{"id":21110,"date":"2014-03-21T16:43:36","date_gmt":"2014-03-21T15:43:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=21110"},"modified":"2017-04-07T10:53:36","modified_gmt":"2017-04-07T09:53:36","slug":"olg-hamm-zu-den-anforderungen-der-buttonloesung-bestellung-abschicken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/olg-hamm-zu-den-anforderungen-der-buttonloesung-bestellung-abschicken\/","title":{"rendered":"OLG Hamm zu den Anforderungen der Buttonl\u00f6sung \u2013 \u201eBestellung abschicken\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-209\" alt=\"button\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/button.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/button.jpg 150w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/button-44x44.jpg 44w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/button-90x90.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>Das OLG Hamm hat sich im Rahmen eines wettbewerbsrechtlichen Verfahrens zu der Frage ge\u00e4u\u00dfert, ob die Beschriftung \u201eBestellung abschicken\u201c beim Absenden einer Bestellung den Anforderungen des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/312g.html\" title=\"&sect; 312g BGB: Widerrufsrecht\">\u00a7 312g BGB<\/a> (Buttonl\u00f6sung) gen\u00fcgt.<\/p>\n<p><b>\u201eBestellung abschicken\u201c ist nicht gleich \u201ezahlungspflichtig bestellen\u201c<\/b><\/p>\n<p>Mit Urteil vom 19.11.2013 (Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=4%20U%2065\/13\" title=\"OLG Hamm, 19.11.2013 - 4 U 65\/13: Rechtsmissbr&auml;uchlichkeit einer Abmahnung\">4 U 65\/13<\/a>) entschied das Gericht, dass die Beschriftung \u201eBestellung abschicken\u201c eine Verletzung verbrauchersch\u00fctzender Vorschriften darstellt. Der Gesetzeswortlaut ist hier eindeutig und schreibt eine Beschriftung mit den Worten \u201ezahlungspflichtig bestellen\u201c oder einer entsprechenden eindeutigen Formulierung vor (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/312g.html\" title=\"&sect; 312g BGB: Widerrufsrecht\">\u00a7 312g Abs. 3 BGB<\/a>).<\/p>\n<blockquote><p>\u201eNach dieser Vorschrift hat der Unternehmer die Bestellsituation bei einem Vertrag im elektronischen Gesch\u00e4ftsverkehr zwischen ihm und einem Verbraucher, der eine entgeltliche Leistung des Unternehmers zum Gegenstand hat, so zu gestalten, dass der Verbraucher mit seiner Bestellung ausdr\u00fccklich best\u00e4tigt, dass er sich zu einer Zahlung verpflichtet. Erfolgt die Bestellung \u00fcber eine Schaltfl\u00e4che, ist diese Pflicht des Unternehmers nur erf\u00fcllt, wenn diese Schaltfl\u00e4che gut lesbar mit nichts anderem als den W\u00f6rtern &#8220;zahlungspflichtig bestellen&#8221; oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung beschriftet ist. Diesen Anforderungen gen\u00fcgt die hier verwendete Beschriftung der Schaltfl\u00e4che &#8220;Bestellung abschicken&#8221; nicht.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Verletzung dieser Verbraucherschutzvorschriften beeintr\u00e4chtigt die Interessen der Verbraucher nach Ansicht des Gerichts auch sp\u00fcrbar im Sinne von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/3.html\" title=\"&sect; 3 UWG: Verbot unlauterer gesch&auml;ftlicher Handlungen\">\u00a7 3 Abs. 1 bzw. Abs. 2 UWG<\/a>. Bei den vorgeschriebenen Angaben handelt es sich auf Grund der gesetzlichen Vermutung des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/5a.html\" title=\"&sect; 5a UWG: Irref&uuml;hrung durch Unterlassen\">\u00a7 5 a Abs. 4 UWG<\/a> um gem\u00e4\u00df Art. 7 Abs. 5 der Richtlinie 2005\/29\/EG (UGP-Richtlinie) &#8220;wesentliche&#8221; Informationen, da die genannten Vorschriften die Fernabsatzrichtlinie, die E-Commerce-Richtlinie bzw. die Richtlinie \u00fcber die Rechte der Verbraucher umsetzen. Das Vorenthalten der nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/5a.html\" title=\"&sect; 5a UWG: Irref&uuml;hrung durch Unterlassen\">\u00a7 5 a Abs. 4 UWG<\/a> als wesentlich in Bezug genommenen Verbraucherinformationen nach den gemeinschaftsrechtlichen Richtlinien ist unwiderleglich als &#8220;sp\u00fcrbare Beeintr\u00e4chtigung&#8221; der Entscheidungsf\u00e4higkeit des Verbrauchers im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/3.html\" title=\"&sect; 3 UWG: Verbot unlauterer gesch&auml;ftlicher Handlungen\">\u00a7 3 Abs. 1 bzw. Abs. 2 UWG<\/a> anzusehen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die Entscheidung des OLG Hamm stellt erneut klar, dass der Onlineh\u00e4ndler der Gefahr einer Abmahnung am ehesten entgeht, wenn er die vom Gesetz vorgesehenen Worte \u201ezahlungspflichtig bestellen\u201c verwendet. Auch wenn es sich vermeintlich um eine \u201eKleinigkeit\u201c handelt, so f\u00fchrt dies angesichts der vergleichsweise hohen Streitwerte im Wettbewerbsrecht zu einem erheblichen Kostenrisiko. (ru)<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das OLG Hamm hat sich im Rahmen eines wettbewerbsrechtlichen Verfahrens zu der Frage ge\u00e4u\u00dfert, ob die Beschriftung \u201eBestellung abschicken\u201c beim Absenden einer Bestellung den Anforderungen des \u00a7 312g BGB (Buttonl\u00f6sung) gen\u00fcgt. \u201eBestellung abschicken\u201c ist nicht gleich \u201ezahlungspflichtig bestellen\u201c Mit Urteil vom 19.11.2013 (Az.: 4 U 65\/13) entschied das Gericht, dass die Beschriftung \u201eBestellung abschicken\u201c eine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":209,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,15],"tags":[218,243],"class_list":["post-21110","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-magazin","category-wettbewerbsrecht-kartellrecht","tag-buttonlosung","tag-olg-hamm"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21110","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21110"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21110\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/209"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21110"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21110"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21110"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}