{"id":21386,"date":"2014-05-05T19:55:55","date_gmt":"2014-05-05T18:55:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=21386"},"modified":"2017-04-07T10:50:29","modified_gmt":"2017-04-07T09:50:29","slug":"geschwaerzte-bunte-der-besondere-schutz-von-kindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/geschwaerzte-bunte-der-besondere-schutz-von-kindern\/","title":{"rendered":"Geschw\u00e4rzte BUNTE: Der besondere Schutz von Kindern"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/paparazzo.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17485 alignleft\" title=\"...immer auf der Lauer nach einem Schnappschuss\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/paparazzo.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/paparazzo.jpg 150w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/paparazzo-44x44.jpg 44w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/paparazzo-90x90.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Wir berichteten j\u00fcngst <a title=\"BUNTE vs. F\u00fcrstentum Monaco\" href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/der-ewige-kampf-boulevardpresse-vs-koenigshaus-monaco\" target=\"_blank\">hier<\/a> \u00fcber eine weitere Fehde zwischen der Boulevard-Presse und Mitgliedern der monegassischen F\u00fcrstenfamilie. Der Burda-Verlag hatte \u00fcber seine Zeitschrift BUNTE Fotos von Charlotte Casiraghi mit ihrem Baby sowohl auf der Titelseite als auch im eigentlichen Bericht ver\u00f6ffentlicht. Wohl in der Gewissheit, dass dies den Absatz steigern, gleichzeitig aber wohl nicht unkommentiert von der Abgebildeten und ihren Anw\u00e4lten hingenommen werden wird, schrieb die BUNTE vorgreifend in ihrem Artikel in Bezug auf die Ver\u00f6ffentlichung der Bilder: &#8220;Charlotte scheint verstanden zu haben [\u2026] dass Rapha\u00ebl mitnichten ein rein privates Baby\u00a0ist.&#8221;<\/p>\n<p>Nein, das hatte Charlotte nicht verstanden. Es folgte eine juristische Auseinandersetzung, in welcher Charlotte sogar andersherum die BUNTE von ihrem Verst\u00e4ndnis in Bezug auf Privatsph\u00e4re und auf das Pers\u00f6nlichkeitsrecht von Kindern \u00fcberzeugen konnte. Nach dem Motto &#8220;Man kann es ja mal probieren&#8221;, musste die BUNTE <a title=\"Geschw\u00e4rzte BUNTE\" href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/55488\/schwarze-stunde-fuer-die-bunte\/\" target=\"_blank\">s\u00e4mtliche Fotos nachtr\u00e4glich schw\u00e4rzen<\/a>, was die betroffene Ausagbe zu einem optischen Glanzst\u00fcck der skurrilen Art machte.<\/p>\n<p>Dass die BUNTE die Fotos nachtr\u00e4glich schw\u00e4rzen musste, ist keine wirkliche \u00dcberraschung und war m\u00f6glicherweise von den Rechts- und Marketingabteilungen des Verlages von vornherein einkalkuliert. Die Rechtsprechung behandelt entsprechende F\u00e4lle \u00e4u\u00dferst restriktiv im Sinne eines besonderen Schutzes von Kindern und Minderj\u00e4hrigen, da diese sich erst zu eigenverantwortlichen Personen entwickeln m\u00fcssen (vgl. BVerfG, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW%202000,%201021\" title=\"BVerfG, 15.12.1999 - 1 BvR 653\/96: Caroline von Monaco II\">NJW 2000, 1021<\/a>, 1023). Und bei dieser Entwicklung sollen sie gerade nicht durch die Presse gest\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>Nur in Ausnahmef\u00e4llen \u00fcberwiegt das \u00f6ffentliche Interesse an Kinderfotos gegen\u00fcber dem Pers\u00f6nlichkeitsrecht. Dies kann zum Besipiel der Fall sein, wenn das Kind gemeinsam mit seinen Eltern bewusst an einer \u00f6ffentlichen Veranstaltung teilnimmt und sich damit bewusst der \u00d6ffentlichkeit zuwendet, wie es Charlotte Casiraghi nach dem Besuch eines Gala-Abends h\u00f6chstrichterlich erfahren musste (vgl. BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202004,%20592\" title=\"BGH, 09.03.2004 - VI ZR 217\/03: Zul&auml;ssigkeit der Verbreitung eines Bildnisses einer Begleitpers...\">GRUR 2004, 592<\/a>, 593 &#8211; Charlotte Casiraghi: Besuch eines Gala-Abends). Auch in einem weiteren Fall entschied der Bundesgerichtshof gegen Charlotte Casiraghi, weil er von einer zumindest konkludenten Einwilligung in die Anfertigung und Ver\u00f6ffentlichung der Fotos ausging (vgl. BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202005,%2074\" title=\"BGH, 28.09.2004 - VI ZR 305\/03: BGH weist Revision des Springer Verlages im Rechtsstreit gegen ...\">GRUR 2005, 74<\/a>, 75 &#8211; Charlotte Casiraghi II: Teilnahme an einem internationalen Reitturnier).<\/p>\n<p>Im aktuellen Fall kann die M\u00f6glichkeit, dass sich das frischgeborene Kind bewusst der \u00d6ffentlichkeit zuwandte ohne tiefergehende Pr\u00fcfung ausgeschlossen werden. Und dass Charlotte Casiraghi es nicht schaffte, das Baby den Paparazzi 7 Tage in der Woche jeweils 24 Stunden vorzuenthalten, kann auch durch die Bef\u00fcrworter der Boulevard-Presse nicht ernsthaft als konkludente Einwilligung in die Ver\u00f6ffentlichung gewertet werden. (ha)<\/p>\n<p>(Bild: \u00a9 Jonathan Stutz \u2013 Fotolia.com)<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir berichteten j\u00fcngst hier \u00fcber eine weitere Fehde zwischen der Boulevard-Presse und Mitgliedern der monegassischen F\u00fcrstenfamilie. Der Burda-Verlag hatte \u00fcber seine Zeitschrift BUNTE Fotos von Charlotte Casiraghi mit ihrem Baby sowohl auf der Titelseite als auch im eigentlichen Bericht ver\u00f6ffentlicht. 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