{"id":21289,"date":"2014-04-11T17:32:00","date_gmt":"2014-04-11T16:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=21289"},"modified":"2017-04-07T10:51:37","modified_gmt":"2017-04-07T09:51:37","slug":"haribo-vs-lindt-der-goldbaer-aus-schokolade-darf-weiter-schmecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/haribo-vs-lindt-der-goldbaer-aus-schokolade-darf-weiter-schmecken\/","title":{"rendered":"Haribo vs. Lindt: Der Goldb\u00e4r aus Schokolade darf weiter schmecken!"},"content":{"rendered":"

\"\"<\/a>\u00dcber den Rechtsstreit zwischen Haribo und Lindt \u00fcber die Nutzung eines goldenen Schokoladen-B\u00e4rs und das erstinstanzliche Urteil des LG K\u00f6ln haben wir bereits berichtet<\/a>. Das LG K\u00f6ln hatte mit Urteil vom 18.12.2012 \u2013 33 O 803\/11<\/a> \u2013 der von HARIBO eingereichten Klage stattgegeben und untersagte der beklagten Firma Lindt & Spr\u00fcngli AG den weiteren Vertrieb des sogenannten Lindt-Teddys, eines in Goldfolie eingewickelten Schokoladenb\u00e4ren mit roter Schleife. Es verurteilte die Beklagte dar\u00fcber hinaus zu Auskunft, Schadensersatz und Vernichtung der bereits hergestellten Produkte und Werbematerialien.<\/p>\n

Heute hat das OLG K\u00f6ln dieses Urteil aufgehoben und entschieden, dass in dem in Goldfolie verkauften B\u00e4ren von Lindt keine Verletzung der Wortmarken “Goldb\u00e4r” von Haribo zu sehen sei (OLG K\u00f6ln, Urt. v. 11.04.2014, Az. 6 U 230\/12<\/a>). Dieses Ergebnis st\u00fctzt der zust\u00e4ndige Senat auf den Gesamteindruck des goldigen Schoko-B\u00e4ren, welcher sich\u00a0 nicht allein aus Form und Farbe zusammen setze. Vielmehr nehme der Verbraucher auch den Aufdruck der Marke Lindt wahr, weshalb im Ergebnis keine Verletzungsgefahr bestehe. Diese Wertung des OLG K\u00f6ln beruht weiterhin auch darauf, dass sich bei der Pr\u00fcfung eine Wortmarke und eine dreidimensionale Figur gegen\u00fcber standen.<\/p>\n

Bei der erforderlichen Ermittlung des Verst\u00e4ndnisses des angesprochenen Verbraucherkreises kommt danach eine Verletzung der Wortmarke durch einen plastischen Schokoladenb\u00e4ren nur in Betracht, wenn die Bezeichnung “Goldb\u00e4r” die f\u00fcr den Verbraucher am n\u00e4chsten liegende, griffigste Bezeichnung f\u00fcr den Schokoladenb\u00e4ren\u00a0 w\u00e4re, was f\u00fcr das Produkt der Firma Lindt nach den Vorgaben des OLG K\u00f6ln nicht festgestellt werden konnte. Dieser durch das Gericht herangezogene Aspekt ber\u00fccksichtigt nach Ansicht der LTO<\/a> auch die Argumentation von Lindt selbst, die den Schokoladen-B\u00e4ren in unmittelbarem Zusammenhang mit ihrem bekannten Schoko-Hasen in Goldfolie mit roter Schleife verorten und auf ein diesbez\u00fcgliches Verst\u00e4ndnis der Verbraucher abstellten.<\/p>\n

Eine solche Argumentation kann f\u00fcr Lindt aber m\u00f6glicherweise noch einmal zum Bumerang werden. Da beide Parteien ein h\u00f6chstrichterliches Urteil zum Goldb\u00e4renstreit anstreben, ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass der BGH von einem bei den Verbrauchern als “Goldhasen” bekannten Produkt auch auf den eindeutigen Begriff des “Goldb\u00e4ren” als am n\u00e4chsten liegende, griffigste Bezeichnung der Verbraucher f\u00fcr den Schokoladenb\u00e4ren schlie\u00dfen wird. Und damit w\u00e4re dann zumindest nach der Argumentation des OLG K\u00f6ln eine Verletzung des Markenrechts wieder denkbar. (ha)<\/p>\n

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