{"id":23492,"date":"2015-04-15T08:48:34","date_gmt":"2015-04-15T07:48:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=23492"},"modified":"2024-06-12T19:55:01","modified_gmt":"2024-06-12T17:55:01","slug":"puma-gewinnt-vor-bgh-gegen-pudel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/puma-gewinnt-vor-bgh-gegen-pudel\/","title":{"rendered":"Puma gewinnt vor BGH gegen Pudel"},"content":{"rendered":"

\"springenderpudel\"Der u.a. f\u00fcr das Markenrecht zust\u00e4ndige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat vergangene Woche entschieden, dass die PUMA SE aus ihrer Wort-Bildmarke \u201ePUMA\u201c, welche neben dem entsprechenden Schriftzug den Umriss einer springende Raubkatze zeigt, gem\u00e4\u00df \u00a7 51 Abs. 1 MarkenG<\/a> die L\u00f6schung der j\u00fcngeren Wort-Bildmarke \u201ePUDEL\u201c verlangen kann, welche neben dem entsprechenden Schriftzug den Umriss eines springenden Pudels wiedergibt (BGH, Urt. v. 02.04.2015, Az. I ZR 59\/13<\/a> – Springender Pudel).<\/p>\n

Damit haben die Richter in Karlsruhe genauso entschieden wie zuvor schon das Landgericht und das Oberlandesgericht.<\/p>\n

Ausnutzung der Wertsch\u00e4tzung der bekannten Marke \u201ePUMA\u201c <\/strong><\/p>\n

Der Bundesgerichtshof hat zun\u00e4chst angenommen, dass die beiden Zeichen trotz ihrer \u00c4hnlichkeiten auch un\u00fcbersehbare Unterschiede aufweisen und daher keine Verwechslungsgefahr im Sinne von \u00a7 9 Abs. 1 Nr. 2 MarkenG<\/a> besteht.<\/p>\n

Jedoch nutze der Beklagte mit seiner Wort-Bildmarke \u201ePUDEL\u201c die Unterscheidungskraft und die Wertsch\u00e4tzung der bekannten Marke \u201ePUMA\u201c im Sinne von \u00a7 9 Abs. 1 Nr. 3 MarkenG<\/a> aus. Er profitiere n\u00e4mlich von der \u00c4hnlichkeit der beiden Marken dergestalt, dass er f\u00fcr die mit seiner \u201ePUDEL\u201c-Marke gekennzeichneten Produkte eine Aufmerksamkeit erlange, die er ansonsten nicht erhalten w\u00fcrde.<\/p>\n

Der L\u00f6schungsanspruch bestehe deshalb, weil der Inhaber einer \u201ebekannten Marke\u201c die L\u00f6schung einer j\u00fcngeren Marke auch dann verlangen kann, wenn zwar keine Verwechslungsgefahr vorliegt, der Grad der \u00c4hnlichkeit zwischen den beiden Marken jedoch von einer solchen Trageweite ist, dass die beteiligten Verkehrskreise eine gedankliche Verkn\u00fcpfung zwischen den beiden Marken herstellen. Dass es sich Falle von \u201ePUMA\u201c tats\u00e4chlich um eine solche \u201ebekannte Marke\u201c handelt, d\u00fcrfte auch unseres Erachtens nicht in Frage zu stellen sein.<\/p>\n

Keine Rechtfertigung durch Kunst- und Meinungsfreiheit <\/strong><\/p>\n

Die Karlsruher Richter f\u00fchrten in ihrem Urteil weiter aus, dass dem Markenrecht von PUMA auch nicht die Grundrechte des Beklagten auf freie k\u00fcnstlerische Bet\u00e4tigung und\/oder auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung entgegengehalten werden k\u00f6nnen. Mit dieser Argumentation hatte der Beklagte n\u00e4mlich versucht, seine eingetragene Wort-Bildmarke \u201ePUDEL\u201c als Parodie der Marke \u201ePUMA\u201c darzustellen. Die Karlsruher Richter lie\u00dfen sich davon indessen nicht beeindrucken. Stattdessen verwiesen sie darauf, dass auch das Markenrecht der Kl\u00e4gerin von der Verfassung gesch\u00fctzt sei und der Grundrechtsschutz des Beklagten deshalb nicht dazu f\u00fchren k\u00f6nne, dass ihm ein eigenes Markenrecht f\u00fcr identische oder \u00e4hnliche Waren einzur\u00e4umen sei. (ab)<\/p>\n

(Bild: Black Poodle in outdore settings \u00a9 Dixi_ – Fotolia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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