einen oder anderen H\u00e4ndler \u00fcberraschend &#8211; fest, dass es sogar wettbewerbswidrig sein kann, Konkurrenten bei Testk\u00e4ufen zu behindern. Es ist also nicht etwa so, wie man vielleicht meinen k\u00f6nnte, dass sich derjenige, der unter Vorspiegelung, er sei ein gew\u00f6hnlicher Kunde und somit heimlich beim Mitbewerber einkauft, rechtswidrig verh\u00e4lt. Dies wird damit begr\u00fcndet, dass in Deutschland die Kontrolle des lauteren Wettbewerbs insbesondere durch die Wettbewerber (vgl. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/8.html\" title=\"&sect; 8 UWG: Beseitigung und Unterlassung\">\u00a7 8 Abs. 3 Nr. 1 UWG<\/a>) und nicht durch staatliche Stellen erfolgt. Die Mitbewerber sollen sich also gegenseitig \u00fcberwachen.<\/p>\n<p>Diese Duldungspflicht findet aber dort ihre Grenze, wo der Testk\u00e4ufer so intensiv in die Gesch\u00e4ftsabl\u00e4ufe eingreift, dass von einer Betriebsst\u00f6rung auszugehen ist.<\/p>\n<p>So lag der Fall hier:<\/p>\n<div><span style=\"font-style: italic\"><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Die Antragsstellerin hat sich bereits nicht wie ein normaler Nachfrager bei dem Aufsuchen der Weiterleitungsseite www&#8230;..de verhalten. Denn sie hat unstreitig in 71 F\u00e4llen innerhalb kurzer Zeit am 10.8.2006 auf die Homepage zugegriffen. Es war auch in erster Instanz der Vortrag der Antragsgegnerin nicht substantiiert bestritten worden, dass \u00fcbliche Kunden ohne Bestellung nur 1 bis 5mal pro Tag die Homepage der Antragsgegnerin aufsuchen. In diesem Gr\u00f6\u00dfenbereich hat auch die Antragsstellerin in den Monaten Januar bis Juli 2006 trotz auch schon bestehender rechtlicher Auseinandersetzungen sich die Internetseite der Antragsgegnerin anzeigen lassen. Von diesem \u00fcblichen Verhalten weicht das Aufrufen der Homepage durch die Antragsstellerin am 10.8.2006 in 71 F\u00e4llen und dem Aufrufen von mindestens 346 Seiten deutlich ab.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/div>\n<p><span style=\"font-style: italic\"><span style=\"font-weight: bold\">Fazit:<\/span><br \/>\nSo unangenehmTestk\u00e4ufe auch sein m\u00f6gen. Sie sind erlaubt und vom Gesetzgeber gewollt. Nur wenn der Testk\u00e4ufer sich nicht wie ein &#8220;normaler&#8221; Kunde verh\u00e4lt kann man sich wehren. (la)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/210\/5\/2\"><span style=\"font-weight: bold\">Zum Urteil<\/span><\/a><\/p>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine interessante Entscheidung des OLG Hamburg (Hanseatisches Oberlandesgericht, Urteil v. 11.04.2007, Az. 5 U 190\/06) befasst sich mit der Frage, ob und in welchem Umfang Unternehmer Testk\u00e4ufe ihrer Mitbewerber dulden m\u00fcssen. 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