{"id":23698,"date":"2015-06-22T07:14:11","date_gmt":"2015-06-22T06:14:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=23698"},"modified":"2017-04-07T10:24:43","modified_gmt":"2017-04-07T09:24:43","slug":"berichte-aus-der-parallelwelt-teil-5-rechtsrelevanz-im-medium-internet-der-universitaere-umgang-mit-dem-thema-urheberrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/berichte-aus-der-parallelwelt-teil-5-rechtsrelevanz-im-medium-internet-der-universitaere-umgang-mit-dem-thema-urheberrecht\/","title":{"rendered":"Berichte aus der Parallelwelt, Teil 6 – Rechtsrelevanz im Medium Internet \u2013 Der universit\u00e4re Umgang mit dem Thema Urheberrecht"},"content":{"rendered":"
Mitte Oktober des letzten Jahres besuchte ich mit gro\u00dfer Vorfreude ein Seminar an meiner Universit\u00e4t, in welchem der Umgang mit historischen Quellen im Internet thematisiert wurde. Es wurde in den Bereich E-Learning kategorisiert, in welchem so genannte Einf\u00fchrungsvideos zur Textrecherche im Medium Internet konzipiert werden sollten.<\/p>\n
Die Grundidee ist lobenswert, denn gerade Historiker lernen das Internet als keine oder nur wenig relevante Zitationsquelle kennen, der sehr skeptisch gegen\u00fcber gestanden wird.<\/p>\n
Als Grundlage des eigens zu erstellenden Films wurde Microsofts beliebte Pr\u00e4sentationssoftware PowerPoint genannt, dessen kreative M\u00f6glichkeiten man f\u00fcr seine Arbeit nutzen sollte. Mal davon abgesehen, dass das Programm PowerPoint darauf basiert, dass Einzelbilder beziehungsweise Einzelfolien hintereinander gezeigt und zu einer Pr\u00e4sentation kombiniert werden und sich somit nicht f\u00fcr das Medium Film oder Video eignet, h\u00e4tte innerhalb des Seminarprogramms erkl\u00e4rt werden m\u00fcssen, in welchem Umfang es gestattet ist, urheberrechtliche Werke zu verwenden, insbesondere in Bezug auf Bild-, Video- und Tonquellen.<\/p>\n
Erst meine Nachfragen zur Ver\u00f6ffentlichung von Medien im Internet lie\u00df das Thema zur Sprache kommen, man versuchte, mich\u00a0zu umgehen. Ich wandte mich im Auftrag der Lehrperson an meine Kommilitonen, ich fragte nach, ob es erlaubt w\u00e4re, eine Pr\u00e4sentation einfach so ins Internet zu stellen. Meine Mitstudenten wussten an dieser Stelle auch nicht weiter und fanden meine Nachfrage abwegig. Diese Reaktion verwunderte mich sehr und lie\u00df mich einige Nachforschungen anstellen.<\/p>\n
Die Universit\u00e4t als rechtsfreie Zone?<\/b><\/p>\n
Die Reaktionen meiner Mitstudenten zeigen, dass das Thema Urheberrecht nur einen geringen Stellenwert in den K\u00f6pfen der Menschen, welche die Universit\u00e4t besuchen, besitzt. Nat\u00fcrlich wird einem Studenten das richtige Zitieren beigebracht, da eine unterlassene Quellenangabe bei einem eigens verfassten Text ein rechtswidriges Plagiat darstellt und nicht geduldet wird. Auch die Verwendung von Bild- oder Tonquellen in einer schrift- oder m\u00fcndlichen Pr\u00fcfungsleistung wird in Einf\u00fchrungsseminaren erkl\u00e4rt, hier wird ebenfalls auf das richtige Zitieren einer Quelle Wert gelegt.<\/p>\n
\u00dcberraschenderweise f\u00fchrte eine Befragung meinerseits von Kommilitonen und Freunden zu dem Ergebnis, dass sich viele der Zitationspflicht und das Setzen von Quellenangaben im Internet nicht bewusst sind und dieses Verhalten zu h\u00e4ufig toleriert wird – sogar innerhalb der Universit\u00e4t.<\/p>\n
Es kann meiner Meinung nach sehr gef\u00e4hrlich sein, in Schulen und Universit\u00e4ten nicht \u00fcber die Formen des Urheberrechts aufzukl\u00e4ren, insbesondere wenn es in den Bereich Neue Medien geht. Der Medientypus Internet sollte nicht untersch\u00e4tzt werden, gerade wenn es um die Verbreitung von eigenen Inhalten in Form von Werbung oder Selbstdarstellung geht. Viele Portale, in denen es prim\u00e4r um die Kreierung der eigenen Identit\u00e4t geht (Facebook, YouTube, usw.), laden ihre Benutzer geradewegs dazu ein, Inhalte zu verbreiten, dessen Rechte sie gar nicht besitzen und informieren zu wenig \u00fcber die rechtlichen Konsequenzen.<\/p>\n
Urheberrecht und Neue Medien \u2013 Einbringung in die universit\u00e4re Lehre<\/b><\/p>\n
Urheberrechtliche Themen m\u00fcssen deutlich mehr in der universit\u00e4ren Lehre thematisiert werden, insbesondere im Bereich Internet und Neue Medien. Es ist im hohen Ma\u00dfe unverantwortlich, dass Studenten im Informationszeitalter nicht oder zu wenig \u00fcber das Thema Urheberrecht aufgekl\u00e4rt werden. Das Internet ist ein von der Gesellschaft l\u00e4ngst akzeptiertes und begr\u00fc\u00dftes Massenmedium, dass sehr gern als allt\u00e4gliches Werkzeug angenommen aber \u00fcber dessen rechtliche Grundlagen noch zu wenig aufgekl\u00e4rt wird.<\/p>\n
Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Malte Mayer. Er ist Teil unserer neuen Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Mitte Oktober des letzten Jahres besuchte ich mit gro\u00dfer Vorfreude ein Seminar an meiner Universit\u00e4t, in welchem der Umgang mit historischen Quellen im Internet thematisiert wurde. Es wurde in den Bereich E-Learning kategorisiert, in welchem so genannte Einf\u00fchrungsvideos zur Textrecherche im Medium Internet konzipiert werden sollten. Die Grundidee ist lobenswert, denn gerade Historiker lernen das […]<\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":10270,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,3382,5],"tags":[],"class_list":["post-23698","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-magazin","category-kurioses-und-interessantes","category-urheber-designrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23698"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23698\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10270"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}