{"id":2117,"date":"2010-11-22T13:32:16","date_gmt":"2010-11-22T11:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=2117"},"modified":"2010-11-22T13:32:16","modified_gmt":"2010-11-22T11:32:16","slug":"schweizer-datenschutz-und-beweisverwertungsverbote-in-deutschland-beim-filesharing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/schweizer-datenschutz-und-beweisverwertungsverbote-in-deutschland-beim-filesharing\/","title":{"rendered":"Schweizer Datenschutz und Beweisverwertungsverbote in Deutschland beim Filesharing?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat in einem aktuellen Beschluss <a href=\"http:\/\/www.logistepag.com\/Urteile\/OLG%20Hamburg%205W12610.pdf\" target=\"_blank\">(Beschl. v. 03.11.2010, Az.: 5 W 126\/10)<\/a> entschieden, dass kein Beweisverwertungsverbot f\u00fcr ermittelte IP-Adressen vorliegt, auch wenn zwischenzeitlich ein Schweizerisches Bundesgericht die T\u00e4tigkeiten des Dienstleisters \u2013 der Filesharing-Netzwerke \u00fcberwacht und dabei die IP-Adressen speichert \u2013 nach dortigem Recht als datenschutzrechtswidirg beurteilte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kl\u00e4gerin warf dem Beklagten im zugrunde liegenden Sachverhalt vor, er habe ein Computerprogramm der Kl\u00e4gerin in einem P2P-Netzwerk kurz nach dessen Erscheinen heruntergeladen und Dritten zum Download angeboten. Die \u201eVerteidigung\u201c des Beklagten basierte u.a. auch darauf, dass er geltend machte, die Zuordnung seiner Person zu den dynamischen IP-Adressen begr\u00fcnde keine Haftung. Das mit der Sicherung der IP-Adressen beauftragte Unternehmen versto\u00dfe in der Schweiz gegen dortige Datenschutzvorschriften, sod dass ich sich ein Beweisverwertungsverbot hinsichtlich der IP-Adressen ergebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Richter waren anderer Auffassung: F\u00fcr die rechtliche Bewertung, ob hinsichtlich der durch das Schweizer Unternehmen ermittelten IP-Adressen ein Beweisverwertungsverbot vorliegt, ist \u2013 so die erkennenden Richter \u2013 allein nach dem inl\u00e4ndischen und damit deutschen Recht zu beurteilen. Keine Zweifel hatten die Richter daran, dass die Zuordnung der IP-Adressen nach deutschem Recht datenschutzrechtlich rechtm\u00e4\u00dfig ist. Hervorgehoben wurde, dass ein Personenbezug zu den ermittelten IP-Adressen erst durch ein Auskunftsverfahren nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 Abs. 9 UrhG<\/a> erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Entsprechend entschied auch schon der BGH in seiner als \u201eSommer unseres Lebens\u201c bekannt gewordenen <a href=\"http:\/\/medien-internet-und-recht.de\/volltext.php?mir_dok_id=2182\" target=\"_blank\">Entscheidung<\/a>. Auch hier basierten der IP-Adressen auf den Ermittlungen der Schweizer Internet-Sicherheitsfirma. (cs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat in einem aktuellen Beschluss (Beschl. v. 03.11.2010, Az.: 5 W 126\/10) entschieden, dass kein Beweisverwertungsverbot f\u00fcr ermittelte IP-Adressen vorliegt, auch wenn zwischenzeitlich ein Schweizerisches Bundesgericht die T\u00e4tigkeiten des Dienstleisters \u2013 der Filesharing-Netzwerke \u00fcberwacht und dabei die IP-Adressen speichert \u2013 nach dortigem Recht als datenschutzrechtswidirg beurteilte. 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