{"id":22994,"date":"2015-01-19T08:19:49","date_gmt":"2015-01-19T07:19:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=22994"},"modified":"2017-04-07T10:33:20","modified_gmt":"2017-04-07T09:33:20","slug":"mehr-schein-als-sein-die-selbstdarstellung-im-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/mehr-schein-als-sein-die-selbstdarstellung-im-internet\/","title":{"rendered":"Mehr Schein als Sein – die Selbstdarstellung im Internet"},"content":{"rendered":"

\"Ach,<\/p>\n

Menschen sind selbstverliebt. Das ist erstmal nicht weiter schlimm. Menschen stellen sich im Internet gerne ein wenig positiv von der Realit\u00e4t abweichend dar. Dabei passieren am\u00fcsante Fauxpas, wie z.B. die Ver\u00f6ffentlichung von Selfies, bei denen \u00fcbersehen wurde, dass das Fotografieren des Spiegels nicht nur ein Abbild der eigenen Person sondern auch der keramischen Umgebung erzeugt. Geschenkt. Das ist alles typisch menschlich.<\/p>\n

Aus unserer anwaltlichen Sicht wird die \u00fcbertriebene Selbstdarstellung jedoch an manchen Stellen zu einem \u00c4rgernis. So ist es zum Beispiel ganz normal, dass sich der “kleine” Anbieter von Waren\/Dienstleistungen im Internet etwas gr\u00f6\u00dfer darstellt als er tats\u00e4chlich ist. Unternehmensgr\u00f6\u00dfe wird mit Vertrauensgr\u00f6\u00dfe gleichgesetzt. Mangelt es an ersterer wird diese gerne durch einen imposanten Internetauftritt und verschwurbelte Angaben zum Unternehmen vorget\u00e4uscht. Es beginnt mit Fotos der augenscheinlich einen ganzen H\u00e4userblock umfassenden “Firmenzentrale”, geht \u00fcber Beteuerungen immenser Erfahrungssch\u00e4tze, jahrzehntelanger Firmentraditionen bis zu abenteuerlichen Positionen angeblicher Mitarbeiter.<\/p>\n

Dahinter steckt h\u00e4ufig ein kleines angemietetes Zimmer in einem B\u00fcrokomplex, keine Lagerhaltung, Erfahrungen in vielen Gebieten jedoch nicht in der angebotenen Branche und erfundenen Mitarbeitern mit eigenen Maildressen.<\/p>\n

Solange die angepriesenen Leistungen ordnungsgem\u00e4\u00df erbracht werden f\u00e4llt die Aufschneiderei nicht auf. Problematisch wird es jedoch,\u00a0 wenn sich diese Anbieter nicht am selbst gesetzten Schein messen lassen wollen. Sobald der vermeintliche Konzerninhaber in Anspruch genommen wird transformiert er mit Hilfe seines Steuerberaters und\/oder amtlichen Bescheinigungen zu einem rein hobbym\u00e4\u00dfigen Internetnutzer, der seine Seite lediglich aus Spa\u00df und keinesfalls aus kommerziellen Interessen gestaltet hat. Dieses Verhalten ist rechtlich und moralisch zu missbilligen.<\/p>\n

Das h\u00e4ufig an dieser Stelle eingebrachte Argument “wenn ich klarstelle, dass ich nur ein ganz kleiner H\u00e4ndler bin, dann kauft keiner bei mir” ist zudem nicht durchdacht. Gerade heutzutage wird der pers\u00f6nliche Kontakt zum H\u00e4ndler wieder gesch\u00e4tzt. Der Verkauf unter dem Konterfei des Gesch\u00e4ftsinhabers kann gezielt als vertrauensbildende Ma\u00dfnahme eingesetzt werden. Zudem gibt es zahlreiche sehr erfolgreiche Plattformen, auf denen sich Kleingewerbetreibende tummeln und als solche pr\u00e4sentieren.<\/p>\n

Der Drang, sich gr\u00f6\u00dfer, sch\u00f6ner und schneller darzustellen als man tats\u00e4chlich ist birgt dagegen die Gefahr rechtlicher Inanspruchnahme. Abgesehen von wettbewerbsrechtlichen Anspr\u00fcchen wegen Irref\u00fchrung k\u00f6nnen auch strafrechtliche Tatbest\u00e4nde verwirklicht werden. Dies gilt insbesondere, wenn bei der Leistungserf\u00fcllung mal etwas schief geht.<\/p>\n

Mein Appell:<\/p>\n

Eine authentische Selbstdarstellung beeindruckt mehr als ein potemkinsches Dorf. Ehrlich w\u00e4hrt am l\u00e4ngsten. (ro)<\/p>\n

(Bild:\u00a0Maus im Ei\u00a0\u00a9 stylefoto24 \u2013 Fotolia.com)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Menschen sind selbstverliebt. Das ist erstmal nicht weiter schlimm. Menschen stellen sich im Internet gerne ein wenig positiv von der Realit\u00e4t abweichend dar. Dabei passieren am\u00fcsante Fauxpas, wie z.B. die Ver\u00f6ffentlichung von Selfies, bei denen \u00fcbersehen wurde, dass das Fotografieren des Spiegels nicht nur ein Abbild der eigenen Person sondern auch der keramischen Umgebung erzeugt. […]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":22995,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,3382],"tags":[],"class_list":["post-22994","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-magazin","category-kurioses-und-interessantes"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22994","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22994"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22994\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}