{"id":227,"date":"2007-09-06T17:41:00","date_gmt":"2007-09-06T15:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=227"},"modified":"2007-09-06T17:41:00","modified_gmt":"2007-09-06T15:41:00","slug":"streitwert-bei-filesharing-in-koln-10000-euro-pro-datei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/streitwert-bei-filesharing-in-koln-10000-euro-pro-datei\/","title":{"rendered":"Streitwert bei Filesharing in K\u00f6ln: 10.000 Euro pro Datei"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify\">K\u00fcrzlich hatte das Landgericht Hamburg (<a href=\"http:\/\/medien-internet-und-recht.de\/pdf\/VT_MIR_2007_313.pdf\">308 O 273\/07<\/a>, \u00fcber MIR) eine Staffelung der Streitwerte bei Urheberrechtsverletzungen in Musiktauschb\u00f6rsen beschlossen. Dabei ging es um die so genannte &#8220;St\u00f6rerhaftung&#8221;, bei der sich der Anschlussinhaber das in einzelnen Filesharing-Handlungen liegende Verhalten seiner Kinder oder anderer Dritter zurechnen lassen muss. Das Landgericht Hamburg nahm dort eine degressive Abnahme des Streitwerts bei vielfachen Urheberrechtsverletzungen an.<\/div>\n<p>Das Landgericht K\u00f6ln (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=28%20O%20480\/06\" title=\"LG K&ouml;ln, 18.07.2007 - 28 O 480\/06: Zur Streitwertbemessung bei Urheberrechtsverletzungen an Mus...\">28 O 480\/06<\/a>, Urt. v. 18.07.2007) w\u00e4hlte nun gegen\u00fcber einem Tauschb\u00f6resnnutzer, der kein St\u00f6rer, sondern &#8220;T\u00e4ter&#8221; war, folgende Berechnung:<\/p>\n<div><span style=\"font-style: italic\"><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Die Kammer geht davon aus, dass pro Musiktitel ein Gegenstandswert von 10.000 Euro angesetzt werden kann. Von der [&#8230;] wurden 58 Titel genutzt, von der [&#8230;] 68 Titel. Die Pauschalierung zu einem Gegenstandswert von 250.000 Euro f\u00fcr jede der Mandantinnen erscheint insoweit angemessen.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/div>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Eine Abnahme des Streitwerts kommt also nach der K\u00f6lner Rechtsprechung bei &#8220;T\u00e4tern&#8221; nicht in Betracht. Die &#8220;Deckelung&#8221; des Streitwerts auf letztlich 500.000 Euro war von den Anw\u00e4lten der klagenden Tontr\u00e4gerfirmen selbst vorgenommen worden, so dass auch nicht davon ausgegangen werden kann, dass das Gericht dies automatisch tut. Das Landgericht verurteilte den Nutzer zur Zahlung von Rechtsanwaltsgeb\u00fchren in H\u00f6he von rund 5.000 Euro. Eine getrennte Abrechnung f\u00fcr jeweils zwei Tontr\u00e4gerfirmen lie\u00df das Gericht allerdings nicht zu:<\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<div><span style=\"font-style: italic\"><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Bei der Abmahnung [&#8230;] handelte es sich um &#8220;dieselbe Angelegenheit&#8221; f\u00fcr mehrere Auftraggeber [&#8230;]. Die Verfolgung der Urheberrechtsverst\u00f6\u00dfe des Beklagten erforderte jedoch f\u00fcr beide Mandantinnen ein gleichwertiges T\u00e4tigwerden nach Art und Umfang. [&#8230;] Entgegen der Berechnung des Kl\u00e4gers ist wegen des zus\u00e4tzlichen Auftraggebers daher eine um 0,3 erh\u00f6hte Gesch\u00e4ftsgeb\u00fchr aus einem Streitwert von 500.000 Euro zu nehmen&#8221;.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/div>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Fast m\u00fcde reagieren die K\u00f6lner Richter mittlewerweile auf das von Abgemahnten im Urheberrecht immer wieder vorgebrachte Argument des Rechtsmissbrauchs und der Serienabmahnung:<\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<div><span style=\"font-style: italic\"><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Eine 1,3 Geb\u00fchr nach Nr. 2400 VV RVG ist f\u00fcr eine Abmahnung angemessen. Es handelt sich nicht um eine Serienabmahnung in einer einfachen Angelegenheit, sondern um eine Urheberrechtsverletzung und damit eine schwere Materie.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/div>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Wir werden das Urteil in den kommenden Tagen ver\u00f6ffentlichen. (zie)<\/p>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich hatte das Landgericht Hamburg (308 O 273\/07, \u00fcber MIR) eine Staffelung der Streitwerte bei Urheberrechtsverletzungen in Musiktauschb\u00f6rsen beschlossen. Dabei ging es um die so genannte &#8220;St\u00f6rerhaftung&#8221;, bei der sich der Anschlussinhaber das in einzelnen Filesharing-Handlungen liegende Verhalten seiner Kinder oder anderer Dritter zurechnen lassen muss. 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