{"id":2316,"date":"2010-12-07T09:00:53","date_gmt":"2010-12-07T07:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=2316"},"modified":"2010-12-07T09:00:53","modified_gmt":"2010-12-07T07:00:53","slug":"das-perlentauchen-und-seine-risiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/das-perlentauchen-und-seine-risiken\/","title":{"rendered":"Das Perlentauchen und seine Risiken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Das Tauchen nach Perlen kann gef\u00e4hrlich sein. Ebenso besteht aber auch ein Risiko bei der Nutzung und Verwertung so genannter Abstracts im \u201eInformationsmeer\u201c des Internets:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der u.a. f\u00fcr Urheberrechtsfragen zust\u00e4ndige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH, Urt. v. 01.12.2010 Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2012\/08\" title=\"BGH, 01.12.2010 - I ZR 12\/08: Perlentaucher\">I ZR 12\/08<\/a>) hatte dar\u00fcber zu entscheiden, ob die Betreiber des Kulturmagazins \u201eperlentaucher.de\u201c Abstracts \u2013 also pr\u00e4gnante Ausz\u00fcge und Zusammenfassungen \u2013 hier von Buchrezessionen renommierter deutscher Tageszeitungen lizenzieren durften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kl\u00e4ger, die Verlagsh\u00e4user der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c und der \u201eFrankfurter Allgemeinen Zeitung\u201c, nahmen die beklagten Betreiber des Magazins \u201eperlentaucher.de\u201c auf Unterlassung, Auskunftserteilung und Feststellung der Schadenersatzpflicht in Anspruch. Grund der Klage waren nicht etwa die Ver\u00f6ffentlichungen der Abstracts auf der Domain \u201eperlentaucher.de\u201c als solche, sondern Lizenzen, die die Beklagte den Portalen \u201eb\u00fccher.de\u201c und \u201eamazon.de\u201c f\u00fcr die Nutzung der Zusammenfassungen von Buchrezensionen einr\u00e4umten. Genau hierin sahen die Kl\u00e4ger eine Verletzung des Urheberrechts an den Originalrezensionen, einen Versto\u00df gegen das Markenrecht und einen Wettbewerbsversto\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Welche Schl\u00fcsse k\u00f6nnen aus der Entscheidung gezogen werden? Es muss insbesondere bei der anwaltlichen Beratung von Webseitenbetreibern stets der jeweilige Einzelfall ber\u00fccksichtigt werden. Die Entscheidung kann aber mit Nichten dahingehend verstanden werden, dass der BGH hier ein generelles Verbot f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung von Abstracts ausgesprochen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Entscheidendes Kriterium f\u00fcr die Zul\u00e4ssigkeit der Nutzung von sog. Abstracts, ist nach dieser Entscheidung die Frage, ob die Zusammenfassungen selbst\u00e4ndige Werke darstellen, die nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/24.html\" title=\"&sect; 24 UrhG: (weggefallen)\">\u00a7 24 Abs. 1 UrhG<\/a> ohne Zustimmung der eigentlichen Urheber genutzt werden k\u00f6nnen. Dies setzt jedoch voraus, dass die Abstracts als Zusammenfassung durch die Benutzung der Originalfassung neu geschaffen wurden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kurz: Durch die Zusammenfassung des urspr\u00fcnglichen Textes muss ein neues Werk entstehen. Ob die Autoren des \u201eperlentaucher.de\u201c \u2013 Magazins diese Leistung erbracht haben bleibt zu kl\u00e4ren. Der BGH hat den Rechtsstreit an die Vorinstanz zur\u00fcckverwiesen, da nach Auffassung des Senats das Berufungsgericht zwar<\/p>\n<blockquote style=\"text-align: justify\"><p><em>\u201edie richtigen rechtlichen Ma\u00dfst\u00e4be angelegt\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><em> <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">hat, aber<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em> <\/em><\/p>\n<blockquote style=\"text-align: justify\"><p><em>\u201enicht alle relevanten tats\u00e4chlichen Umst\u00e4nde ber\u00fccksichtigt\u201c <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Entscheidung des BGH ist damit auch f\u00fcr die klagenden Verlage noch keine wirkliche \u201ePerle\u201c! Soweit das Berufungsgericht zu dem Ergebnis kommen sollte, dass die Abstracts selbst\u00e4ndige Werke gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/24.html\" title=\"&sect; 24 UrhG: (weggefallen)\">\u00a7 24 Abs. 1\u00a0 UrhG<\/a> darstellen, k\u00f6nnen diese auch lizenziert werden. Entscheidend sei vor allem, in\u00a0 welchem Umfang die Abstracts von der Ursprungsversion abweichen oder \u00fcbernommen wurden. (cs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Tauchen nach Perlen kann gef\u00e4hrlich sein. Ebenso besteht aber auch ein Risiko bei der Nutzung und Verwertung so genannter Abstracts im \u201eInformationsmeer\u201c des Internets: Der u.a. f\u00fcr Urheberrechtsfragen zust\u00e4ndige I. 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