{"id":19969,"date":"2013-10-28T18:37:38","date_gmt":"2013-10-28T17:37:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=19969"},"modified":"2017-04-25T11:46:39","modified_gmt":"2017-04-25T10:46:39","slug":"rettet-das-olg-frankfurt-das-double-opt-in","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/rettet-das-olg-frankfurt-das-double-opt-in\/","title":{"rendered":"Rettet das OLG Frankfurt das double-opt-in?"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/email.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-15530\" title=\"Liebe Oma, wie geht es dir? Mir geht es gut.\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/email.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/email.jpg 150w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/email-44x44.jpg 44w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/email-90x90.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Die Kollegen von<a href=\"http:\/\/www.internetrecht-rostock.de\/zahlungsaufforderung-per-mail-spam.htm\" target=\"_blank\"> Internetrecht Rostock<\/a> weisen aktuell auf eine interessante Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt (OLG Frankfurt a.M., Urteil v. 30.09.2013, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=1%20U%20314\/12\" title=\"OLG Frankfurt, 30.09.2013 - 1 U 314\/12: Verletzung des allgemeinen Pers&ouml;nlichkeitsrechts bzw. R...\">1 U 314\/12<\/a>). hin.<\/p>\n<p>Nachdem das OLG M\u00fcnchen mit Urteil vom 27.09.2012 (OLG M\u00fcnchen Urteil. v. 27.09.2012, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=29%20U%201682\/12\" title=\"OLG M&uuml;nchen, 27.09.2012 - 29 U 1682\/12: Double-Opt-In\">29 U 1682\/12<\/a>) das Prinzip des double-opt-in grunds\u00e4tzlich in Frage gestellt hatte (<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/olg-munchen-stellt-double-opt-in-in-frage-das-ende-der-e-mailwerbung\" target=\"_blank\">wir berichteten<\/a>), hat das OLG Frankfurt a.M. in einem aktuellen Urteil unter ausdr\u00fccklicher Bezugnahme auf die Entscheidung aus M\u00fcnchen die grunds\u00e4tzliche Zul\u00e4ssigkeit des double-opt-in angedeutet.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet \u201edouble-opt-in\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Beim \u201edouble-opt-in\u201c stimmt der interessierte Verbraucher beim Werbenden auf dessen Webseite unter Angabe der E-Mail-Adresse einer bestimmten Art von Werbung zu (single-opt-in). Um sicherzustellen, dass der Eintrag auch tats\u00e4chlich von demjenigen stammt, dem die E-Mail-Adresse zuzuordnen ist, wird an diese E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Best\u00e4tigungslink geschickt. Erst nach dem Anklicken dieses Links in der E-Mail wird die Adresse endg\u00fcltig in den Verteiler f\u00fcr den Versand aufgenommen.<\/p>\n<p><strong>OLG Frankfurt h\u00e4lt double-opt-in f\u00fcr zul\u00e4ssig<\/strong><\/p>\n<p>Der Senat des OLG Frankfurt f\u00fchrt dazu aus:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Es mag dahinstehen, ob bereits die \u00dcbersendung der ersten Bestatigungsmail an den Beklagten mit dem Aktivierungslink in diesem Sinne eine unerlaubte Werbe-E-Mail darstellte, was \u00e4u\u00dferst zweifelhaft erscheint (vgl. dazu OLG M\u00fcnchen <a title=\"OLG M\u00fcnchen, 27.09.2012 - 29 U 1682\/12\" href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=MMR%202013,%2038\" target=\"_blank\">MMR 2013, 38<\/a> f. mit kritischen Anmerkungen Heidrich MMR 2013, 39 f., M\u00f6ller jurisPR-WettbR 2\/2013 Anm 3 und Weller jurisPR-ITR 3\/2013 Anm. 4).&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Das OLG Frankfurt deutet damit an, dass es die Frage f\u00fcr den vorliegenden Fall zwar nicht f\u00fcr entscheidungserheblich erachtete, aber dazu tendieren w\u00fcrde, die erste E-Mail jedenfalls nicht als Werbe-E-Mail aufzufassen.<\/p>\n<p><strong>Verbot nur auf konkrete E-Mail-Adresse bezogen zul\u00e4ssig<\/strong><\/p>\n<p>Die Entscheidung enth\u00e4lt einen weiteren interessanten Aspekt. Das Oberlandesgericht weist n\u00e4mlich darauf hin, dass sich das Unterlassungsgebot, anders als bei einem wettbewerbsrechtlichen Anspruch bei dem pers\u00f6nlichkeitsrechtlichen Unterlassungsanspruch nur auf die konkret verwendete E-Mail-Adresse bezieht:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Die Berufungsr\u00fcge der Kl\u00e4gerin zur Unbestimmtheit des Widerklageantrages bez\u00fcgJich der erfassten E-Mail-Adressen war allerdings begr\u00fcndet. Der deliktische, quasi-negatorische Unterlassungsanspruch bezieht sich im Gegensatz zum wettbewerbsrechtlichen nur auf bestimmte E-MailAdressen (vgl. KG <a title=\"KG, 22.06.2004 - 9 W 53\/04\" href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202005,%2051\" target=\"_blank\">NJW-RR 2005, 51<\/a>, 52; Dietrich GWR 2012, 102, 103 f. m.w.N.). Das Unterlassungsgebot ist deshalb auf die vom Beklagten zuletzt konkret bezeichneten E-Mail-Adressen zu beschr\u00e4nken.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der Aktualit\u00e4t des Themas, m\u00f6chten wir unser Fazit von vor einem Jahr wiederholen: Wir haben unsere Mandanten daher auch bisher immer nur darauf hinweisen k\u00f6nnen, dass E-Mail-Werbung ein nicht unerhebliches unternehmerisches Risiko birgt, auch wenn das double-opt-in-Verfahren noch so sorgf\u00e4ltig durchgef\u00fchrt wird. Wenn es darauf ankommt, kann der Unternehmer die Einwilligung des Adressaten schlicht nicht beweisen.<\/p>\n<p>Wir auf Nummer sichergehen will, muss daher auf die Werbung per E-Mail verzichten.<\/p>\n<p>Wenn sich das Gesetz nicht \u00e4ndert, wird das auch so bleiben. Es sei denn, der BGH sorgt f\u00fcr Kl\u00e4rung. Da das OLG M\u00fcnchen die Revision zugelassen hat, wird der BGH die Gelegenheit haben, sich mit dem double-opt-in in der E-Mail-Werbung zu befassen. <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/net\/pri004b18x\/ipcologne\/marken-und-wettbewerbsrecht-451559\/olg-munchen-setzt-hohe-hurden-fur-das-email-marketing-double-opt-in-verfahren-als-werbung-unzulassig-42738160\/42744417\/?reagent=systemmail%2Fnewarticle&amp;dpt=sysm&amp;ttp=mail&amp;plf=o\">Ingo Jung<\/a> vermutet, dass der BGH jetzt wie schon in anderen F\u00e4llen eine politisch-juristische L\u00f6sung zum Erhalt dieses \u201cGesch\u00e4ftsmodells\u201d finden k\u00f6nnte und der Best\u00e4tigungs-E-Mail die Werbeeigenschaft wieder abspricht.<\/p>\n<p><strong>Der Bundesgerichtshof k\u00f6nnte helfen<\/strong><\/p>\n<p>Die L\u00f6sung k\u00f6nnte darin liegen, den Erhalt einer Best\u00e4tigung E-Mail im Rahmen eines double-opt-in-Verfahrens f\u00fcr den Empf\u00e4nger f\u00fcr zumutbar zu halten, soweit sich die Best\u00e4tigungsmail tats\u00e4chlich auf die Best\u00e4tigung beschr\u00e4nkt und nicht bereits selbst werbenden Inhalt hat (so schon AG M\u00fcnchen, <a title=\"AG M\u00fcnchen, 30.11.2006 - 161 C 29330\/06: Double-Opt-In\" href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR-RR%202007,%20128\" target=\"_blank\">GRUR-RR 2007, 128<\/a>, darauf Bezug nehmend LG Essen, GRUR 2009, 353, 354).<\/p>\n<p>Soweit ersichtlich, w\u00e4re das die einzige M\u00f6glichkeit, die E-Mail-Werbung in ihrer heutigen Form zu retten. Diese L\u00f6sung h\u00e4tte aber, wie oben bereits erw\u00e4hnt, auch ein erhebliches Missbrauchspotenzial zur Folge.<\/p>\n<p>Aktuell gilt, dass Werbende den Anmeldeprozess sorgf\u00e4ltiger den je protokollieren sollten, um sicherzustellen, dass die einzelnen Schritte im Streitfall vor Gericht so genau wie m\u00f6glich dokumentiert werden k\u00f6nnen.\u00a0 Kommt es zum Streit, hat der Werbende vor Gericht zur Zeit schlechte Karten. (la)<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kollegen von Internetrecht Rostock weisen aktuell auf eine interessante Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt (OLG Frankfurt a.M., Urteil v. 30.09.2013, Az. 1 U 314\/12). hin. 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